Das "Dortmunder inklusive Soundfestival DiS" ist gelebte Inklusion

Inklusives Musikfestival

Die siebte Ausgabe des bundesweit einzigartigen Festivals steht unter besonderen Vorzeichen. Die Corona-Auswirkungen lassen die bewährten Inhalte in ein neues Konzept einfließen.

Dortmund

, 21.09.2020, 11:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei der Premiere des Festivals auf der Festwiese im Westfalenpark sorgte das "Tanzorchester Paschulke" für tanzbare Stimmung und gute Laune.

Bei der Premiere des Festivals auf der Festwiese im Westfalenpark sorgte das "Tanzorchester Paschulke" für tanzbare Stimmung und gute Laune. © Didi Stahlschmidt

Seit 2008 wird das "DiS", das "Dortmunder Inklusive Soundfestival" alle zwei Jahre vom Verein "gesamtkunstwerk" veranstaltet. Die Grundidee war von Beginn an, Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen und den inklusiven Ansatz live auf der Bühne zu leben. Im Corona-Jahr steht das DiS unter besonderen Vorzeichen.

Bis Juli war noch unklar, ob das DiS überhaupt stattfinden kann. Die Bandgrößen sorgten aufgrund der Hygienevorschriften für Probleme und die Suche nach passenden Veranstaltungsorten kam dazu. Doch das Festivalteam hat für dieses Jahr ein neues Konzept erstellt.

So werden die Konzerte monatlich auf unterschiedliche Orte und Bühnen verteilt, immer mit einem genehmigten Hygienekonzept der jeweiligen Location und einer deutlich reduzierten Besucherzahl. Das bedeutet, von September 2020 bis Februar 2021 wird das Festival monatlich eine Veranstaltung präsentieren. Dazu zählen Konzerte im Westfalenpark, im Domicil, in Bochum, eine Tanztheater-Produktion im Theater im Depot sowie ein Film im Sweet-Sixteen Kino und eine Ausstellung im Kultursalon Schiller37.

Selbstverständlich zusammenspielen

Das Thema Behinderung selbst soll bei dem Festival gar nicht thematisiert werden. Eher geht es um die Selbstverständlichkeit des Zusammenspielens. „Wir wollen den Gedanken einer inklusiven Gesellschaft leben, ohne dies immer betonen zu müssen“, so Angelika Neuse vom gesamtkunstwerk e.V.

Schon die Premiere des diesjährigen Festivals am 13. September Open Air auf der Festwiese des Westfalenparks war ein Erfolg. Bei bestem Wetter trat das inklusive "Tanzorchester Paschulke" als eine der besten deutschen inklusiven Bands auf, die mit ihrem tanzbaren Mix aus Balkan-Beats, Ska, Pop und Funk das Publikum schnell begeisterte.

Immer wieder tanzten einige der Besucher stehend an ihren Plätzen oder klatschten lautstark mit. Die Dortmunder Formation um den blinden Frontmann und Sänger Carsten Schnathorst präsentierte sich dabei in bester Partylaune mit Tänzerinnen, die als Putzdamen verkleidet mit Wischmops und Besen performten. Corona führte neben der Bestuhlung mit Abstand auch zu mehreren Plexiglaswänden auf der Bühne, die zwischen Tänzerinnen und Musikern aufgestellt waren.

Jeden Monat ein besonderes Konzert- oder Kulturformat

"Den Musikern hat genau dies gefehlt – endlich wieder auf der Bühne vor Publikum auftreten", so Neuse. Nun geht der Blick des DiS-Teams nach vorne und die Vorbereitungen für die nächsten inklusiven Kulturproduktionen im Rahmen des Festivals gehen weiter. Am 2. Oktober folgt im Domicil "NIA extended version" um die Singer-Songwriterin Antonia Wohlgemuth, zusammen mit der Groove-Soul-Reggae-Vorband "Collective One".

Ein Blick in den Backstagebereich zeigt das gesamte Organisationsteam des "DiS" mit einigen Musikern und dem Vereinsvorstand.

Ein Blick in den Backstagebereich zeigt das gesamte Organisationsteam des "DiS" mit einigen Musikern und dem Vereinsvorstand. © Didi Stahlschmidt

Im November geht es am 20.11. ins Musikforum nach Bochum, wo die in Dortmund gegründete Band "Piano Plus" mit drei Pianos und Streichern eine spannende Mischung aus Minimal Music, Weltmusik und Jazz präsentiert.

Am 5. und 6. Dezember zeigt das DiS im Schiller 37 in der Nordstadt die "Auge in Auge"-Bilderausstellung der drei Künstler Ralf Fiebag, Gerhard Vitt und Alba Strauß.

Es folgt im Januar 2021 mit der Doku "20.000 Days on Earth" über den australischen Musiker Nick Cave der Musikfilmabend im Kino sweetSixteen.

Den Abschluss macht am 24.02.2021 die Uraufführung der inklusiven Musik-Tanz-Theater-Produktion "POURQUOI PAS – Ein Ensemble findet seine Sprache!" im Theater im Depot.

Weitere Informationen zu den Programmpunkte, der Barrierefreiheit und dem Kartenvorverkauf unter: www.gesamtkunstwerk-ev.de

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