Das Ehepaar Strotmann wirkt in seinem Garten dem Bienen-Sterben entgegen

rnGartenserie „Querbeet“

Naturgemäßes Gärtnern, darauf setzen Heinz (66) und Brigitte (67) Strotmann aus Bodelschwingh. Neben den summenden Bienen haben sie in diesem Jahr auch anderen, lautstarken Besuch

von Inka Hermanski

Mengede

, 03.08.2020, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein kleiner Weg entlang eines mit Efeu bewachsenen Hauses, führt in den knapp 1000 Quadratmeter großen Garten von Heinz und Brigitte Strotmann. „Das ist das Elternhaus meines Mannes“, beginnt Brigitte Strotmann zu erzählen. Damals sei es ein Bauernhaus gewesen, sagt sie, 1972 begann der Umbau und das Ehepaar Strotmann übernahm einen großen Teil des Gartens.

„1982 begann ich den bisherigen Nutzgarten umzufunktionieren“, erzählt Heinz Strotmann. Der 66-Jährige blickt bereits auf eine lange und leidenschaftliche Karriere als Hobby-Gärtner zurück. Zuerst hatte er das noch vorhandene Gemüse abgeerntet und die Strünke aus der Erde gezogen.

Für das kräftige Grün im Garten von Heinz und Brigitte Strotmann sorgen Brunnen- und Regenwasser.

Für das kräftige Grün im Garten von Heinz und Brigitte Strotmann sorgen Brunnen- und Regenwasser. © Inka Hermanski

Es sei ihnen immer wichtig gewesen, dass es natürlich ist, sagt Brigitte Strotmann. Für das Ehepaar habe immer festgestanden, dass sie keinen Springbrunnen mit Goldfischen anlegen würden. Stattdessen gab es einen Naturteich, an dem Libellen hausen und Rothornschnecken ihre Spuren ziehen.

„Der Garten ist ein Ökosystem“

Heinz Strotmann kennt den Namen jeder Pflanze in seinem Garten und verfügt über großes Fachwissen, das er gerne teilt. Die vielen Jahre Erfahrungen haben ihn zu einem Profi gemacht.

Auf die Frage, wie viel Zeit Heinz Strotmann täglich im Garten verbringt, weiß seine Frau eine Antwort: „Er geht morgens mit einer Kanne Tee aus dem Haus und kommt vor 20 Uhr nicht zurück.“

Die "wilde Wiese" im Garten des Ehepaares Strotmann lockt viele Bienen an.

Die "wilde Wiese" im Garten des Ehepaares Strotmann lockt viele Bienen an. © Inka Hermanski

„Der Garten sieht im nächsten Jahr nie aus wie im vergangenen“, erzählt Brigitte Strotmann „Es kommen immer neue Ideen.“ Wenn sich der Garten im Laufe der Zeit verändert, passt die Stromanns die Pflanzen aufeinander an. „In einem Jahr fiel mir auf, dass die Rosen nicht so prächtig blühten, wie im Jahr zuvor“ erzählt Frau Strotmann.

Ein Ast habe den Rosenbusch überwachsen und zu viel Schatten geworfen. Deshalb schnitten sie ihn ab, häckselten die Äste klein und legten sie zur Beschattung und Befeuchtung des Bodens aus, um anderen Pflanzen ein besseres Wachstum zu ermöglichen. „Es ist ein Kreislauf“, erklärt Heinz Strotmann.

Viele liebevolle Details verstecken sich in dem Garten in Bodelschwingh.

Viele liebevolle Details verstecken sich in dem Garten in Bodelschwingh. © Inka Hermanski


Strotmann ist ein Tüftler. Skulpturen und Deko im Garten hat er selbst zusammengebastelt. Viele davon aus Teilen des ehemaligen Hoesch-Stahlwerks in dem er selbst gearbeitet hat.

Strotmann hat ein ausgeklügeltes Wassersystem entwickelt

Auch für die Bewässerung des Gartens hat Heinz Strotmann ein ausgeklügeltes System entwickelt. In einem Regenwasserwerk kann er bis zu 2000 Liter Wasser vom Dach auffangen. Gerade im heißen Sommer des vergangenen Jahres sei dies sehr hilfreich gewesen, erzählt der 66-Jährige.

Auch Brunnenwasser nutzt er zum Gießen. „Das Brunnenwasser hat jedoch nur eine Temperatur von etwa acht Grad und einen hohen Eisen- und Kieselgehalt. Das mögen viele Pflanzen nicht.“

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Das Bienen-Gartenparadies des Ehepaars Strotmann in Bodelschwingh

Im Garten von Heinz und Brigitte Strotmann summen die Bienen und quaken die Frösche.
03.08.2020
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Bienen fühlen sich im Garten des Ehepaars Strotmann besonders wohl.© Inka Hermanski
Die Bienenbehausungen baut Heinz Strotmann aus Lehm, Schilfrohren und anderen Naturmaterialien.© Inka Hermanski
Die Bienenbehausungen baut Heinz Strotmann aus Lehm, Schilfrohren und anderen Naturmaterialien.
© Inka Hermanski
Im Teich von Heinz und Brigitte Strotmann leben laute Frösche.© Inka Hermanski
Die Deko im Garten bastelt Heinz Strotmann vor allem aus Stahlelementen.© Inka Hermanski
Natürlichkeit ist den Strotmanns in ihrem Garten wichtig. © Inka Hermanski
Natürlichkeit ist den Strotmanns in ihrem Garten wichtig. © Inka Hermanski
Natürlichkeit ist den Strotmanns in ihrem Garten wichtig. © Inka Hermanski
Natürlichkeit ist den Strotmanns in ihrem Garten wichtig. © Inka Hermanski
Natürlichkeit ist den Strotmanns in ihrem Garten wichtig. © Inka Hermanski
Für Fledermäuse hat Heinz Strotmann einen Fledermaus-Kasten angebracht.© Inka Hermanski
Die Deko im Garten bastelt Heinz Strotmann aus vor allem aus Stahlelementen© Inka Hermanski
Ton und Ziegel zieren den Garten der Strotmanns.© Inka Hermanski

Auch im Winter verbringt Heiz Strotmann viel Zeit im Garten. Dann baut er aus Tonrohren, Lehm, Schilfrohren und Spezialwatte Bienenbehausungen in verschiedenen Formen und Größen, die im ganzen Garten verteilt zu finden sind.

Im Frühjahr müssen sie fertig sein, denn dann beginnen Bienen, Hummeln und Wespen dort mit ihrem Nestbau. „Die Bienenbehausungen werden sehr gut angenommen“, erzählt Brigitte Strotmann.

Viele Tiere tummeln sich im Garten der Strotmanns

Neben den Bienen können Heinz und Brigitte Strotmann auch Eichhörnchen, Vögel, Schmetterlinge und Libellen beobachten. Am Abend fliegen außerdem Fledermäuse durch den naturbelassenen Garten. Für sie hat Heinz Strotmann extra einen Fledermaus-Kasten in den Baumkronen angebracht.

Seit dem Frühjahr dieses Jahres schwimmt im Teich des Ehepaares eine Insel. Auch Frösche haben sich dort niedergelassen. Bis zu sieben Stück zählen Heinz und Brigitte Strotmann. „Die Quaken rund um die Uhr. Der Nachbar sagt, bis zu neunzig Dezibel erreichen sie dabei“, sagt Heinz Strotmann und lacht.

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