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Das Grundgesetz hat für den früheren Lütgendortmunder Amtshaus-Chef besondere Bedeutung

rn70 Jahre Grundgesetz

Das Grundgesetz wird am 23. Mai 70 Jahre alt – genauso wie der frühere Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Lütgendortmund. Einer seiner Ausbilder hat sogar am Grundgesetz mitgearbeitet.

Lütgendortmund

, 23.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Dass der 23. Mai 1949 die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland markiert, ist in diesen Tagen in den Medien sehr präsent. Vor exakt 70 Jahren unterzeichneten die Abgeordneten des Parlamentarischen Rats das Grundgesetz.

Dem früheren Leiter der Bezirksverwaltungsstelle in Lütgendortmund, Günter Lentner, war der 23. Mai 1949 schon während seiner Kindheit und Jugend sehr präsent. Aber nicht wegen der Verkündung des Grundgesetzes. Sondern, weil er an diesem Tag geboren wurde. Am 23. Mai 2019 wird also nicht nur das Grundgesetz 70 Jahre alt, sondern auch Günter Lentner.

„Das war einfach immer nur ein Datum“

„Das war einfach immer nur ein Datum“, sagt Lentner. In den entbehrungsreichen Jahren nach dem Krieg seien für seine Eltern wohl andere Dinge wichtiger gewesen, als an seinem Geburtstag an das Grundgesetz zu erinnern. „Es war eine bittere, arme Zeit, die Industrie lag brach. Es ging darum, die Familie zu ernähren, bezahlbaren Wohnraum zu finden.“ Lentners Vater arbeitete bei der Dortmund-Hörder Hüttenunion. Alleinverdiener für eine vierköpfige Familie.

Dass Günter Lentner nicht in die Fußstapfen seines Vaters trat, sondern in die Inspektoren-Laufbahn bei der Stadt Dortmund abbog, könnte man, zugegeben etwas übertrieben, so interpretieren: Weil ihm das Grundgesetz quasi in die Wege gelegt wurde, war es nur logisch, dass sich der damalige Teenager für eine teil-juristische Ausbildung entschied, während der er lauter Paragrafen büffeln musste.

Werbeprospekt im Briefkasten entschied über seine berufliche Laufbahn

Tatsächlich hat ihn aber ein Werbeprospekt, der im Briefkasten lag, darauf gestoßen. Und so kam es, dass Günter Lentner nach der Mittleren Reife von 1965 bis 1971 die Westfälisch-Märkische Gemeindeverwaltungs- und Sparkassenschule besuchte, die heutige Fachhochschule für den Öffentlichen Dienst. „Da hat man mich im Fach Staatsrecht für besonders schlau gehalten, weil ich das Datum des Grundgesetzes wusste. Dabei musste ich mir doch nur meinen eigenen Geburtstag merken“, sagt Günter Lentner mit einem Augenzwinkern.

Das Grundgesetz hat für den früheren Lütgendortmunder Amtshaus-Chef besondere Bedeutung

2012 ging Günter Lentner als Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Lütgendortmund in Pension. Eng zusammengearbeitet hat er in dieser Zeit mit Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp. © Stephan Schütze/Archiv

Das Grundgesetz begegnete dem Inspektoranwärter aber auch noch in der Person eines Zeitzeugen. „Einer meiner Lehrer war Dr. Hermann Otto, der als junger Referendar den Müttern und Vätern des Grundgesetzes zugearbeitet hatte“, erinnert sich der ehemalige Amtshaus-Chef. Der 99-Jährige lebt heute in einem Seniorenheim und stand für ein Interview leider nicht zur Verfügung.

Erste Einsatzort: Sozialamt in Scharnhorst

Nach seiner sechsjährigen Ausbildung war Günter Lentners erste Station das Sozialamt in Scharnhorst. 25 Jahre blieb er dort, von 1990 bis 1996 als Amtsleiter.

1996 wechselte Günter Lentner dann nach Lütgendortmund und wurde Chef der Bezirksverwaltungsstelle - bis Mai 2012. Seine Pensionierung liegt also exakt sieben Jahre zurück. Keine Frage, dass sich der ehemalige Amtshaus-Chef, der am liebsten als Standesbeamter im Einsatz war, mit Kommunalrecht und der Gemeindeordnung bestens auskennt.

Urlaub auf Rügen am 70. Geburtstag

Natürlich ist dem Jubilar auch das Grundgesetz vertraut, insbesondere die 19 ersten Artikel, die die Grundrechte enthalten. Die wichtigsten sind für ihn die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Groß feiern wird er das Grundgesetz aber wie in den vergangenen 69 Jahren nicht. Auch die Feier seines eigenen Geburtstags hat er verschoben. Günter Lentner macht lieber Urlaub auf Rügen.

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