Das hat die neue Dortmunder Kulturbüro-Chefin vor

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Förderung der freien Kulturszene, Micro-Festival und Frauen-Film-Festival: Das städtische Kulturbüro stellt viel auf die Beine. Jetzt bekommt es eine neue Chefin.

Dortmund

, 27.09.2019, 16:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer Hendrikje Spengler erlebt, stellt fest, dass sie ein gesundes Selbstbewusstsein hat. Doch mit Blick auf ihre neue Aufgabe als Leiterin des städtischen Kulturbüros gibt sich die 38-Jährige bescheiden.

„Mein Motto für die erste Zeit ist: Qualität halten. Das ist schon Herausforderung genug“, stellt Hendrikje Spengler bei ihrer Vorstellung im Rathaus fest. Einen Tag nach ihrer Wahl im Rat spendet sie erst einmal viel Lob an ihre Vorgängerin. Claudia Kokoschka hat die Arbeit des Kulturbüros über 20 Jahre maßgeblich geprägt, zunächst als stellvertretende Leiterin, seit 2009 als Leiterin. Jetzt geht sie in den Ruhestand.

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Veranstaltungen und Kulturförderung

Das Kulturbüro ist als Teil der städtischen Kulturbetriebe Veranstalter von Festivals und Kultur-Events, fördert und berät Kunst- und Kulturschaffende und initiiert kulturelle Kooperationen. Mit rund 20 Veranstaltungsprogrammen mit gut 300 Einzelveranstaltungen und bis zu 250 Fördermaßnahmen in den verschiedenen Kunstsparten erreicht es pro Jahr rund 390.000 Besucherinnen und Besucher.

Jetzt geht sie in den Ruhestand.

Die Fußstapfen, in die sie tritt, sind groß, stellt Hendrikje Spengler nicht nur mit Blick auf diese Zahlen fest. Und sie sagt. „Ich möchte keine Zäsur sein, sondern die Arbeit auf diesem Niveau weiterführen.“ Dazu gehört für sie auch, die Angebote der freien Kulturszene sichtbarer zu machen und die Teilhabe möglichst vieler Menschen zu ermöglichen.

Gut möglich ist, dass die studierte Kulturwissenschaftlerin bald aber auch eigene Akzente setzt. Wie zuletzt in Witten, wo Spengler den Saalbau und das Haus Witten als Veranstaltungszentren leitet. Beide Häuser erreichen mit mehr als 900 Veranstaltungen pro Jahr rund 140.000 Besucher.

Kinder- und Jugendbildung

Spengler organisierte hier nicht nur mehrere Festivals, sondern schuf auch neue Angebote in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Zuvor hatte die gebürtige Schleswig-Holsteinerin in Hildesheim Kulturwissenschaften studiert, später am Schauspielhaus Salzburg, dem größten freien Theater Österreichs, erste Berufserfahrungen gesammelt. Dazu gehörte die Erkenntnis, dass die Finanzierung eine der größten Hürden für die Kultur ist.

Vor diesem Hintergrund erwartet sie in Dortmund „fast schon luxuriöse Startbedingungen“. Denn der Rat der Stadt hat erst im vergangenen Jahr die Mittel für die freie Kulturszene deutlich erhöht.

Mit dem Start am 1. Januar steht für Hendrikje Spengler erst einmal eine andere Sorge im Mittelpunkt. „Ich kann noch nicht Dortmund“, stellt sie fest. Aber sie wolle Dortmund. Deshalb werde sie sich jetzt „ein wenig in der Stadt herumtreiben und möglichst viele Menschen kennenlernen“.

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