Dortmunds ältester Bürger feiert seinen 105. Geburtstag

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Dortmunds ältester Bürger heißt Wilhelm Reuter. Am Mittwoch feierte er seinen 105. Geburtstag. Er bekam viele Briefe und Blumen - und hatte selbst eine Überraschung parat.

Dortmund

, 19.06.2019, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bürgermeister Manfred Sauer freut sich: Er ist es gewohnt, Menschen zu treffen, die über 100 Jahre alt sind. Aber fast immer sind es Frauen, denen er gratuliert: An diesem Vormittag des 19. Juni 2019, schüttelt er Wilhelm Reuter die Hand. Der feiert an diesem Tag seinen 105. Geburtstag und ist damit der älteste männliche Bürger der Stadt.

Glauben kann Reuter das selbst fast nicht. Darauf angesprochen, lächelt er ungläubig - und reckt dann doch den Daumen in die Höhe. „Das glaube ich nicht, dass Sie 105 sind, Sie sehen gar nicht so aus“, begrüßt ihn Bürgermeister Manfred Sauer.

Dortmunds ältester Bürger feiert seinen 105. Geburtstag

Bürgermeister Manfred Sauer liest aus dem Glückwunschschreiben für Wilhelm Reuter. © Oliver Schaper

Er bringt Briefe und Blumen - und Zeit für eine Plauderei mit dem Jubilar.

Der hat gerade noch selbst einen Blumenstrauß überreicht: an seine Enkelin Inga, die vor wenigen Tagen Geburtstag hatte.

Gefeiert wird mit Familie und Nachbarn

Dass ihm nun - als gebürtigem Bochumer - die Ehre zuteil wird, ältester Dortmunder Bürger zu sein, scheint ihm fast selbst ein wenig unheimlich. Aber natürlich wird er ein bisschen feiern - mit Familie und Nachbarn. Denn: Das hat er immer gerne gemacht, feiern. Das erzählen seine Töchter Sigrid Rath und Brigitte Hohl. Der Papa habe oft zu den letzten Gästen in den Kneipen gehört. Die Besuche seinerzeit haben sich gelohnt, denn in einer der Kneipen lernte er damals auch seine spätere Frau Ingeborg kennen.

Reuter und seine Frau waren viele Jahre in der Turnabteilung aktiv

Jahrzehnte waren die beiden später aktiv in der Turnabteilung des TuS Brackel. Am 1. April 1939, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, den er als Soldat in Frankreich und Afrika erlebte, trat er dem Verein bei.

Viel beibringen musste man dem Turner Reuter seinerzeit nicht mehr: „Ich konnte schon mit zehn Jahren eine Riesenfelge“, erzählt er den Geburtstagsgästen und dem Bürgermeister am Mittwoch. Er erinnert sich gut an den Oberturnwart in der Schule, der ihn immer mit einer Nadel getriezt habe. Die Riesenfelge hat er später nicht mehr gemacht, aber geturnt hat Reuter bis über 90. Mit 84 Jahren war er noch beim Deutschen Turnfest. Das war 1998.

2019 sitzt Reuter, der in seinem Leben nicht nur Soldat, sondern auch Polizist war, nun auf dem Sofa des Hauses in Brackel, in dem er lange lebte, und schüttelt Hände. Viele Bilder an den Wänden erzählen von einem ereignisreichen Leben, der Tisch für die Gäste ist gedeckt: Es gratulieren zwei Kinder, Schwiegersöhne, vier Enkelkinder, sieben Urenkel und zwei Ururenkel. Seine Frau Ingeborg ist nicht dabei; sie gehört nicht zu den Bürgerinnen der Stadt, denen Manfred Sauer zu ihrem hohen Alter gratulieren konnte - sie starb 2014, in dem Jahr, in dem ihr Mann seinen 100. Geburtstag feierte.

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