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Das „Mu-Kii“ verspricht pan-asiatische Eventgastronomie mit Seeblick

rnRestaurant-Check

Das Restaurant „Mu-Kii“ wirbt mit „Pan Asian Tapas“ und einem ungewöhnlichen Konzept. Wir unterziehen die asiatische Eventgastronomie der oberen Mittelklasse unserem Restaurant-Check.

Hörde

, 27.06.2018 / Lesedauer: 6 min

Ein Eck-Neubau am Kai der Westseite des Phoenix-Sees, Sichtlinie zur Hörder Burg. Am Abend kann man die Sonne hinter der anderen Seeseite untergehen sehen. Hier hat sich das „Mu-Kii“ niedergelassen. Das asiatische Restaurant versteht sich als Eventgastronomie.

Sehen Sie sich im Mu-Kii um!

Lange konnte sich an dieser Stelle keiner der Vorgänger halten. Im „Mu-Kii“ brummt zumindest an diesem Montagabend der Laden. Das mag auch am, nach eigenen Angaben einzigartigen, Konzept liegen: Als Gast bestellt man hier per Tablet aus einer digitalen Karte, in maximal fünf Runden mit je maximal fünf „Items“: Sushi, Spieße, Suppen, Salate, Nudeln – alles unter asiatischem Leitmotiv. Gezahlt wird pauschal, Getränke kosten extra.

Eigentlich ist eine der ersten Regeln, dir mir zugetragen wurde, als ich anfing Sushi-Restaurants durchzuprobieren: Meide All-You-Can-Eat-Angebote! Doch Erfolg gibt ja bekanntlich Recht. Grund genug für uns, dem „Mu-Kii“ auf den Zahn zu fühlen.

Atmosphäre:

Die Inneneinrichtung des „Mu-Kii“ ist insgesamt ziemlich schick und modern gehalten – dunkles Holz trifft poliertes Metall. Direkt nach dem Eingang begrüßt mich und meine Begleitung eine große Vitrine mit Sekt- und Champagnerflaschen, auch in Magnum-Größe. Man kann dieses Detail etwas drüber finden. Zumal die gewollt schicke Anmutung zweimal von lauter Musik durchbrochen wird: „Happy Birthday“ an zwei Geburtstagsgäste. Das „Mu-Kii“ gibt sich gehoben - aber eben auch für alle.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So sieht es im "Mu-Kii" aus

27.06.2018
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Das "Mu-Kii" liegt direkt an der Marina des Phoenix-See in einem Eck-Gebäude.© Dieter Menne
Innen erwartet einen eine relativ dunkel gehaltene, in sich stimmige Inneneinrichtung.© Dieter Menne
Die Stühle – oder eher Sessel – und Sofas sind ziemlich bequem.© Dieter Menne
Auch eine Bar gibt es in "Mu-Kii". Auf der Getränkekarte stehen neben den üblichen Standards auch zwei hauseigene Limonaden und ein paar Cocktails. Außerdem gibt es eine separate Weinkarte.© Dieter Menne
Gegessen wird im "Mu-Kii" stilecht mit Stäbchen, bei Bedarf gibt es aber natürlich auch Messer und Gabel.© Dieter Menne
Wer möchte und es sich leisten kann, kann im "Mu-Kii" auch buchstäblich die Korken knallen lassen.© Dieter Menne
An den Tischen vor den großen Fensterfronten ist es nicht nur etwas heller als im Rest des "Mu-Kii", hier hat man auch einen netten Ausblick.© Dieter Menne
Eine Nische für sich sucht man im "Mu-Kii" zwar eher vergebens, einigermaßen ungestört unterhalten kann man sich aber trotzdem.© Dieter Menne
Bei guten Wetter können Gäste des "Mu-Kii" auch direkt auf der Promenade am See platz nehmen.© Dieter Menne

Das schöne am Sushi- oder Tapas-Essen ist ja, dass es entschleunigt. Nach und nach trudeln die verschiedenen Portionen ein, zwischendurch ist Zeit, um zu reden. Das gemeinsame Aussuchen der Gerichte im „Mu-Kii“ am Tablet trägt noch mal zu dieser Esskultur bei. (Die Bedienung und das Design der digitalen Karten sind übrigens wirklich gelungen.) Allerdings bringt diese Art der Bestellung auch viel Bewegung in den Laden: Servicekräfte kommen leere Schälchen abräumen oder bringen neue. Das ist nötig, wirkt aber auch nicht unbedingt urig.

Wer wie wir einen der Fensterplätze mit Seeblick (oder bei gutem Wetter sogar einen der Terassenplätze) bekommt, darf sich übrigens über ein echtes Plus in Sachen Atmosphäre freuen.

Essen:

Meine Begleitung und ich probieren uns in vier Bestellrunden einmal quer durch die Karte. Zur Vorspeise gibts zweimal Miso-Suppe (lecker!), Kimchi (koreanischer Krautsalat, hätte etwas schärfer sein können), Wakame (Seetangsalat, auch lecker), und Mini-Frühlingsrollen. Angenehm angesichts des Konzepts sind die überschaubaren Portionsgrößen – übrigens auch in den anderen Gängen. Und auch die Präsentation der Gerichte in kleinen Schälchen oder auf Sushi-Platten ist stilsicher.

Das „Mu-Kii“ verspricht pan-asiatische Eventgastronomie mit Seeblick

© Bastian Pietsch

Danach legen wir eine Sushi-Runde ein: klassische Sake-Maki (Lachs) und verschiedene Inside-Out-Rolls, bei denen der Reis außen ist (mit Hähnchen und Mango, mit Lachs und Avocado, mit Lachs, Frischkäse und Gurken sowie mit Surimi-Creme). Bei den Sushi-Klassikern ist das „Mu-Kii“ eher Durchschnitt, aber auch nicht schlecht. Meine Probe aufs Exempel ist das Maguro Nigiri (roher Thunfisch auf Reis ohne Schnickschnack). Bei Thunfisch schmeckt man meiner Erfahrung nach Qualitätsunterschiede besonders schnell. Der Fisch scheint mir solide, geschmacklich aber etwas flach. Die Zusammenstellung der komplexeren Sushi-Rollen gefällt mir dafür im „Mu-Kii“ sehr gut.

Das „Mu-Kii“ verspricht pan-asiatische Eventgastronomie mit Seeblick

© Bastian Pietsch

In der dritten Runde widmen wir uns den warmen Gerichten auf der Karte: unter anderem ein Garnelenspieß, ein Thunfischspieß, Tempura (fritiertes Gemüse), knusprige Ente und ein Tori-Bun-Burger (ein Reisburger mit Hähnchen). Die Soßen um die Spieße und im Burger sind alle sehr lecker und auch die Konsistenz zum Beispiel der Garnelen passt. Bei den ausgefalleneren Gerichten wie dem Reisburger überzeugt das „Mu-Kii“ besonders. Mein persönlicher Favorit dieser Runde ist dennoch das klassische Tempura.

Das „Mu-Kii“ verspricht pan-asiatische Eventgastronomie mit Seeblick

© Bastian Pietsch

Zur vierten Runde müssen wir uns dann schon ein bisschen überzeugen. Die Auswahl im „Mu-Kii“ ist eben doch wirklich groß. Zwar wäre noch mehr drin gewesen (Sashimi, die hauseigenen „Mu-Kii Fancy-Rolls“, Lammkotelette, ...) aber irgendwann stoßen unsere Mägen an ihr Limit. Zum Nachtisch gibt‘s bei meiner Begleitung den Klassiker, gebackene Bananen, und bei mir Mochi-Eis, also auf japanischen Reiskuchen basierendes Eis. Beides ist zum Abschluss noch mal richtig lecker.

Das „Mu-Kii“ verspricht pan-asiatische Eventgastronomie mit Seeblick

© Bastian Pietsch

Insgesamt gab es bei keinem der probierten Gerichte wirklich etwas zu meckern. Die meisten Portionen waren lecker, wenige nur durchschnittlich. Letzteres fällt auch nur deshalb auf, weil es für mich im Widerspruch zu der sonst durchaus gehobenen Anmutung des Restaurants und des Service steht.

Service:

Der Service im „Mu-Kii“ fällt sehr positiv auf. Unser Kellner an diesem Montagabend ist freundlich, höflich und aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Und das obwohl das Restaurant sehr gut besucht ist. Auch die Schnelligkeit des Systems überrascht: Weniger als zehn Minuten nach der Bestellung auf dem Tablet stehen alle Gerichte auf dem Tisch – oft kommen einzelne Teile deutlich schneller. Die Einführung in das Bestellsystem durch unseren Kellner ist ebenfalls sehr verständlich.

Unseren Tisch reserviere ich übrigens spontan am Nachmittag online, was problemlos funktioniert. Alternativ kann man aber natürlich auch im Lokal anrufen.

Preise:

Das „Mu-Kii“ unterscheidet zwischen Lunch (12 bis 15 Uhr) und Dinner (18 bis 23.30 Uhr). Die Preise für das (quasi) All-You-Can-Eat-Angebot richten sich danach. Zum Lunch ruft das Restaurant 13,90 Euro auf, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen 15,90 Euro. Allerdings stehen beim Lunch auch einige der ausgefalleneren Gerichte nicht zur Auswahl. Beim Dinner (mit erweiterter Karte) müssen Gäste montags bis donnerstags 24,90 Euro zahlen, freitags bis sonntags und an Feiertagen 25,90 Euro. Wer dieses Angebot nicht nutzen möchte, kann auch à la carte essen. Getränke kosten extra und liegen preislich im mittleren bis oberen Mittelfeld dessen, was mir bisher so untergekommen ist.

Etwas sauer stößt mir auf, dass für einige Gerichte ein Aufpreis von 1 bis 4 Euro fällig wird. Sicher kann man das zum Beispiel bei Sashimi (rohem, fein geschnittenem Fisch) rechtfertigen, wirklich sympathisch finde ich das aber nicht.

Meine Begleitung und ich zahlen am Ende rund 68 Euro, inklusive Trinkgeld. Dafür waren wir rund zwei Stunden mit dem Essen beschäftigt und am Ende satt und glücklich. Das Maximum von fünf Bestellrunden mit (für zwei Personen) je zehn „Items“ haben wir bei weitem nicht ausgekostet.

Was ich gut finde: Essensverschwendung wird im „Mu-Kii“ abgestraft. Wenn die Augen größer waren als der Mund, berechnet das Restaurant für Sushi und Salate, die zurückgehen, 1 Euro pro Stück und für warme Speisen 2 Euro pro Gericht.

Kinderfreundlichkeit:

Eine spezielle Karte für Kinder gibt es im „Mu-Kii“ nicht. Allerdings essen Kinder bis vier Jahre gratis mit, bis zwölf Jahre zahlen sie nur etwas über die Hälfte (Lunch: Mo-Do 7,50 Euro, Fr-So 8,50 Euro; Dinner: Mo-Do 13,50 Euro, Fr-So 13,90 Euro).

Barrierefreiheit:

Das Restaurant selbst ist ebenerdig und dürfte auch für einen Rollstuhl keine allzu großen Engstellen aufweisen. Die Toiletten des „Mu-Kii“ liegen allerdings im Keller. Es gibt aber eine Ausweichoption. Durch eine Glastür im Restaurant erreicht man den Flur eines Ärztehauses. Dort gibt es, über einen Aufzug erreichbar, eine behindertengerechte Toilette. Ungeschickt: Bei unserem Besuch steht vor der Glastür ein Tisch, der nur auf meine Nachfrage hin zur Seite geschoben wird.

Anfahrt und Parkplätze:

Parken am Phoenix-See ist ja bekanntlich so eine Sache. Parkplätze gibt es rund um die Hörder Burg zwar einige, je nachdem, wie gut der See besucht ist, werden sie aber schnell knapp. Eigene Stellplätze hat das „Mu-Kii“ nicht. Wer sich das Suchen sparen möchte, nimmt zum Beispiel die U 41 zum Bahnhof Hörde und läuft von dort aus zum See (dauert etwa zehn Minuten).

Netzstimmen:

Auf Facebook hat das „Mu-Kii“ über 260 Bewertungen (Stand 19. Juni) bei einem Durchschnitt von 4,6/5 Sternen. Ziemlich gut also. Vereinzelt beschweren sich Nutzer über Gerichte, die nicht zum Tisch gekommen sind oder unfreundlichen Service. Beides habe ich so ganz und gar nicht erlebt – im Gegenteil. Ein paar Nutzer merken auch an, dass es bei den Gerichten Qualitätsunterschiede gibt: Einige seien „hervorragend“, andere nur „durchschnittlich“. Bei Tripadvisor kommt das „Mu-Kii“ auf 4 von 5 Punkten bei über 40 Bewertungen (Stand 19. Juni). Kritik und Lob lauten ähnlich wie auf Facebook und decken sich auch mit meinen Erfahrungen.

Restaurant-Infos:

„Mu-Kii“, Am Kai 8, 44263 Dortmund, Reservierung und Info über die Website, unter Tel. (0231) 81 67 35 oder per E-Mail an dortmund@mu-kii.de.

Öffnungszeiten: täglich, Lunch von 12 - 15 Uhr (Küche bis 14.30 Uhr) und Dinner von 18 - 23.30 Uhr (Küche bis 23 Uhr).

Wie funktioniert der Restaurant-Check? Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants - als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freuden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.
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