Auf Dortmunds Spielstraßen geht es immer rücksichtsloser zu. Deshalb gibt es im September verstärkte Kontrollen des Ordnungsamts. Das sind die größten Probleme.

Schönau

, 10.08.2018, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund hat in dieser Woche „Sonderaktionen in Spielstraßen“ angekündigt. An einem noch nicht benannten Tag im September werden Mitarbeiter des Ordnungsamts in den „verkehrsberuhigten Bereichen“ unterwegs sein, die allgemein als Spielstraßen bezeichnet.

„Wir möchten mit dieser Aktion darauf hinweisen, dass es ein Problem gibt“, sagt Stadtpressesprecher Frank Bußmann. Denn die Zahl von Beschwerden über Verstöße in Spielstraßen sei steigend. Gemeldet werden insbesondere überhöhte Geschwindigkeit, unerlaubtes Parken und mangelnde Rücksichtnahme.

Ende 2017 hatte es schon einmal eine ähnliche Schwerpunktkontrolle gegeben. Damals war rund die Hälfte der 89 kontrollierten Fahrzeuge zu schnell unterwegs.

In Dortmund gibt es 170 Spielstraßen

170 solcher Straßen gibt es in Dortmund. Das Schild – Piktogramm-Papa und Piktogramm-Kind, die vor einem Haus und trotz eines nahenden Autos Fußball spielen – kennt jeder Autofahrer aus der Fahrschule. Die Regeln, die hier gelten, sind vielen offenbar weniger präsent.

In einem verkehrsberuhigten Bereich gelten diese Vorschriften:

  • Schrittgeschwindigkeit einhalten (4-7 km/h)
  • Parken nur auf markierten Flächen
  • Alle Verkehrsteilnehmer (Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger) sind gleichberechtigt und müssen aufeinander Rücksicht nehmen. Das bedeutet: Kinder dürfen die Fahrbahn zum Spielen nutzen, müssen aber auf den Verkehr achten
  • Verstöße können mit bis zu 75 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg geahndet werden.

Anwohner fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder - es gab schon einen Unfall

Anwohner solcher Straßen fürchten um ihre Sicherheit und um die ihrer Kinder. Beispielhaft zeigt sich dies an der Schönaustraße. Hier gibt es bereits seit über einem Jahr einen Zusammenschluss von Bürgern, die für besseren Schutz in ihrer Spielstraße streiten.

Diese entstand erst vor wenigen Jahren nach Umbau der nahen Emscher. Aus einer Tempo-30-Zone kommen Autofahrer hier auf ein Rondell zu. Hier leben viele Familien mit Kindern.

Probleme tauchen bei BVB-Heimspielen verstärkt auf

Auswärtige Autofahrer würden besonders rund um BVB-Heimspiele das blauweiße Schild übersehen und mit Tempo 30 bis 50 weiterfahren, so die Analyse der Schönauer. Andere, wie die Fahrer von Paketdiensten, würden das Schild ignorieren.

Bereits im Sommer 2017 stellten sie in der Bezirksvertretung eine Liste von „praktischen und wirtschaftlichen vertretbaren Vorschlägen“ vor. Darunter sind die Wünsche nach einem besser sichtbaren Schild und eine Markierung mit „7“ auf der Straße, vergleichbar mit den Piktogrammen in Tempo-30-Zonen. Eine solche Aufschrift gibt es an der Straße Am Tremoniapark in der westlichen Innenstadt.

Laut der Anwohner besteht eine „erhebliche Gefahr“. 2017 wurde ein Kind von einem Auto mit überhöhter Geschwindigkeit angefahren und blieb nur mit viel Glück nahezu unverletzt.

Das Ordnungsamt kontrolliert bald mehr in Spielstraßen

Dieses Pikotgramm mit dem Tempolimit von 7 km/h („Schrittgeschwindigkeit“) ist auf der Straße Am Tremoniapark zu sehen. © Felix Guth

Selbstgemaltes Piktogramm auf Spielstraße am Tremoniapark

Das städtische Tiefbauamt teilte den Anwohnern im Januar 2018 mit, dass keiner der Vorschläge umsetzbar sei. Der verkehrsberuhigte Bereich „sei gut erkennbar und beidseitig durch Beschilderung ausgewiesen“. Die allgemeinen Regeln müssten die „Verkehrsteilnehmer eigenverantwortlich beachten“. Das Piktogramm am Tremoniapark sei nicht vom Tiefbauamt aufgemalt worden.

Probleme wie an der Schönaustraße gibt es an vielen anderen Stellen in der Stadt. So berichten unter anderem Nachbarn der Westerbleichstraße in der Nordstadt davon, dass der verkehrsberuhigte Bereich dort dauerhaft missachtet werde.

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