Das plant Dortmund an Ladestellen für E-Autos

rnElektromobilität

Mittlerweile gibt es rund 180 Ladepunkte für Elektroautos im Dortmunder Stadtgebiet. Doch Dortmund rüstet weiter auf. Dabei bekommen Straßenlaternen eine ganz neue Bedeutung.

Dortmund

, 28.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ohne seine Schnelllade-Station am Betrieb würde der selbstständige Metallbauermeister Stephan Beimdick aus Hombruch mit seinem E-Smart nicht weit kommen. Dort kann er den Akku im Firmenwagen für eine Reichweite bis zu 130 Kilometern laden. „Ohne das wäre ich bei dieser Infrastruktur verloren“, sagt er.

Seit vier Jahren fährt er den E-Smart. 70.000 Kilometer hat das Auto bereits auf dem Tacho. „Das Auto ist perfekt, die Technik einwandfrei“, so Beimdick, doch ob Supermarkt- oder öffentliche Parkplätze – die Ladeinfrastruktur stecke in Dortmund noch „immer extrem in den Kinderschuhen.“

„Das endet in einem heillosen Chaos“

Kaufland habe zwar nachgerüstet, sagt Beimdick, doch bei der Metro gebe es keine Ladestation, ebenso wenig am Real-Markt im Indupark und nicht mal am neugebauten, modernen Aldi-Markt in Persebeck. Zwar habe sich die Situation seit dem Dieselskandal ein wenig verbessert, doch „wenn ganz viele E-Autos auf die Straße kommen, endet das in einem heillosen Chaos.“

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Aktuell fahren in Dortmund 503 reine Elektroautos (Stand 1.1.2019) gegenüber 186 vor zwei Jahren. Dazu kommen 1565 Hybridfahrzeuge (660 in 2017) mit Benzin- und Elektromotor, 151 (59) mit Diesel und Elektromotor sowie 484 (79) Plug-in-Hybrid-Benziner und 7 (1) Plug-in-Hybrid-Diesel. Die Stadt hat 687 E-Kennzeichen bis Anfang 2019 ausgegeben.

Parkplätze für E-Autos oft zugeparkt

Doch auch die Straßenschilder würden nicht den Anforderungen genügen, kritisiert Stephan Beimdick: „Auf den Parkplatzschildern mit E-Zeichen fehlt der Stecker. Die Leute parken dann die wenigen Ladeplätze, die es gibt, obendrein zu.“ Da nutze E-Auto-Fahrern das Privileg des kostenfreien Parkens während des Ladevorgangs gar nichts. Von solchen Ladestationen mit dem Schild „Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs frei“, gibt es in Dortmund 14.

Mittlerweile steht im Stadtgebiet eine Infrastruktur mit rund 180 Ladepunkten zur Verfügung, betrieben von RWE, DEW21 und Isor.eV. Dortmund habe damit den dichtesten Bestand an Ladesäulen in Deutschland und sei damit auch in Europa in einer führenden Position, heißt es auf der Homepage der Stadt.

Rund 180 Ladepunkte in Dortmund

Von diesen 180 Ladepunkten sind rund drei Viertel im öffentlich zugänglichen Raum, darunter vier Schnellladesäulen (CHAdeMO). Sie stehen am Flamingoweg 1, am Parkplatz Hauptbahnhof, am Rastplatz Lichtendorf-Süd und an der B1, Rheinlanddamm 99 (bei Goeke). Je bis zu vier Fahrzeuge können an diesen Ladesäulen gleichzeitig aufgeladen werden, davon zwei im Schnellladebetrieb.

Sie sind mit einem ChadeMO- (50 kW) oder CCS-Stecker (150 kW) zu benutzen. Der Ladevorgang läuft sechsmal schneller als im Normalbetrieb an AC-Ladepunkten. Bezahlt wird per Direct Payment über eine mobile Webseite und per Kreditkarte oder mittels Intercharge-QR-Code und externem Roaming. „Abgerechnet wird nach Kilowattstunde“, weiß Stephan Beimdick. Die Stadt hat auf ihrer Homepage eine Karte mit den Ladestationen in Dortmund veröffentlicht.

Straßenlaternen werden zu Ladesäulen

Die Stadt will den Weg in die Elektromobilität konsequent weiter beschreiten und 400 Straßenlaternen – vornehmlich im Kreuz-, Klink- und Kaiserstraßenviertel – zu Ladepunkten aufrüsten. Adressaten sind insbesondere Laternenparker, die keine Möglichkeit zum Laden eines E-Autos auf dem eigenen Grundstück haben. Darüber hinaus sollen rund 100 Ladepunkte im halb-öffentlichen und privaten Bereich entstehen. Gefördert wird das Pilotvorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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Möglicherweise ist es bald Vergangenheit, dass Stephan Beimdick in der zweiten Reihe parken muss, um mit seinem Stromkabel an die Ladestation zu kommen; denn dafür gab’s ein Knöllchen von der Polizei.

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