Das Restaurant im Haus Rodenberg steht vor dem Aus

Beliebter Biergarten

Schlechte Nachrichten aus Dortmunds Gastro-Szene: Einmal mehr droht dem Restaurant samt Biergarten im geschichtsträchtigen Haus Rodenberg in Aplerbeck die Pleite. Die Volkshochschule als Vermieter hat schon andere Pläne.

APLERBECK

, 03.03.2016, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Gastronomie im Haus Rodenberg könnte bald Geschichte sein.

Die Gastronomie im Haus Rodenberg könnte bald Geschichte sein.

Seit dem 28. Januar läuft nicht einmal drei Jahre nach dem Start des „Castello Rodenberg“ ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Der Betrieb geht zwar weiter, doch für das ehemalige Schloss scheint eine andere Zukunft vorgezeichnet – möglicherweise als Bürgerzentrum.

Schon im Jahr 2012 wollte die Volkshochschule (VHS), Besitzer des denkmalgeschützten Gebäudes, nach mehreren Pächterwechseln einen Schlussstrich unter die Restaurant-Geschichte im Erdgeschoss ziehen. Doch vor allem Oberbürgermeister Ullrich Sierau wünschte sich eine Fortsetzung der Gastronomie in dem Wasserschloss.

2500 Euro monatliche Kosten waren zuviel

Von knapp 30 Bewerbungen, von denen die meisten aufgrund notwendiger Investitionen schnell wieder absprangen, blieb am Ende die Familie Giampaolo übrig. „Sie konnte ein schlüssiges Konzept mit Mittagstisch und Biergarten-Betrieb vorweisen“, erinnert sich VHS-Direktor Heinz Bünger auf Nachfrage.

Der Pächter, der den Mietvertrag unterzeichnete, war Sohn Francesco Giampaolo. Er wäre nicht das erste Familienmitglied, das mit einer Insolvenz aus einem Gastronomie-Betrieb geht. 980 Euro Miete im Monat muss er für 251 Quadratmeter zahlen plus 1500 Euro Nebenkosten (der Mietvertrag liegt der Redaktion vor). Das ist offensichtlich aus den Erträgen nicht zu stemmen; denn schon länger hatten sich nach Informationen unserer Redaktion Zahlungsrückstände angehäuft.

Die Insellage ist ein Problem

Während sich die Gastronomie im Umfeld des Schlosses gut entwickle, sei die Insellage des Hauses selbst ein Problem, meint VHS-Direktor Bünger: „Die Wirtschaftlichkeit ist nur im Sommer mit dem Biergarten gegeben.“

Ob das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet wird und ob es Aussichten für eine Fortführung gibt, wird zurzeit im Auftrag des Amtsgerichts geprüft. Der vorläufige Insolvenzverwalter war trotz mehrmaliger Nachfrage für diese Redaktion nicht zu sprechen.

Wird das Schloss ein öffentliches Bürgerzentrum?

Sollte die Insolvenz vollzogen werden, hat Bünger bereits eine Vorstellung, wie es in dem Erdgeschoss des Gebäudes weitergehen könnte. Er werde der Stadtspitze vorschlagen, ein öffentliches Bürgerzentrum daraus zu machen.

Man könne die Lehrküche für die Volkshochschule dort unterbringen und die Räume am Wochenende als Bürgerzentrum der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Ein Ort des Feierns“ - gegen Miete, versteht sich. Mit dem Biergarten wäre es dann allerdings vorbei. „Schade“, meint der VHS-Direktor.

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