So viele Einzelkämpfer wie noch nie: „Das wird eine bunte Mischung“

rnBezirksvertretung Huckarde

In der Bezirksvertretung (BV) Huckarde waren in den vergangenen Jahren fünf Parteien vertreten. Künftig werden es acht sein. Darunter sind fünf Einzelkämpfer. Drei von ihnen sind Neulinge.

Huckarde

, 19.09.2020, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Alteingesessenen sprechen von einer „Zersplitterung“ der Bezirksvertretung (BV) Huckarde. Neben der Vorfreude auf frische Anregungen stehen die BV-Urgesteine der Vielzahl an „Einzelkämpfern“ eher skeptisch gegenüber.

Schließlich hat sich die Zahl der vertretenen Parteien nach der Kommunalwahl am Sonntag (13.9.) fast verdoppelt. Fünf von ihnen können als Einzelvertreter keine eigene Fraktion bilden. Die Linke, die FDP, Die Partei, das Bündnis für Vielfalt und Toleranz (BVT) sowie Die Rechte haben je einen Sitz.

Unter ihnen sind drei BV-Neulinge: Nils Kalweit (FDP), Erol Bagci (BVT) und Simon Grimm (Die Partei) sitzen erstmals in der Bezirksvertretung Huckarde. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich Teil der BV bin“, sagt Nils Kalweit. „Die FDP ist damit jetzt in fast allen Bezirksvertretungen vertreten.“

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Neulinge freuen sich auf die Zusammenarbeit

Der Ingenieur für Energietechnik lebt seit 1973 im Ortsteil Rahm. Er freue sich, sein Engagement für den Stadtbezirk Huckarde nun intensivieren zu können, so Nils Kalweit. Ein Thema möchte er dabei mit als erstes angehen: „Der Parkplatz am Wischlinger Weg war zuletzt viel in der Diskussion“, sagt er. „Meiner Meinung nach sollte dort ein Park&Ride-Parkplatz entstehen, den alle nutzen können, nicht nur Gäste des Revierparks.“

Nils Kalweit wird in den kommenden fünf Jahren die FDP in Huckarde vertreten.

Nils Kalweit wird in den kommenden fünf Jahren die FDP in Huckarde vertreten. © Frank Fliessner

Der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Parteimitgliedern blickt er optimistisch entgegen. „Das wird eine bunte Mischung“, sagt Nils Kalweit.

Auch Erol Bagci macht sich keine Gedanken, mit seinen Ideen allein auf weiter Flur zu sein. „Ich war lange Mitglied des SPD-Ortsvereins in Kirchlinde“, erklärt der Kraft- und Taxifahrer. „Dadurch kenne ich auch einige Bezirksvertreter. Ich glaube also, dass eine Zusammenarbeit gut funktionieren kann. Aber komplett umkrempeln werde ich hier nichts, da bin ich realistisch.“

Erol Bagci vertritt das Bündnis für Vielfalt und Toleranz in der Bezirksvertretung Huckarde.

Erol Bagci vertritt das Bündnis für Vielfalt und Toleranz in der Bezirksvertretung Huckarde. © Privat

Arbeit als Taxifahrer ist hilfreich

Allerdings habe er einen entscheidenden Vorteil: Bei seiner gelegentlichen Arbeit als Taxifahrer komme er mit den Fahrgästen ins Gespräch und erfahre so oft aus erster Hand, wo im Stadtbezirk der Schuh drückt.

Seinen Schwerpunkt möchte der Kirchlinder zunächst auf den Verkehr legen. „Speziell vor Kitas und Schulen fehlen meiner Meinung nach Überwege“, erklärt er.

Auch Simon Grimm möchte das Thema Verkehr in den kommenden fünf Jahren angehen. „Ich denke ich vertrete viele derjenigen, die der ideenlosen Politik des Weitermachens überdrüssig sind“, sagt er. „Was hat Dortmund schon groß zu verlieren, wenn wir hier zum Beispiel mal mutige Verkehrskonzepte ausprobieren?“

Der Kneipenwirt und Konzertveranstalter wünscht sich, dass die Lärmbelastung der Straßen verringert wird. „Und wer weiß, vielleicht schauen dann andere Städte oder Stadtteile auch mal nach Dortmund“, sagt Simon Grimm, der im Bereich des Hafens wohnt. Zudem möchte er sich für bezahlbaren Wohnraum im Stadtbezirk einsetzen.

Ingo Meyer saß bereits in den vergangenen Jahren für Die Linke in der Bezirksvertretung Huckarde. In den kommenden fünf Jahren wird er das allerdings alleine tun.

Ingo Meyer saß bereits in den vergangenen Jahren für Die Linke in der Bezirksvertretung Huckarde. In den kommenden fünf Jahren wird er das allerdings alleine tun. © Archiv

Ein Vorhaben, das auch Ingo Meyer unterstützt, der zwar kein BV-Neuling ist, aber künftig nur noch alleine für Die Linke eintreten wird. „Es ist bedauerlich, dass wir damit den Fraktions-Status verloren haben“, sagt Meyer. „Es wird Zeit, dass wir in der Öffentlichkeit wieder als Partei für die kleinen Leute, die Sorgen ernst nimmt und sich kümmert, wahrgenommen werden.“

Er wolle sich deshalb um eine bessere Außenwirkung der Linken bemühen. Weiterhin eine klare Kante gegen Rechts zu zeigen, sei ihm dabei besonders wichtig. „Das hohe Wahlergebnis ist ein schlimmes Signal für den Stadtbezirk“, sagt er.

Einzelkämpfer lassen sich nicht in die Karten gucken

Bei aller Offenheit lassen sich die BV-Einzelkämpfer nicht in die Karten gucken, wem sie bei der Bezirksbürgermeister-Wahl ihre Stimme geben. Nur eines ist klar: Ohne Hilfe schaffen es weder Harald Hudy (SPD) noch Peter Spineux (CDU) an die Spitze.

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