Das sind die Positionen der fünf Kandidaten bei der Europa-Debatte der IHK

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Europapolitik ist kompliziert - muss sie aber eigentlich nicht sein. Wir haben die Position der fünf Debatten-Kandidaten vom Mittwoch in je drei Stichpunkten zusammengefasst.

Dortmund

, 11.04.2019, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Einladung der Auslandsgesellschaft haben am Mittwochabend fünf Kandidaten für die Wahl zum Europäischen Parlament (EP) vor Publikum diskutiert. Die Positionen der Debatten-Teilnehmer* zusammengefasst in Stichpunkten:

Dr. Annette Littmann (Platz 12 der CDU-Landesliste in NRW)

Dr. Annette Littmann

Dr. Annette Littmann © Bastian Pietsch

Starkes Zitat: „Es geht darum das Europäische Projekt klug weiterzuentwickeln.“

  • Entscheidungen, die Staaten genauso gut selbst treffen können wie die EU, sollten nicht auf der europäischen Ebene getroffen werden.
  • Eine gemeinsame Sozial- und Finanzpolitik würde zu einer zu großen Umverteilung zum Schaden Deutschlands führen.
  • Verteidigungs- und Sicherheitspolitik sollte stärker auf der europäischen Ebene geregelt werden.

Prof. Dr. Dietmar Köster (Platz 8 der SPD-Bundesliste)

Prof. Dr. Dietmar Köster

Prof. Dr. Dietmar Köster © Bastian Pietsch

Starkes Zitat: „Die EU steht vor der größten Herausforderung ihrer Existenz“

  • Das Friedensprojekt EU ist durch das Erstarken national orientierter Parteien gefährdet.
  • Die EU muss eine gemeinsame Sozial-, Finanz- und Wirtschaftspolitik entwickeln.
  • Nur als gemeinsamer Block können die europäischen Staaten gegen die anderen Weltmächte bestehen.

Michael Kauch (Platz 8 der FDP-Bundesliste)

Michael Kauch

Michael Kauch © Bastian Pietsch

Starkes Zitat: „Wir brauchen Europa als starke Stimme für Menschenrechte in der Welt.“

  • Eine europäische Arbeitslosenversicherung wäre eine Umverteilung zu Lasten der deutschen Arbeitnehmer und Unternehmen.
  • Die Mitgliedsstaaten finanzieren ihre Sozialsysteme extrem unterschiedlich, daher ist eine gemeinsame Sozial- und Finanzpolitik nicht sinnvoll.
  • Die EU muss mit einer gemeinsamen Stimme nach außen auftreten, zum Beispiel bei der Frage nach Waffenexporten.

Nadine Milde (Platz 34 der Grünen-Bundesliste)

Nadine Milde

Nadine Milde © Bastian Pietsch

Starkes Zitat: „In einer globalisierten Welt lösen wir Probleme am besten gemeinsam und nicht in nationalen Egoismen.“

  • Die EU ist mehr als nur ein Währungs- und Handelsraum. Sie muss sozial, gerecht und ökologisch nachhaltig werden.
  • Eine Bündelung von weiteren Kompetenzen auf europäischer Ebene schafft Synergien und baut Bürokratie ab.
  • Wenn die EU verbindliche Regeln für nachhaltige Produktion festlegt, hat das Strahlkraft und fördert Unternehmen, die bereits so produzieren.

Murat Yilmaz (Platz 10 der Linken-Bundesliste)

Murat Yilmaz

Murat Yilmaz © Bastian Pietsch

Starkes Zitat: „Wir wollen, dass die EU nicht nur den Profitinteressen von Konzernen dient, sondern allen Menschen.“

  • Alle EU-Staaten sollten 60 Prozent ihres mittleren Gehaltes als Mindestlohn festlegen.
  • Investitionen in Verteidigungspolitik müssen hinterfragt und Waffenexporte in Krisenregionen gestoppt werden.
  • Entscheidungen sollten öfter direktdemokratisch getroffen werden.
* Die AfD ist laut Auslandsgesellschaft mehrfach zu der Podiumsdiskussion eingeladen worden, hat auf die Einladung jedoch nicht reagiert.
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