Das Spirit kehrt zurück - Disko macht wieder auf

Dortmunder Nachtleben

Eine Legende des Dortmunder Nachtlebens kehrt überraschend zurück: Das Spirit im Brückstraßenviertel macht am zweiten September-Wochenende wieder auf. Eigentlich hatte sich die Kult-Disko vor knapp fünf Wochen für immer verabschiedet. Doch dann kamen mehrere unerwartete Entwicklungen zusammen.

DORTMUND

, 16.08.2017, 18:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Spirit kehrt zurück - Disko macht wieder auf

Das Spirit öffnet wieder.

Es war eine Mega-Party zum Abschied – mit allem, was dazugehört, wenn sich eine Kult-Disko nach 30 Jahren verabschiedet. Rock’n’Roll, bis es längst wieder hell war und die ganz großen Gefühle gab’s vor knapp fünf Wochen, als die Dortmunder schweren Herzens bei der allerletzen Party dem Spirit Lebewohl gesagt haben. Eine Zukunft der Disko in dieser Form schien ausgeschlossen. Bis jetzt. Denn seit Mittwochnachmittag steht fest: Das Spirit kehrt, mit leicht geändertem Konzept, im September an gleicher Stelle zurück.

Dass diese Pause nur so kurz sein würde, dass es überhaupt weitergehen könnte, das habe sich alles erst ergeben, als die Nachricht von der Spirit-Schließung schon raus war, sagt Geschäftsführerin Sarah Plat, die die Disko im Juli 2016 übernommen hat. Mehrfach betont sie, dass das alles so nicht von Anfang an geplant gewesen sei, dass es sich nicht um eine PR-Aktion handele.

Das Spirit lag wirtschaftlich am Boden

Das Spirit, das vor 30 Jahren im Brückstraßenviertel eröffnet hat, lag Ende Juni wirtschaftlich am Boden. In den vergangenen zwei Jahren habe es einen enormen Besucherrückgang gegeben, Einnahmen fehlten, die Rücklagen waren aufgebraucht. „Wir standen kurz davor, zahlungsunfähig zu sein“, sagt Sarah Plat. Der Entschluss, die Disko zu schließen, sei unumgänglich gewesen – trotz des großen Aufschreis, der danach folgte.

Schon im Juni deutete Plat aber an, dass es mit einem neuen Konzept weitergehen könnte. Sie stand, wie sie gestern erklärte, zu der Zeit schon in Gesprächen mit einem Gastronomen, der unter gleicher Führung, aber mit einem ganz neuen Konzept einen neuen Club eröffnen wollte. Nach der Schließung sollten die Renovierungsarbeiten beginnen.

Für diesen neuen Club sollten die Brauerei Carlsberg und der Getränkegroßhändler Hartmann mit ins Boot geholt werden. Es gab Gespräche und Bedenkzeit für die beiden Investoren. Kurz vor der Abschiedsparty, sagt Sarah Plat, hätten Carlsberg und Hartmann ihre Zusage für eine Zusammenarbeit gegeben. Unter einer Voraussetzung: Das Spirit soll in der bekannten Form erhalten bleiben. „Wir konnten unser Glück kaum fassen“, sagt Sarah Plat.

Zusage kurz vor der Abschiedsparty

Das Problem: Vor der Abschiedsparty sei die Zusammenarbeit noch nicht rechtskräftig gewesen, sagt Plat. Der Mietvertrag musste verlängert, der Vertrag mit der alten Brauerei aufgehoben werden, dem anderen Gastronomen und seinem Konzept abgesagt werden. Erst seit der vergangenen Woche sei alles in trockenen Tüchern.

Und seither laufen die Renovierungsarbeiten, die schon nach der Abschiedsparty begonnen haben, auf vollen Touren. Das Spirit ist aktuell eine Großbaustelle, Wände sind eingerissen, Möbel rausgerissen, hinter der alten Zapfanlage wurde bei den Bauarbeiten sogar ein Raum mit einer Toilette gefunden, von dem niemand etwas gewusst hat.

„Es wird nichts mehr so aussehen wie vorher“, sagt Sarah Plat. „Die Renovierungsarbeiten waren auch dringend nötig.“ Ein neues DJ-Pult wird eingebaut, eine neue Anlage, teilweise eine neue Theke – und vor allem: neue Toiletten.

Weniger Metal-Musik

Aber: Nicht nur optisch soll das Spirit ein neues Bild abgeben, sondern auch inhaltlich. Es soll ein richtiger Neuanfang werden. Die Abschiedsparty habe also durchaus ihre Berechtigung gehabt. „Das Spirit, so wie es war, wird es definitiv nicht mehr geben“, sagt Sarah Plat. Schließlich muss dem Grundproblem, dass zu zuletzt zu wenig Gäste kamen, entgegengewirkt werden. „Wir wollen eine breitere Zielgruppe ansprechen“, sagt Plat.

Der Samstag mit DJ Mimmi bleibt. Freitags legt ab der Wiedereröffnung Martin Zyborn einen Mix aus Hip-Hop, Rock, Pop und Metal auf. Eine ähnliche, etwas ruhigere Mischung serviert Mimmi mittwochs. Insgesamt soll’s musikalisch weniger metal-lastig werden. Und einmal im Monat sollen bald freitags Live-Bands auftreten.

Die Wiedereröffnung ist für das zweite Septemberwochenende geplant, wenn die Bauarbeiten und Genehmigungen bis dahin durch sind. Die Öffnungszeiten bleiben: Mittwochs, freitags und samstags ab 23 Uhr. 

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