Das Traditionsunternehmen Bestattungen Lategahn feiert im Mai seinen 125. Geburtstag

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Bestattungen Lategahn ist seit 125 Jahren ein fester Teil von Hörde. An der Hochofenstraße feiert das Unternehmen am 25. Mai Geburtstag. Angefangen hat die Geschichte mit „Meister Blitz“.

Hörde

, 21.05.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Susanne Lategahn hat den schönsten Beruf der Welt. Das sagt sie selbst über ihren Job. „Ich habe es mit Menschen in Ausnahmesituationen zu tun. Wir sind Dienstleister und versuchen mit den Hinterbliebenen herauszufinden, was am besten für sie und auch für den Verstorbenen ist“, sagt sie.

Als „Meister Blitz“ kannten die Hörder den Gründer des Unternehmens

Susanne Lategahn ist seit 25 Jahren Teil des Bestattungsunternehmens. Zusammen mit ihrem Mann Bernd Lategahn leitet sie den Betrieb, der am 25. Mai (Samstag) seinen 125. Geburtstag an der Hochofenstraße in Hörde feiert. Hier hat 1894 alles angefangen. Mit einer winzigen Zeitungsanzeige von Karl Lategahn. Oder „Meister Blitz“, wie er früher in Hörde genannt wurde. „Weil er mit dem Auto immer so schnell um die Kurven gefahren ist“, sagt Susanne Lategahn mit einem Lachen.

Damals hörte sich Werbung noch etwas anders an: „Den geehrten Einwohnern von Hörde und Umgebung zeige ich ergebenst an, dass ich in hiesiger Stadt eine Bau- und Möbelschreinerei verbunden mit Sargmagazin eröffnet habe. Durch Erfahrungen des In- und Auslandes bin ich in den Stand gesetzt, allen Anforderungen gerecht zu werden und bitte um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll, Karl Lategahn.“ Mit diesen Sätzen fing die Geschichte des Unternehmens an.

Der Stammsitz ist der selbe, Weltkriegszerstörung zum Trotz

Das Stammhaus befindet sich noch immer an derselben Stelle, heute mit der Anschrift Hochofenstraße 12, selbst eine Zerstörung im Weltkrieg änderte nichts daran. Das Unternehmen hat sich verändert, ebenso wie der Stadtteil Hörde. Früher war das Werkstor für Phoenix-West direkt vor der Haustür. Und Lategahn ist auch kein Schreinerbetrieb mehr.

Das Traditionsunternehmen Bestattungen Lategahn feiert im Mai seinen 125. Geburtstag

Ein Teil des Teams von Bestattungen Lategahn. © Rüdiger Barz

„Vor 25 Jahren haben wir die Schreinerei aufgegeben“, sagt Susanne Lategahn. Man könne nur eins richtig gut machen, hat Bernd, der Nachfahre von Karl Lategahn und ehemals jüngster Schreinermeister Nordrhein-Westfalens, damals gesagt. Übernommen hatte er das Unternehmen 1971. Die Abkoppelung von der Schreinerei zeigt auch den Wandel. Denn mittlerweile bietet Bestattungen Lategahn nicht mehr nur Sargverkauf und alles rund um Bestattungen an, sondern auch ein Kolumbarium und eine Trauerhalle, Vorsorgebetreuung, Thanatopraxie (die Kunst, den Körper nach dem Tod so zu erhalten, dass Angehörige Abschied nehmen können), Trauerbegleitung und ein Trauercafé. „Es geht immer um das Leben“, sagt Susanne Lategahn.

Das Trauercafé hilft jede Woche Dutzenden Menschen

Sie ist über die Liebe zu ihrem Mann zur Bestattung gekommen, wie sie erzählt. Vorher hatte sie einige Semester Jura studiert, danach im Einkauf für ein großes Unternehmen gearbeitet. In dieser Zeit war sie viel im Ausland unterwegs. Dann kamen ihr Mann und das Unternehmen. „Je mehr ich in die Themen involviert war, desto interessanter wurde es“, sagt Susanne Lategahn. Mittlerweile ist sie universitäts-zertifizierte Trauerbegleiterin und Trauerrednerin sowie Diplom-Entspannungspädagogin.

Das Traditionsunternehmen Bestattungen Lategahn feiert im Mai seinen 125. Geburtstag

Mit dieser Anzeige fing 1894 die Geschichte von Bestattungen Lategahn an. Ein vergrößerter Auszug steht im Schaufenster an der Hochofenstraße. © Rüdiger Barz

Als ihr aufgefallen war, dass es kaum Begleitung für Trauernde gab, war das der Grund, das Trauercafé zu eröffnen. „Wir haben vor etwa 20 Jahren mit drei Besuchern angefangen“, sagt Susanne Lategahn. „Mittlerweile sind es immer 30 bis 40 Menschen, die zu uns kommen.“ Zu dritt begleiten Lategahn und ihre Mitarbeiter Menschen, die trauern und mit anderen darüber sprechen wollen. Diese „Offene Gesprächsrunde für Trauernde“ findet im wöchentlichen Wechsel an der Hochofenstraße und am Standort in Schwerte, wo Lategahn seit mehr als 60 Jahren ist, statt.

Die Zukunft von Bestattungen Lategahn ist auch für die Zeit nach dem 125. Geburtstag gesichert. „Unser jüngerer Sohn wird im Herbst in die Firma eintreten“, sagt Bestattermeister Bernd Lategahn. Fest steht für das Ehepaar: „Einen Komplett-Ruhestand können wir uns noch nicht vorstellen.“

Drei Tage

Nicht nur in Hörde, auch in Schwerte wird gefeiert

  • Die Geburtstagsfeier beginnt mit einem Konzert des Hörder Gospelchors „Um Himmels Willen“ am Freitag, 24. Mai, um 19 Uhr im Café Begegnung, Hochofenstraße 16.
  • Am Samstag, 25. Mai, öffnet Bestattungen Lategahn ab 14 Uhr das gesamte Haus zu einem Tag der offenen Tür in Hörde.
  • Am Sonntag, 26. Mai, geht es weiter am zweiten Standort in Schwerte, Rathausstraße 14a, ebenfalls ab 14 Uhr. „Nicht vergessen“, heißt es auf der Homepage: „Erst zur Europawahl, dann zu Lategahn!“
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