Das verdienen die Theater- und Konzert-Chefs in Dortmund

rnBeteiligungsbericht

Von wegen brotlose Kunst – wer es in die Geschäftsführung von Theater, Oper, Ballett und Konzerthaus schafft, gehört zu den Gutverdienern. Das sind die Zahlen – mit einer Überraschung.

Dortmund

, 26.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kulturschaffende der 1. Riege verdienen bei der Stadt Dortmund zwar nicht so viel wie die Manager der größten und wichtigsten Unternehmen im Konzern Stadt, doch ist auch ihre Arbeit keine brotlose Kunst. Was für Theater- und Konzerthausintendant, für Ballett- und Schauspielchef an Vergütung im Jahr herausspringt, ist im jährlichen Beteiligungsbericht der Stadt nachzulesen. Die Ausgabe für 2018/2019 liegt seit Kurzem auf dem Tisch.

Jetzt lesen

Auf insgesamt knapp 1,1 Millionen Euro summieren sich die Bezüge der Geschäftsleitung des Theaters Dortmund. Spitzenreiter in der Spielzeit 2017/2018 (1. August bis 31. Juli) war Opernintendant Jens-Daniel Herzog, der 221.000 Euro (immer inklusive sonstiger Vergütungen) verdiente. Zum Ende der Spielzeit hat Herzog Dortmund verlassen. Zu seinem Nachfolger ab 1. August 2018 wurde Heribert Germeshausen bestellt.

Siebenköpfige Geschäftsleitung

Zur Geschäftsleitung gehört auch Generalmusikdirektor Gabriel Feltz. Er bezog 203.000 Euro Gehalt. Ballettchef Xin Peng Wang, ein Mann mit Weltruf, verdiente 160.000 Euro.

Das verdienen die Theater- und Konzert-Chefs in Dortmund

Bei der Vergütung an zweiter Stelle: Dortmunds Generalmusikdirektor Gabriel Feltz. © Marcel Urlaub

Der Direktor des Kinder- und Jugendtheaters, Andreas Gruhn, ging mit 136.000 Euro nach Hause und bekam damit mehr als Schauspielchef Kay Voges mit 130.000 Euro. Voges’ Nachfolge als Schauspielintendant tritt zur Beginn der Spielzeit 2020/2021 Julia Wissert an.

Das verdienen die Theater- und Konzert-Chefs in Dortmund

Mitglieder der Geschäftsfürung des Theater Dortmund: (v.l.) Schauspielchef Kay Voges, Ballettdirektor Xin Peng Wang, der geschäftsführende Direktor Tobias Ehinger, der Direktor des Kinder- und Jugendtheaters Andreas Gruhn und Heribert Germeshausen, als Intendant der Oper Nachfolger von Jens-Daniel Herzog. © dpa

Tobias Ehinger, seit 1. Oktober 2017 geschäftsführender Direktor, erhielt für zehn Monate 113.000 Euro. Bis zum 30. September war noch Bettina Pesch geschäftsführende Direktorin. Sie ging mit 56.000 Euro aus der angebrochenen Spielzeit. Als Verwaltungsdirektor in der siebenköpfigen Geschäftsleitung erhielt Martin Lizan 73.000 Euro.

Nur bei den Konzerten stieg die Auslastung

Das Theater Dortmund beschäftigte in der zurückliegenden Spielzeit 545 Mitarbeiter. Die Auslastung – inklusive Sonderveranstaltungen und Gastspiele – sank gegenüber dem Vorjahr beim Musiktheater auf 73,7 Prozent (-2), beim Schauspiel auf 63 Prozent (-20,8) und beim Ballett auf 73,3 Prozent (-2,7). Allein bei den Konzerten stieg die Auslastung auf 78 Prozent (+3).

Beim Konzerthaus in der Brückstraße war in der Spielzeit 2017/2018 noch Benedikt Stampa Geschäftsführer und Intendant. Er bekam ein Jahressalär von 201.500 Euro. Die Zahl der Veranstaltungen (217, darunter 119 Fremdveranstaltungen) konnte Stampa ebenso steigern wie die Zahl der Besucher (190.000). Benedikt Stampa ist nach Baden-Baden gewechselt, zum 15. September 2018 wurde Dr. Raphael von Hoensbroech sein Nachfolger.

Das verdienen die Theater- und Konzert-Chefs in Dortmund

Der ehemalige Konzerthausintendant Benedikt Stampa konnte die Besucherzahlen steigern. © Peyman Azhari

Lesen Sie jetzt