Das Westfalenstadion war 2001 Schauplatz der knappsten WM-Qualifikation aller Zeiten

rnDortmunder WM-Geschichten

Die deutsche Nationalmannschaft ist noch nie an der sportlichen Qualifikation zur Fußball-WM gescheitert. Einmal wurde es aber knapp. Die Entscheidung fiel 2001 im Westfalenstadion.

Dortmund

, 22.06.2018 / Lesedauer: 2 min

Sich in das Leid der holländischen oder italienischen Fußballfans hineinzuversetzen, dürfte den deutschen dieser Tage schwerfallen. Fans der deutschen Nationalmannschaft wissen einfach nicht, wie es sich anfühlt, bei einer Weltmeisterschaft nicht mitfiebern zu können.

Auch wenn der Vorrundenstart der Mannschaft in diesem Jahr etwas unrühmlich ausfiel, von vornherein nicht dabei war die deutsche Auswahl nur zweimal: Bei der ersten WM 1930 in Uruguay verzichtete der DFB freiwillig, weil er die hohen Anreisekosten scheute und die Freistellung der Spieler von ihren Arbeitgebern Probleme machte. 1950, bei der WM in Brasilien, war Deutschland in Folge des Zweiten Weltkriegs noch nicht wieder zugelassen. An der sportlichen Qualifikation ist die Nationalmannschaft aber noch nie gescheitert. Einmal wurde es aber knapp.

Im Angesicht des sportlichen Supergau

Der Weg zur WM 2002 in Japan und Südkorea führte das deutsche Team über zwei Relegationsspiele gegen die Ukraine, nachdem es in der Gruppenphase nur zum zweiten Platz hinter England und damit nicht zur direkten Qualifikation gereicht hatte. Das Undenkbare drohte also wahr zu werden, zumal beim Hinspiel in Kiew auch nur ein glückliches 1:1 heraussprang.

Vereint in der Sorge vor dem sportlichen Supergau pilgerten am 14. November 2001 rund 52.000 Zuschauer ins Dortmunder Westfalenstadion und bildeten schon weit vor dem Anpfiff eine stimmgewaltige Kulisse, wie man sie selten zuvor bei einem Länderspiel erlebt hatte. Der Spielverlauf tat sein Übriges. Durch Tore von Ballack, Neuville und Rehmer führte das euphorisierte Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler bereits nach 15 Minuten mit 3:0. Vergessen waren plötzlich die Länderspielauftritte der jüngeren Vergangenheit, in denen sich die Nationalspieler Meriten als „Rumpelfußballer“ verdient hatten. Am Ende stand es nach einer grandiosen Leistung 4:1. Auf die Qualifikation in letzter Sekunde folgte mit dem Erringen der Vizeweltmeisterschaft eine unerwartet erfolgreiche WM.

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