Günna ist ein Dortmunder Original. © Dieter Menne
Glosse: Wenn Sie Günna fragen...

Dat erste Mal widda im Stadion

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Thema heute: Stadionbesuch und Kulturlandschaft.

Hömma, Fritz, heute geh ich dat erste Mal widda ins Stadion und ich muss wirklich sagen dat ich trotz aller Vorfreude abba auch irgendwie noch ein mulmiges Gefühl im Bauch hab.

Es iss ja jetz schonne gefühlte Ewichkeit her dat die Borussia im Tempel voll ausverkauft und vor kompletter Kapelle angetreten iss abba inzwischen hat sich die Welt drastisch verändert und nich nur der lange Stadion-Entzuch hat Spuren hinterlassen. Viele würde ja vielleicht auch gerne ma widda live dabei sein abba irgendwie iss die Sofa-Anziehungskraft am Wochenende viel stärker und man kommt nich inne Gänge.

Iss ja auch nich verkehrt denn viele ham die langen Monate im angeordneten StayAtHome-Modus für andere Zwecke genutzt und in ihre eigenen 4 Wände nich nur ständich auffe Möbel aufgepasst. Ein Kumpel erzählte mir zum Beispiel dat er in seinem Haus ne Frau kennengelernt hätte die behauptete dat sie mit ihm verheiratet wär und er hätt sie warum auch imma vorher gar nich so richtich wahrgenommen abba inzwischen fänd er die richtich nett und würd jetz viel lieber die Zeit mit ihr verbringen.

Freie Plätze wegen Hygiene-Dingsbums

Viele andere Leute gehn vielleicht noch nich widda vorde Tür weil sie durche „Infektionschutzmassnahmenverordnungen“ noch davon abgehalten werden und warten erst noch darauf dat alles widda etwas einfacher wird mitti ganzen Regelungen. Dieser komplizierte Hygiene-Dingsbums überall hat ja auch ne derbe Kerbe inne ganze Kulturlandschaft geschlagen denn da bleiben genau wie im Stadion noch unheimlich viele Plätze frei obwohl du ja da mitten paar Schutzbedingungen längst widda hingehn kannz.

Komischerweise sind die Flugzeuge für Urlaub alle rappelvoll gewesen während im Kinno odda Theater und Museum teilweise gähnende Leere statt staunende Gesichter noch der Alltach iss. Auch unsere Zitty iss „unterbesucht“ wie man dat inne Fachsprache nennt weil dat etwas angenehmer klingt als menschenleer und man sacht ja jetzt auch lieber dat man „Chillt“ odda „Bewegungsökonomisches Couching“ macht statt faul aum Sofa zu liegen.

Abba selbs unsere allergrössten Stubenhocker müssen sich irgendwann ma widda auswildern und den Weg zurück innen normaleres Leben finden denn wir brauchen Orte an denen wir uns wenigstens am Wochenende anders erleben als immer nur im coronischen Energiesparmodus zu Hause in „Costa del Sofa“.

Hömma, Fritz, vielleicht kuckt die Angst heute noch ein bisken mit abba wichtich iss für mich dat ich wat änder: Hoch vom Sofa. Auf ins Wochenende. Ab im Stadion. Prost. Fortsetzung folgt.