Demo für Karstadt und Kaufhof: Forderung nach Rettungsschirm für Kaufhäuser

rnDemo für Karstadt und Kaufhof

250 Menschen demonstrierten in Dortmund für den Erhalt der Warenhäuser von Karstadt und Kaufhof - mit harschen Worten. Eine konkrete Idee wurde ins Spiel gebracht.

Dortmund

, 26.06.2020, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“ Es ist kurz nach 14 Uhr am Freitagmittag (26.6.), als der Zug der Betriebsräte, vom FZW kommend, den Westenhellweg erreicht. Rund 50 Arbeitnehmer-Vertreter aus mehr als 20 Karstadt/Kaufhof-Filialen in NRW sind zur Demo aufgebrochen, um in Dortmund ein deutliches Zeichen gegen die Schließungspläne der NRW-Warenhäuser zu setzen.

Am Kaufhof-Gebäude machen die ersten Halt. Noch im April sei zugesagt worden, es werde keinen Kahlschlag geben, ruft Elke Zimmer (Verdi) ins Mikro. Jetzt sollen allein in NRW mehr als 20 Häuser (inklusive der Sporthäuser) geschlossen werden. „Wenn das kein Kahlschlag ist, was sonst?“

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Jahrelang habe sich das Management „die Taschen vollgemacht, und die Beschäftigten sollen es ausbaden!“, ruft die Verdi-Sekretärin und erntet ersten Applaus. Sie fordert ein „Zukunftskonzept für die Warenhäuser“ und ruft die Dortmunder Bürger zu Solidarität auf.

Kirche erinnert an „guten Ruf der sozialen Marktwirtschaft“

Einige Passanten bleiben stehen, die meisten eilen vorbei. Die erste Solidaritäts-Bekundung bei der Demo kommt von Michael Vogt, stellvertretender Dechant der katholischen Stadtkirche. Mit gemäßigten, aber eindringlichen Worten appelliert er an die Verantwortlichen, „den guten Ruf der sozialen Marktwirtschaft“ zu wahren und sich am Gemeinwohl zu orientieren. „Ich hoffe, dass wir die Schließung abwenden können.“ Das hofft auch der DGB, der eine Resolution einbringt, in der er „einen soliden Sanierungsplan“ fordert.

Video
Demo auf dem Dortmunder Westenhellweg: Protest für den Erhalt von Galeria Karstadt Kaufhof

Ähnliches hört man vor dem Karstadt-Gebäude am Westenhellweg und später am Hansaplatz, wo die Demo nach gut einer Stunde endet. Auch der Evangelische Kirchenkreis, vertreten durch Pfarrer Friedrich Stiller, sichert Solidarität zu. Stiller fragt, ob bei der Entscheidung eigentlich der Mensch im Mittelpunkt stehe oder ob es eher um Einzelinteressen gehe. Kritik äußert er auch an der Informationspolitik gegenüber den Städten: „Der Anfang eines fairen Umgangs ist, dass man informiert.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Bilder von der Demonstration gegen Kaufhausschließungen in der City

Am Freitag (26.6.) haben rund 150 Menschen in der Innenstadt gegen die geplanten Schließungen der zwei Kaufhäuser von Galeria Karstadt Kaufhof am Westenhellweg und des Karstadt Sporthauses am Alten Markt demonstriert. Dabei dem Demonstrationszug schlossen sich nicht nur Beschäftigte an.
26.06.2020
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Am Freitag (26. Juni) haben rund 150 Menschen in der City gegen die Schließung der Kaufhäuser Karstadt, Kaufhof und Karstadt Sport demonstriert. © Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung. © Schaper
Die Demonstration begann am FZW. Danach zogen die Demonstranten durch die City und bildeten eine Menschenkette.© Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung.
© Schaper
Die Demonstration begann am FZW. Danach zogen die Demonstranten durch die City und bildeten eine Menschenkette.© Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung. © Schaper
Die Demonstration begann am FZW. Danach zogen die Demonstranten durch die City und bildeten eine Menschenkette.© Schaper
Am Freitag (26. Juni) haben rund 150 Menschen in der City gegen die Schließung der Kaufhäuser Karstadt, Kaufhof und Karstadt Sport demonstriert. © Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Die Demonstration begann am FZW. Danach zogen die Demonstranten durch die City und bildeten eine Menschenkette.© Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung. © Schaper
Am Freitag (26. Juni) haben rund 150 Menschen in der City gegen die Schließung der Kaufhäuser Karstadt, Kaufhof und Karstadt Sport demonstriert. © Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung. © Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Am Freitag (26. Juni) haben rund 150 Menschen in der City gegen die Schließung der Kaufhäuser Karstadt, Kaufhof und Karstadt Sport demonstriert. © Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Die Demonstration begann am FZW. Danach zogen die Demonstranten durch die City und bildeten eine Menschenkette.© Schaper
Am Freitag (26. Juni) haben rund 150 Menschen in der City gegen die Schließung der Kaufhäuser Karstadt, Kaufhof und Karstadt Sport demonstriert. © Schaper
Die Demonstration begann am FZW. Danach zogen die Demonstranten durch die City und bildeten eine Menschenkette.© Schaper
Am Freitag (26. Juni) haben rund 150 Menschen in der City gegen die Schließung der Kaufhäuser Karstadt, Kaufhof und Karstadt Sport demonstriert. © Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung. © Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Am Freitag (26. Juni) haben rund 150 Menschen in der City gegen die Schließung der Kaufhäuser Karstadt, Kaufhof und Karstadt Sport demonstriert. © Schaper
Die Demonstration begann am FZW. Danach zogen die Demonstranten durch die City und bildeten eine Menschenkette.© Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung. © Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Die Demonstration begann am FZW. Danach zogen die Demonstranten durch die City und bildeten eine Menschenkette.© Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung. © Schaper
Für die Beschäftigten kam die Entscheidung, die Häuser zu schließen, unerwartet. In der Innenstadt würden dadurch viele Arbeitsplätze wegfallen. © Schaper
Am Freitag (26. Juni) haben rund 150 Menschen in der City gegen die Schließung der Kaufhäuser Karstadt, Kaufhof und Karstadt Sport demonstriert. © Schaper
Nicht nur Beschäftigte der beiden Häuser und die Betriebsräte aller 22 von Schließungen bedrohten Häuser in NRW, sondern auch Passanten zeigten ihren Unmut gegenüber der während der letzten Woche publik gemachten Entscheidung. © Schaper

Auch Dortmunder Politiker haben sich in den Demozug gemischt, der am Ende der Veranstaltung auf rund 250 Teilnehmer angeschwollen sein wird. Daniela Schneckenburger, OB-Kandidatin der Grünen, spricht von „einer Schneise der Verwüstung in der City“, die das Aus der drei Warenhäuser nach sich ziehen würde.

„Dabei ist nicht einmal nachgewiesen, dass die Entscheidung wirklich notwendig ist“, ruft sie. Und, an den Karstadt- und Kaufhof-Eigner gerichtet: „So nicht, Herr Benko!“ „Das ist eine Riesensauerei!“, pflichtet Utz Kowalewski, OB-Kandidat der Linken, bei.

Landespolitiker wirft Managern „asoziale Marktwirtschaft“ vor

Nach einer halben Stunde haben sich doch noch eine Handvoll Passanten unter die Demonstrierenden gemischt. Zu wenige, findet Elfi Siepelmeyer. Sie beobachtet die Szenerie. „Ich hätte mir gewünscht, dass sich mehr Bürger einreihen“, sagt die frühere Karstadt-Verkäuferin. Solche Aktionen seien wichtig. „Sonst werden die City und der gesamte Einzelhandel Schaden nehmen.“ Solche Worte sind häufig zu hören.

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Karstadt-Mitarbeiterin Nicole Schneider (46) berichtet von einer Kundin, die sich im Sporthaus die Unterschriftenliste geschnappt und andere Kunden gebeten habe, sich einzutragen. „Zwei Stunden ging die Frau damit durchs Haus.“

Am Hansaplatz wartet Thomas Kutschaty, SPD-Fraktionschef aus dem Düsseldorfer Landtag. Er fordert Land und Bund auf, analog zu Lufthansa einen Rettungsschirm aufzuspannen. Warenhäuser seien systemrelevant. Er spricht von „Managementfehlern“, wirft den Verantwortlichen „asoziale Marktwirtschaft“ vor. Aber Kutschaty macht auch Mut. Noch sei „nichts verloren, da ist noch eine Menge möglich.“ Karstadt-Betriebsrat Gerhard Löpke hört das gern. „Ich habe das Gefühl, wir Beschäftigte sollen als Spielball dienen.“

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