Demo für Westbad-Neubau am Kortental

Bürgerinitiative

Dass das alte, baulich marode Westbad nicht mehr zu retten ist, scheint unumstößlich. Die Frage ist, wo ein Neubau entsteht. "Die Lösung liegt so nah", meint die Initiative "Rettet das Westbad am Kortental" und setzt sich vehement für einen Bad-Neubau am alten Standort ein. Dafür gingen am Dienstagabend mehrere Hundert Dorstfelder auf die Straße.

DORSTFELD/WISCHLINGEN

, 28.06.2017, 09:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Demo für Westbad-Neubau am Kortental

Klare Ansage: Die Dorstfelder wollen ihr Hallenbad weiterhin am Kortental und demonstrierten dafür am Dienstag vor dem alten Westbad.

Schon im Vorfeld hatte sich die Interessengemeinschaft kritisch mit dem Gutachten zu den Standort-Alternativen auseinandergesetzt – und vor allem mit den Schlüssen, die die Stadt daraus zieht. Denn die plädiert für einen Neubau in Wischlingen in Verbindung mit dem Freizeitbad des Revierparks. Dort seien unter anderem die Investitions- wie auch die Betriebskosten günstiger.

Zweifel an  Betriebskostenberechnung 

Die Initiative sieht dagegen nur einen „scheinbaren wirtschaftlichen Vorteil“. „Die Baukosten sind an beiden Standorten nahezu identisch, wenn Umkleiden, gegebenenfalls zusätzliche Büro- und Personalräume in Wischlingen sowie ein Babybecken eingerechnet würden. Erst hierdurch wären sie annähernd vergleichbar“, merkt die Initiative an. Dass das vorhandene Babyschwimmbecken in Wischlingen durch einen 30 Meter langen Gang vom Sportbad mit seinem Lehrschwimmbecken getrennt sein soll, sei schlicht familienunfreundlich. Auch an der Betriebskostenberechnung für den Standort Wischlingen gibt es Zweifel.

Nicht zuletzt habe der Standort am Kortental laut Gutachten eine viel zentralere Lage, weil er dichter am Dorstfelder Ortskern liegt und dort einen „Dreh- und Angelpunkt der sozialen Begegnungen durch die angrenzenden Vereine bildet“, argumentiert die Initiative.

Die soziale Komponente sei bei der Entscheidung der Stadt viel zu wenig berücksichtigt: „Zu befürchten ist, dass bei der Lösung Wischlingen die Angebotsvielfalt der Vereine nicht mehr gewährleistet werden kann, weil einige Ehrenamtler das nicht mehr leisten können und die Wege für viele Familien zu weit werden. Der Stadtteil Dorstfeld würde weiter abgewertet.“ Das Fazit der Initiative: „Die Gutachten sprechen aus unserer Sicht eine klare Sprache für einen Neubau im Kortental. Wer zu einem anderen Urteil kommt, übersieht die Brisanz der sozialen Entwicklung.“

Grüne für Kortental

Auf Gehör stößt die Initiative damit außer bei den Linken & Piraten auch bei den Grünen im Rat, die sich am Montagabend in Sachen Westbad-Standort die Karten legten. „Das Westbad im Kortental ist ein sozialpolitischer Standortfaktor, den wir erhalten wollen“, erklärten die Fraktionssprecher Ingrid Reuter und Ulrich Langhorst. Und die Grünen teilen auch die Zweifel an der Investitions- und Betriebskosten-Berechnung. 

Schon 2015 hatte die Initiative mehr als 8000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Westbads am Kortental gesammelt. Der Rat der Stadt hatte daraufhin ein Gutachten für Bad-Neubauten an den Standorten Kortental und Wischlingen beschlossen, das nun vorliegt.

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