Den Vereinen fehlen Menschen, die sich engagieren

rnTuRa Asseln

Als völlig überlastet sehen sich drei Vorstandsmitglieder von TuRa Asseln. Für den Fortbestand des Vereins brauchen sie neue Kümmerer – ein Problem, das auch andere Vereine kennen.

Asseln

, 27.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Der Vorstand von TuRa Asseln schlägt fünf Monate vor der Jahreshauptversammlung im kommenden Januar oder Februar Alarm: Vorsitzender Thorsten Musielak, sein Stellvertreter Rainer Kühne und Geschäftsführer Wolfgang Prangemeier sind – dringend – auf der Suche nach Vereinsmitgliedern, die sich im Vorstand engagieren möchten.

Für sie selbst, so sagen sie, sei die viele Arbeit mittlerweile nicht mehr zu bewältigen. Alle drei sind berufstätig und müssen die Vereinsarbeit in ihrer Freizeit stemmen. Musielak: „Bei mir sind es sieben Tage in der Woche, an denen ich für den Verein im Einsatz bin. Das geht auf Dauer nicht.“ Er habe sogar noch Glück, dass seine Frau Gisela Verständnis für die Vereinsarbeit habe – sie ist selbst stellvertretende Kassiererin. Wenn eine Partnerin weniger Verständnis dafür habe, werde es schwierig.

Im Rückblick auf die letzten Monate und Jahre haben bei TuRa wenige Mitglieder viel bewegt, so Prangemeier. Neben der normalen Vereinsarbeit seien weitere Tätigkeitsfelder hinzugekommen. Dazu gehören das Kunstrasenprojekt und der Neubau des Vereinsheims.

Keine Mithilfe

Mitglieder und Freunde des Vereins seien immer interessiert gewesen. Prangemeier: „Gut gemeinte neue Ideen, Vorstellungen und Wünsche, gerade im Bezug auf den Neubau des Vereinsheimes, wurden zwar kundgetan, freiwillige unaufgeforderte personelle Mithilfe und Engagement war aber nicht zu verzeichnen.

Im Gegenteil, Äußerungen wie ,Ihr macht das schon‘, sind an der Tagesordnung.“ Überspitzt gesagt: „Die Jungen wollen zwar ein bisschen kicken, aber keine ehrenamtlichen Aufgaben übernehmen.“

Durch den unerwarteten Rücktritt der sportlichen Leitung seien im Vorfeld des Saisonstarts auf den Vorstand weitere Aufgaben zugekommen. Man könne sagen, die Geschicke des Vereins lasten zur Zeit auf den Schultern von drei Mitgliedern: Thorsten Musielak, Rainer Kühne und Wolfgang Prangemeier.

Klare Ansage

Sie sagen klar und deutlich: „Nur wenn sich im Januar oder Februar verbindlich neue Mitstreiter zur Vorstandsarbeit bekennen, sind die bisherigen Verantwortlichen bereit, sich der Wiederwahl zu stellen.“

Sollte sich niemand finden, müsse die Jahreshauptversammlung vier Wochen später wiederholt werden. Dieses Spiel könne man drei Mal wiederholen, danach müsse man über die Auflösung des Vereins nachdenken. „Wir möchten einfach“, sagt Wolfgang Prangemeier, „dass unsere Mitglieder den Ernst der Lage begreifen.“

Er könne sich auch vorstellen, jüngere Vereinsmitglieder dem Vorstand zunächst nur zur Seite zu stellen, um ihnen nicht gleich von Anfang an die volle – auch finanzielle – Verantwortung aufzubürden. Denn das sei oft etwas, vor dem der Nachwuchs zurückschrecke.

Lob für Stadt und Politik

Der TuRa-Vorstand lobt die Stadt, die Sport- und Freizeitbetriebe und die Bezirksvertretung Brackel für ihre Unterstützung in Sachen Kunstrasen und Vereinsheim, aber man müsse vielleicht darüber nachdenken, auch Anreize für Ehrenamtliche zu schaffen, die sich in den Vereinen engagieren möchten – denn wie er aus Gesprächen mit befreundeten Vertretern anderer Vereine erfahren habe, so Thorsten Musielak, leidet man auch anderswo unter dem Phänomen, dass sich niemand mehr engagieren will.

TuRa Asseln hat derzeit rund 300 Mitglieder. Bei den Jugendlichen gibt es nach dem Bau des Kunstrasenplatzes am Grüningsweg ein Plus, bei den Senioren ein leichtes Minus. Der Bau des Vereinsheimes gehe auch deshalb so langsam voran, „weil wir immer nur dann weiterbauen, wenn wir auch das Geld dazu haben“, wie Thorsten Musielak sagt.
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