Der Abschied von zwei „Horror-Haltepunkten“ in Sölde und Aplerbeck naht

rnBarrierefreie Bahnhöfe

Barrierefreiheit war bisher an den Bahnhaltepunkten in Sölde und Aplerbeck-Süd ein Fremdwort. Jetzt gibt es Neuigkeiten, die nicht nur die Politik laut jubeln lassen.

Aplerbeck

, 20.11.2018, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch in der Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck im Juli dieses Jahres schienen sich alle Hoffnungen auf einen halbwegs zeitnahen und barrierefreien Ausbau der beiden DB-Haltepunkte in Sölde und Aplerbeck-Süd in Luft aufzulösen. Jörg Seelmeyer vom Bahnhofsmanagement der Deutschen Bahn gab zwar an, dass Geld für eine erste, grundlegende Planung zur Verfügung gestellt würde – mehr aber nicht.

Schon knapp 20 Jahre versuchen die Aplerbecker Politiker die Bahnhaltestellen barrierefrei auszustatten. Jetzt endlich gibt es gute Nachrichten aus der Hauptstadt Berlin.

Wie sehen denn die Neuigkeiten aus?
Es gibt Geld für den barrierefreien Umbau der Haltepunkte in Sölde und Aplerbeck-Süd. Der Bund hat ein Programm aufgelegt, mit dem 120 Bahnstationen deutschlandweit umgebaut werden sollen – und die beiden „Horror-Stationen“ in Aplerbeck und Sölde sind mit dabei.

Jetzt sind ja Projekte meistens zeitgebunden. Bis wann muss der barrierefreie Umbau abgeschlossen sein?
Laut Sabine Poschmann, Mitglied des Bundestages und Sölder Bürgerin, soll der Umbau bis zum Jahr 2026 abgeschlossen sein.

Der Abschied von zwei „Horror-Haltepunkten“ in Sölde und Aplerbeck naht

Solche Fußgängertunnel sind an den beiden Haltepunkten noch vorhanden. © Jörg Bauerfeld

Wie hoch ist denn überhaupt die Summe, die in den Umbau der beiden DB-Haltepunkte fließt?

Insgesamt hat der Bund für die 120 Bahnstationen in Deutschland, die umgebaut werden sollen, 330 Millionen Euro eingestellt. Für Aplerbeck-Süd stehen davon 2,65 Millionen Euro zur Verfügung, für Sölde 2,2 Millionen Euro.

Was bekommt man denn für das Geld?
Was genau an den beiden Haltestellen passiert, muss noch näher besprochen werden. Aber es scheint so, als ob ein Aufzug gebaut werden sollen, um den Bahnsteig dann endlich barrierefrei zu machen. Und auch der Bahnsteig selber soll an beiden Standorten von den Projekt-Geldern modernisiert werden.

Wie kommt der Bund denn auf die Idee, jetzt Geld für die kleineren Haltepunkte locker zu machen?

Es liegt wohl daran, dass die Deutsche Bahn diese kleineren Haltepunkte etwas stiefmütterlich behandelt, was den barrierefreien Umbau angeht. Laut Sabine Poschmann fördert nun der Bund den Umbau an Bahnhöfen mit weniger als 1000 Reisenden. Diese sind größtenteils noch nicht barrierefrei und sollen es nun werden. Das hätten die Haushaltsberatungen in Berlin ergeben.

Wo liegen an den beiden DB-Haltepunkten in Sölde und Aplerbeck-Süd die Probleme?

Die sind bei beiden Haltepunkten ähnlich. Beide verfügen über einen Mittelbahnsteig, der nur über Treppen und einem Fußgängertunnel zu erreichen ist. Schon für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, ist es fast unmöglich sich bis auf den Bahnsteig hochzukämpfen. Für Mütter mit Kinderwagen oder Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, gibt es keine Möglichkeit von Sölde oder Aplerbeck-Süd den Zug zu nehmen. Sie sind bislang ausgegrenzt.

Gibt es denn schon Ideen für den Umbau?
Ja, die Bezirksvertretung in Aplerbeck hatte schon einmal Vorschläge für einen Umbau gemacht. Die müssen aber modifiziert werden, da man zunächst nur von einer kostengünstigeren Varianten mit Rampen ausging. Jetzt sollen ja Aufzüge kommen.

Jetzt gab es ja vonseiten der Bezirksvertretung Aplerbeck die Idee, den Haltepunkt Aplerbeck-Süd zu verlegen und näher an die Wittbräucker Straße zu ziehen. Ist das noch möglich?
Mit den finanziellen Mitteln, die der Bund zur Verfügung stellt nein. Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel wie auch SPD-Fraktionsvorsitzender Jan Gravert wollen aber noch einmal das Gespräch mit der Deutschen Bahn suchen, ob es nicht doch noch eine Möglichkeit gebe, den Haltepunkt zu verlegen.

Lesen Sie jetzt