Der Kampf um die letzte Platane im neuen Kaiser-Quartier geht weiter

rnBürgerprotest

Eine mächtige Platane auf dem Grundstück des künftigen Kaiser-Quartiers bewegt die Menschen im Viertel. Und das im wörtlichen Sinn. Mehr als 100 von ihnen kamen jetzt zum Protest zusammen.

Kaiserstraßenviertel

, 04.09.2018, 17:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Schicksal der Platane auf dem Gelände des künftigen Kaiser-Quartiers bewegt ein ganzes Viertel. Und das im wörtlichen Sinn: Mehr als 100 Anwohner des Kaiser-Viertels und des neuen Stadtquartiers auf dem ehemaligen Ostbahnhof-Gelände trafen sich zu einem Foto – quasi im Schatten der Platane.

Der Baum soll möglicherweise gefällt werden, um Platz zu machen für eines der Wohnhäuser im künftigen Kaiser-Quartier. Der zwischen 50 und 100 Jahre alte Baum gilt laut Bebaungsplan eigentlich als schützenswert und ortsbildprägend.

Ergebnis der Bodenproben gibt Aufschluss

Das Stadtplanungsamt vermutet jedoch eine Schadstoff-Belastung im Boden, die eine Bodensanierung unerlässlich mache, um gesunde Wohnverhältnisse zu ermöglichen. Deswegen will die Stadt den Fällantrag gemeinsam mit dem Bauantrag genehmigen. Näheres soll das Ergebnis von Bodenproben ergeben, das in diesen Tagen erwartet wird.

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„Ich finde es richtig, dass Herr Schmidt (der Investor, Anm. d. Red.) da auf Nummer sicher geht“, sagt Rainer Gorecki. Der Anwohner der Wismarer Straße kämpft seit Monaten um den Erhalt der mächtigen Platane und fand in Lutz Kampert aus dem Kaiser-Viertel einen aktiven Verbündeten.

Fotoaktion sollte ein Signal für den Erhalt setzen

Beide heckten die Fotoaktion aus: Kampert wies mit Kreide-Hinweisen auf Fußwegen und Bürgersteigen den Weg zum Fototermin, Nachbarn verteilten Flugblätter in Briefkästen, andere malten Plakate. „Wir wollten ein Signal setzen“, sagt Gorecki. „Wir wollen den Baum erhalten, und das ist nicht nur eine Idee von zwei oder drei Leuten.“ Entsprechend hieß es auch auf einem Plakat: „Lasst den Baum leben, damit wir besser leben.“

In der Tat ist die Platane, die nach den Räum- und Rodungsarbeiten auf dem Neubaugelände ihre wahre Größe erst richtig zeigt, weit und breit der einzige alte Baum. Und der, sagt Gorecki, habe gerade in Zeiten des Klimawandels eine große Bedeutung.

Eins gefällt ihm indes nicht: Dass Investor Eric Schmidt anonym beschimpft werde, habe dieser nicht verdient. „Dafür habe ich mich bei ihm entschuldigt.“

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