"Der nackte Wahnsinn" feierte Premiere

Naturbühne Hohensyburg

Das Stück "Der nackte Wahnsinn" feierte am Samstagabend Premiere auf der Naturbühne Hohensyburg. Dabei fielen einige Hüllen. Unsere Kritik und viele Bilder finden Sie hier.

SYBURG

, 09.07.2017, 15:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Der nackte Wahnsinn" feierte Premiere

Eindrücke von der Premiere.

Für Kirstin Cramer ist es die dritte Fassung der Farce „Der nackte Wahnsinn“ auf der Naturbühne Hohensyburg. In der Spielzeit 2000 stand sie als Brooke selbst auf der Bühne. 2010 war es ihre dritte Regiearbeit für den Verein. Nun ging ihre Neuinszenierung über die Bühne, gewürzt mit liebevoll ins Publikum ausgreifendem Rahmen zu diesem Schauspiel im Schauspiel. 

Ein Wirrwarr aus Slapstick, Fehlern und Verweigerung der Darsteller begleitet die Zuschauer durch Generalprobe, Tournee und den Schwanengesang der letzten Vorstellung, in Streit und Alkoholrausch. 

Nervenaufreibend für Regisseur Lloyd (Florian Klein) ist sein Ensemble in der Generalprobe noch meilenweit von einem reibungslosen Durchlauf entfernt. Tausend Gründe gäbe es, die Tournee zu schmeißen, wenn während der Vorstellung, die man hinter den Kulissen erlebt, die Fetzen fliegen. Zum Tournee-Ende versinkt die Bühnenhandlung, nun wieder mit Bühnenperspektive, im Chaos.

Swing-Musik begrüßte die Besucher auf der Naturbühne. Die Darsteller, bereits in den Rollen der Rahmenhandlung, agierten Grüppchenweise im Publikum, spielten die Charakteristika und Beziehungen ihrer Rollen aus. Ein Rahmen, den Cramer für die Inszenierung hinzufügte. Freche Kostümierung, erheiterndes Bühnengeschehen, der exotisch wirkende texanische Akzent von Kasey Klute alias Dotty alias Haushälterin Mrs. Clacket sorgten für beste Unterhaltung. Den Wahnsinn steigerte die „Cantina Band“ aus Star Wars.

Turbulent, frisch und sehenswert! 

Trotzdem verließen einige Menschen nach dem ersten Durchgang das Auditorium. Offenbar hatte der deutsche Titel falsche Erwartungen geweckt. Ja, es gab auch einen Auftritt von Brooke (Melina Hylla) alias Vicky in Unterwäsche und: ja, es gab eine Szene, in der Frederick (Jan Meyer) alias Philipp die Hose auf den Schuhen hing. Aber nackter wurde der Wahnsinn eben nicht. Im englischen Original heißt das Stück aus dem Jahr 1982 ja auch schlicht „Noises off“, also „Ruhe bitte“. Turbulent, frisch und sehenswert! 

Weitere Aufführungen von „Der nackte Wahnsinn“ an der Naturbühne Hohensyburg, Syburger Dorfstraße 60: Freitag (14. 7.) und Samstag (15. 7.), 21. und 22. Juli (Freitag und Samstag), 28. und 29. Juli (Freitag und Samstag), 4. und 5. August, (Freitag und Samstag). Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 8 Euro. Karten gibt es unter www.naturbuehne.de

 

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt