Schwärmerei begeistert Bio-Kunden - vor Ort können sie Erzeuger über Produkte ausfragen

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Im Internet Produkte bestellen und diese zu einer bestimmten Zeit abholen - das Konzept der sogenannten Schwärmerei geht auch am neuen Abholpunkt am Westpark auf - für Verkäufer und Kunden.

von Alexandra Wachelau

Unionviertel

, 10.05.2019, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Biercafé West herrscht kurz vor 18 Uhr bereits gute Stimmung. Julia Welkoborsky, die Gastgeberin der Dortmunder Schwärmerei, feiert mit den Kollegen einen erfolgreichen Umzug, bevor die ersten Kunden eintreffen. „Es macht immer noch superviel Spaß“, sagt Welkoborsky, die das Konzept der „Marktschwärmer“ 2017 nach Dortmund gebracht hat. Bislang war die Schwärmerei an der Kreuzstraße zu Hause.

Die Idee stammt aus Frankreich. Inzwischen gibt es das Start-Up-Unternehmen in sieben Ländern, 103 Standpunkte allein in Deutschland. Die „Schwärmerei“ ist zunächst einmal ein Online-Shop: Im Internet bestellen die Kunden Produkte und holen diese zu bestimmten Zeiten an einem festgelegten Abholpunkt ab.

Die Produkte sind bio, regional und finden sich oft nicht im Supermarkt

Dabei werden bei den Marktschwärmern ausschließlich Bio-Produkte von regionalen Bauernhöfen oder Manufakturen angeboten. Die Kunden können sich meistens direkt mit den Erzeugern austauschen – und diese untereinander.

„Das wird gerne genutzt. So entsteht auch eine stärkere Vernetzung“, sagt Welkoborsky. Alut Brinkmann kann das bestätigen. Sie bietet Produkte vom Ziegenhof Heidbauer, vor allem Käse, aber auch Eier, Milch, Fleisch und – heute zum ersten Mal – Wachteleier. Seit Mai 2018 ist sie dabei.

„Ich tausche mich immer mit den anderen aus. Beispielsweise habe ich von einem Imker erfahren, wo es die Gläser gibt, die wir jetzt verwenden“, sagt sie. „Ein Bauer kauft jetzt regelmäßig unser Fleisch. Außerdem ist es schön, mit den Kunden in Kontakt zu treten.“

Die Kunden empfinden das ähnlich. Christian Eichhoff, der zum ersten Mal hier einkauft, ärgert sich direkt, dass er nicht mehr bestellt hat: „Der Mangold sieht gut aus, den habe ich online nicht gesehen“, sagt er. Normalerweise holt er seine Einkäufe auf dem Wochenmarkt, „aber da ich Vollzeit arbeite, schaffe ich es oft nicht“, so Eichhoff.

Es wird nur mitgebracht, was auch gekauft wurde

Es wird vor allem gelobt, dass bei dem Konzept nichts weggeworfen wird. Bernd Weske vom Letmather Backhaus kommt aus einem Handwerk, in dem die Retoure normalerweise sehr hoch ist – hier ist das nicht der Fall. „Ich habe aber auch sonst nur positive Erfahrungen gemacht. Die Kunden nehmen das Angebot gut an“, sagt er.

Karolin Harrenkamp ist eine neue Kundin. „Ich verzichte auf raffinierten Zucker und kaufe generell Bio ein. Aber hier kann man direkt den Produzenten fragen, was in den Produkten drin ist – das geht selbst im Bioladen meistens nicht“, sagt sie.

Angemeldet war sie schon länger. Der neue Standort am Westpark kommt ihr allerdings eher entgegen als der alte an der Kreuzstraße. Julia Welkoborsky sagt, dass der Umzug aus Platzgründen geschehen ist. Der ehemalige Nachbar, „Weinhandel 6+1“, hat den Kontakt für die neuen Räumlichkeiten hergestellt. Im Juli möchte Welkoborsky eine weitere Schwärmerei in Bochum eröffnen.

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