Der Phoenix-See hat den Hitze-Stresstest bestanden und ist wieder vollgelaufen

Hitzesommer 2018

Der heiße Sommer 2018 hat seine Spuren hinterlassen. Auch der Phoenix-See hatte darunter zu leiden. Erst jetzt hat er seinen Staupegel wieder erreicht. Den Tieren hat es nicht geschadet.

Hörde

, 02.02.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Phoenix-See von oben: Erst jetzt ist er wieder so voll, wie er eigentlich sein sollte.

Der Phoenix-See von oben: Erst jetzt ist er wieder so voll, wie er eigentlich sein sollte. © Hans Blossey

Der denkwürdige Sommer 2018 hatte seine Spuren schon hinterlassen, als er noch lange nicht daran dachte, Platz für den Herbst zu machen. Grüne Wiesen wurden braun, Gewässer trockneten aus. So wie auch der Phoenix-See, der erst jetzt wieder den Pegelstand erreicht, den er eigentlich haben soll. Auch die angrenzende Emscher hatte zu leiden.

Warum genau ist der Phoenix-See so sehr abgesunken und wie viel?

Der See war aufgrund der langanhaltenden Trockenwetterphase des vergangenen Jahres teilweise um mehr als 40 Zentimeter unter seinen Sollfüllstand gefallen. „Der Grund hierfür ist, dass der für die Seefüllung wichtige Grundwasserspiegel im Umfeld des Phoenix-Sees, wie auch andernorts in Deutschland, drastisch gesunken war und auch direkte, oberflächliche Niederschlagseinträge ausblieben“, schreibt die Stadt Dortmund.

Welche Folgen hatte das für die Tiere?

Trotz des vor allem an den Uferstreifen deutlich sichtbaren Wasserverlusts von rund 100.000 Kubikmetern – was 100 Millionen Litern entspricht – „wies der Phoenix-See jedoch in der gesamten Trockenperiode eine durchweg hervorragende Wasserqualität auf“, so die Stadt. Hierdurch habe die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt am Phoenix-See den Sommer 2018 gut überstanden. Die Niederschläge der vergangenen Wochen hätten dazu geführt, dass sich das Gewässer von dem Wasserschwund des Vorjahres erholen konnte.

Georg Sümer, Leiter des Betriebs Phoenix See, an der Staumarke des Sees.

Georg Sümer, Leiter des Betriebs Phoenix See, an der Staumarke des Sees. © Stadt Dortmund

Was sagen die Betreiber zu dem Ab und Auf?

„Der Betrieb Phoenix-See bei der Stadtentwässerung kann gemeinsam mit der Emschergenossenschaft vermelden, dass das als Talsperre und Hochwasserrückhalteraum für die benachbarte Emscher ausgebildete Gewässer aktuell sein Stauziel von 93,5 Metern über Normalhöhennull wieder erreicht hat“, schreibt die Stadt. Georg Sümer, Leiter des Betriebs Phoenix-See, sagt: „Der Phoenix-See hat den Hitze-Stresstest in 2018 bestanden.“ Vor allem die im Auftrag der Stadt Dortmund von der Emschergenossenschaft betriebene Phosphat-Eliminationsanlage habe sich bewährt.

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Was war noch mal diese Phosphat-Eliminationsanlage…?

Das runde Gebäude am Nordwestufer des Sees ist dafür da, auf rein physikalischem Wege Nährstoffe, allen voran Phosphor, aus dem Wasser des Phoenix-Sees herauszufiltern. Das komplette See-Volumen von 600.000 Kubikmetern kann innerhalb eines Jahres in dieser Anlage umgewälzt werden.

Die Phosphat-Eliminationsanlage am Nordufer des Phoenix-Sees.

Die Phosphat-Eliminationsanlage am Nordufer des Phoenix-Sees. © Detlef Rojahn

Was hat die Emscher mit der ganzen Geschichte zu tun?

Als auf dem Gelände des Phoenix-Sees noch Stahl produziert wurde, verlief die Emscher in diesem Bereich etwa 100 Jahre lang acht Meter unter der Erde. Mittlerweile ist sie bis nach Deusen renaturiert, am Phoenix-See verläuft eine bis zu 35 Meter breite Aue. Der Phoenix-See dient unter anderem dazu, Wasser von der Emscher aufzunehmen, wenn die mal Hochwasser hat.

Auch die Emscher selbst hatte unter dem trockenen und heißen Sommer zu leiden. „Sie hat nur wenig Wasser geführt, ist zum Glück aber nicht trocken gefallen“, sagt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft, auf Anfrage dieser Redaktion. Es sei schon „kurz vor knapp“ gewesen, an anderen Stellen war die Emscher nur noch etwa knietief und hatte damit „deutlich Niedrigwasser.“ Die wenigen Fische, die bereits in der Emscher leben, seien aber widerstandsfähig und könnten selbst in kleinen Wasserstellen überleben. Alles ist gut gegangen.

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