Erst Party, dann Kultur - der U-Turm wird zehn Jahre alt

rnDortmunder U

Das „Dortmunder U“ blickt nach Angaben der Stadt auf ein „Rekordjahr“ zurück. 2020 soll der 10. Geburtstag gefeiert werden. Erste Details des Programms sind jetzt vorgestellt worden.

Dortmund

, 15.02.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Finanziell hat die große Pink-Floyd-Ausstellung im Dortmunder U für dicke Verluste gesorgt. Aber zumindest in der Besucherbilanz des U-Turms für 2019 macht sich die große Schau, die zumindest in ihren letzten Wochen viele auswärtige Gäste angezogen hat, positiv bemerkbar.

Das ganze Jahr über wurden auf allen Etagen 350.000 Besuche gezählt, berichtet Dr. Stefan Mühlofer, der als Geschäftsführer der städtischen Kulturbetriebe auch Interims-Chef im U-Turm ist. Mit gezählt sind dabei auch die nicht-städtischen Partner im Turm wie die Gastronomie, die Hochschulen und der Hartware Medienkunst-Verein und auch Veranstaltungen wie die Museumsnacht, die Extraschicht und der „Sommer am U“.

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Zuletzt bescherte die interaktive „Refugee-Boat“-Ausstellung im Container am U rund 10.000 Besucher. Die Schau ist vorbei, der Container wird abgebaut und kommt künftig am Schulungszentrum der Feuerwehr in Lindenhorst zum Einsatz.

Erst Party, dann Kultur - der U-Turm wird zehn Jahre alt

André Becker von der Bibliothek „Weitwinkel“ und der Etage UZWEI, Dr. Stefan Mühlhofer als geschäftsführender Direktor des Dortmunder U und Marketing-Leiterin Nadine Hanemann stellten das Programm zum 10. U-Geburtstag vor. © Roland Gorecki

In diesem Jahr sollen die Besucher dafür umso mehr nicht nur an, sondern auch in den Turm gelockt werden, für den mit einer neuen PR-Kampagne unter dem Motto „Ultimativ utopisch“ geworben wird. Bunt und vielfältig soll der zehnte Geburtstag gefeierrt werden, kündigt Nadine Hanemann als U-Marketing-Chefin an. Denn das Zentrum für Kunst und Kreativität wurde 2010 im Kulturhauptstadt-Jahr an der Ruhr eröffnet

„Kleiner Freitag“ am Donnerstagabend

„Wir wollen dazu anregen, das U neu zu entdecken“, erklärt Nadine Hanemann. Dafür steht vor allem der „Kleine Freitag“, zu dem das Dortmunder U jetzt an jedem Donnerstag (außer an Feiertagen) ab 19 Uhr einlädt. Dann wird das ganze Haus - vom Fahrstuhl über die Museumsbibliothek bis zur Dachterrasse bespielt. Es gibt Konzerte, Lesungen, Kinofilme, Whiskey-Verkostungen und Tanzworkshops.

Am 27. Februar sind dabei in der Bibliothek „Weitwinkel“ die Slam- und Songpoeten Tobi Katze und Hannes Weyland zu erleben, am 12. März kommt Kolja Fach, der deutsche Meister im Poetry-Slam, am 2. April Nicholas Müller (ehemals Jupiter Jones).

Erst Party, dann Kultur - der U-Turm wird zehn Jahre alt

In der „Weitwinkel“-Bibliothek im U-Turm gibt es Poetry-Slams und Musik. © Dieter Menne Dortmund

Stammgäste werden belohnt, denn man kann Stempel auf einer eigens kreierten Stempelkarte sammeln. Wer das „U“ beim „Kleinen Freitag“ mit Stempelnachweis mindestens zehnmal besucht, wird vom „U“ mit einem Geschenk belohnt.

Außerdem geplant im Geburtstagsprogramm sind Fassadenklettern, Bierbrau-Workshops, Picknicks an unterschiedlichen Orten im U, Treppenhaus-Wettläufe (das nennt sich dann „Vertical Run“) und Gebärdensprachkurse.

Zwei Ausstellungen in Planung

Eine durchaus kreative Party-Programmplanung. Aber wo bleibt im Zentrum für Kunst und Kreativität die Kunst? Es seien durchaus größere Ausstellungsprojekte in Planung, versichert Mühlhofer. Dazu gehört eine Werkschau des bekannten Malers und Bildhauers Rainer Fetting gegen Ende des Jahres.

Zuvor soll es auf der Ausstellungsetage eine weitere Ausstellung geben, über deren Finanzierung am 24. Februar noch der Kulturausschuss entscheiden muss. Erst danach will Mühlhofer sich näher zu den Plänen äußern.

Außerdem ist ja auch das Museum Ostwall nach gründlichem Umbau wiedereröffnet worden. Die Hoffnung ist, dass die unter dem Titel „Body&Soul“ neu präsentierte Kunstsammlung der Stadt viele Besucher anlockt. „Viele Dortmunder wissen gar nicht, welche Schätze es hier zu entdecken gibt“, sagt Mühlhofer. Dazu ist, sogar bei freiem Eintritt, nun wieder Gelegenheit.

Chef-Suche läuft weiter

Weiter läuft noch die Suche nach einem neuen Chef oder einer neuen Chefin für das Dortmunder U, nachdem Edwin Jabobs im vergangenen Frühjahr vorzeitig abgewandert ist. Noch offen ist, ob der oder die Neue wie Jacobs die Gesamtleitung des Hauses und des Museum Ostwall übernimmt oder ob die Posten getrennt vergeben werden.

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