Der (eventuell) nächste Brackeler Bezirksbürgermeister hat ein ungewöhnliches Hobby

rnInterview

Die SPD im Stadtbezirk Brackel hat sich auf einen Kandidaten für die Nachfolge von Karl-Heinz Czierpka als Bezirksbürgermeister festgelegt. Wir haben mit ihm gesprochen.

Brackel

, 02.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Harmut Monecke (62) will nach der Kommunalwahl 2020 Nachfolger von Karl-Heinz Czierpka als Brackeler Bezirksbürgermeister werden. Auf ihrem Stadtbezirksparteitag am 19. September hat ihn seine Partei, die SPD, dafür nominiert. Wir haben mit ihm gesprochen.

Hallo Herr Monecke, wie lange sind Sie schon in der SPD und warum sind Sie damals eingetreten?

Ach, seit 46 Jahren, glaube ich. Ich bin schon mit 16 eingetreten. Warum, kann ich Ihnen gar nicht mehr sagen, aber ich kann Ihnen sagen, warum ich geblieben bin: weil es eine Partei ist, in der es um gemeinsames Handeln und den Frieden geht. Und weil es eine pragmatische Partei ist. Wir leben nicht irgendwo im Elfenbeinturm. In der Bezirksvertretung Brackel bin ich seit 15 Jahren.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin seit August stellvertretender Schulleiter der Hauptschule Kley. Vorher war ich Leiter einer Hauptschule in Menden, die dann aber leider abgewickelt worden ist.

Leider? Menden ist doch zum Pendeln viel weiter als Kley.

Von der Fahrzeit war das dasselbe. Morgens von Neuasseln über die überfüllte B1 nach Kley zu fahren, dauert genauso lange wie die Fahrt nach Menden, obwohl sie kilometermäßig viel weiter ist.

Wenn Sie Bezirksbürgermeister sind, werden Sie viele Termine haben.

Ja, aber ich habe ja das Glück, dass die Hauptschule Kley keine Ganztagsschule ist. Da kann ich nachmittags politische Termine wahrnehmen. Und irgendwann im Laufe der Wahlperiode gehe ich ja dann auch in den Ruhestand. Aber noch nicht so schnell. Mir macht mein Job Spaß.

Was ist Ihnen für die kommenden Jahre politisch wichtig im Stadtbezirk Brackel?

Ich möchte mich zum Beispiel dafür einsetzen, dass der dörfliche Charakter der Hellweg-Dörfer und Neuasselns erhalten bleibt. Die Menschen identifizieren sich mit ihren Stadtteilen. Dazu ist es wichtig, die Grünflächen zwischen den einzelnen Orten zu erhalten. Und in Sachen Verkehr will ich mich dafür einsetzen, dass auf dem Hellweg Tempo 30 gilt. Wir hatten neulich einen Ortstermin mit Verwaltungs-Fachleuten, die haben gesagt: Hier muss auf jeden Fall Tempo 30 kommen. Wir konnten nur antworten: Das haben wir doch alles längst beantragt. Manchmal weiß die eine Hand in der Verwaltung nicht, was die andere macht.

Der (eventuell) nächste Brackeler Bezirksbürgermeister hat ein ungewöhnliches Hobby

Schwierig ist die Verkehrs-Situation bisweilen auf dem Brackeler Hellweg. Hartmut Monecke will sich dafür einsetzen, dass es besser wird. © Oliver Schaper


Ich stelle Ihnen dieselbe Frage, die ich neulich Oliver Stens in Eving gestellt habe: Wenn CDU und Grüne einen gemeinsamen Bezirksbürgermeister-Kandidaten gegen Sie aufstellen, könnte es eng werden, oder?

In Brackel sind wir bisher immer so verfahren, dass die stärkste Fraktion auch den Bezirksbürgermeister stellt. Aus den beiden nächst folgenden Fraktionen kommen dann die Stellvertreter. Ich gehe davon aus, dass wir weiter so verfahren.

Stichwort andere Fraktionen: Bisher war Brackel bekannt dafür, dass die großen Fraktionen gut zusammengearbeitet haben, um gemeinsam etwas für Brackel zu erreichen.

Und das soll auf jeden Fall so bleiben. Wir haben überhaupt keine Probleme, Anträge der anderen Fraktionen zu unterstützen, wenn sie gut sind. Genauso haben wir keine Probleme damit, wenn die anderen Fraktionen unsere Anträge verbessern.

Welcher Typ sind Sie privat? Haben Sie Familie? Hobbys?

Ich bin geschieden und habe zwei erwachsene Kinder. Sohn und Tochter. In meiner Freizeit widme ich mich gerne meinem Garten. Ich züchte zum Beispiel Passionsblumen und verschenke sie dann. Und ich bin leidenschaftlicher Pokemon-Spieler.

Bitte? Ist das nicht eher was für Kinder?

<lacht> Nein, es gibt ganz viele auch ältere Spieler. Auch welche, die noch älter sind als ich.

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