Details aus Ermittlungsakte über Tatverdächtigen auf Naziseite veröffentlicht

rnVerdacht auf Sexualdelikt

Die Polizei in Recklinghausen ermittelt gegen einen ehemaligen Kriminalbeamten, weil er ein Kind missbraucht haben soll. Wie sind Details aus dem Fall an Nazis geraten?

Dortmund

, 21.03.2019 / Lesedauer: 2 min

Mit vielen Details schildern Dortmunder Neonazis auf ihrer Internetseite die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Dortmunder Kriminalbeamten, gegen den die Polizei in Recklinghausen ermittelt. Er steht unter dem Verdacht, im März 2019 ein Kind missbraucht zu haben.

„Für uns gilt die Unschuldsvermutung“, begründet der Dortmunder Staatsanwalt Henner Kruse seine Zurückhaltung bei weiteren Informationen. Dortmunder Nazis warten die Ergebnisse eines Ermittlungsverfahrens nicht ab, sondern fordern plakativ die Todesstrafe und veröffentlichen ein Foto mit einem Wohnhaus, das den Tatort zeigen soll.

Schwer wiegen nicht nur die Vorwürfe gegen den beschuldigten Mann. Die Staatsanwaltschaft untersucht auch, wie die für die Ermittlungen wichtigen ersten Details über den Ablauf der Tat, den Stand der Ermittlungen und den Tatverdächtigen nach außen vordringen konnten, um dann auf einer Nazi-Internetseite veröffentlicht zu werden.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund will keine weiteren Informationen veröffentlichen, da der Tatverdächtige über den Bericht auf der Naziseite jetzt identifizierbar sei.

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