Deusener Bürger wollen ihre Bus-Schleife zurück

Antrag weiter nicht bearbeitet

Kein Wartehäusen, viele Gefahrenpunkte: Die Haltestelle Deusener Straße/Ecke Halmweg sorgt seit Langem bei den Deusener Bürgern für Unmut. Ein entsprechender Antrag auf Veränderungen wurde im April 2017 gestellt. Passiert ist seitdem nichts. Nun macht die Bezirksverwaltung Druck.

Deusen

, 15.12.2017, 02:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Deusener Bürger wollen ihre Bus-Schleife zurück

Viele Deusener, zusammengetrommelt von Reiner Schramowski, waren zum Pressetermin erschienen, um zu demonstrieren: Die Haltestellen-Situation an der Deusener Straße/Ecke Halmweg ist inakzeptabel.

Es ist kalt an diesem Mittwochmorgen. Gefühlte Minusgrade. Dafür sorgt der fiese Wind, der einem um die Ohren pfeift und hämisch mit den Haaren spielt. Eigentlich möchte man nur schnell zurück ins Warme. Für den Pressetermin an der Haltestelle Deusener Straße/Ecke Halmweg hätten die Wetterbedingungen hingegen nicht besser sein können. Über 20 Bürger sind gekommen, jemand witzelt: „Wohin geht der Ausflug?“

Aber zum Witzemachen ist eigentlich niemand in Stimmung. Im Gegenteil: Die Versammelten sind frustriert, deshalb stehen sie hier und frieren. Ihr Anliegen: Sie wollen die Situation an der Haltestelle nicht länger hinnehmen. Aus zwei Gründen: Es fehlt ein Wartehäuschen, und es gibt zu viele Gefahrenpunkte. „Die Busse haben oft Verspätung und dann steht man hier im kalten Westwind“, sagt Paul-Ludwig Wilhelm (76). So wie an diesem ungemütlichen Vormittag.

Haltestelle ist weder wettergeschützt noch barrierefrei

Olga Schierloh (78) war es, die sich vor rund einem Jahr an den Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Deusen gewandt hatte. Ob er sich nicht darum kümmern könnte, dass an dem stark frequentierten Haltepunkt wenigstens ein Wartehäuschen aufgestellt wird? Oder noch besser: Dass die Haltestelle an die Bus-Schleife am Stiegenweg verlegt wird? Dort sei man doch auch früher in den Bus Richtung Huckarde eingestiegen.

Reiner Schramowski ließ sich nicht lange bitten, sondern nahm direkt Kontakt mit der Bezirksvertretung (BV) Huckarde auf. Die Sorgen der Bürger stießen bei den Politikern auf offene Ohren – gemeinsam formulierten die SPD und CDU einen Antrag. Darin heißt es unter anderem: Die Haltestelle ist weder wettergeschützt noch barrierefrei.

Am Eingang des Halmwegs macht die Position des parkenden Busses ein Einsehen des von links über die Deusener Straße kommenden Verkehrs nahezu unmöglich. Eine weitere Gefahrenquelle ist die Tatsache, dass an stark frequentierten Tagen (Freibadsaison) wartende Fahrgäste den ganzen Eingangsbereich zur Siedlung behindern. Die Bezirksvertretung plädiert für eine Zentrierung der Haltestellen der Linien 410 und 475, die schon wegen des Raumangebots für ein Unterstellhäuschen nur an der Busschleife Platz finden kann.

"Es wird Zeit"

Der Antrag wurde nach der Sitzung am 5. April 2017 an die städtische Verwaltung weitergeleitet. Geschehen ist seitdem – nichts. Das berichtet Bezirksvertreterin Claudia Brückel, die an diesem Vormittag auch im Wind an der ungeliebten Haltestelle steht. „Das einzige, was wir herausfinden konnten, ist, dass der Antrag den Status ,in Bearbeitung‘ hat“, sagt sie.

Dabei habe man auf eine zeitnahe Maßnahme gehofft, sodass die Menschen vor Ort schon mit Beginn der kalten Jahreszeit von einer Verbesserung hätten profitieren können. Dass es auf den Antrag bislang gar keine Reaktion gibt, sei mehr als ärgerlich, sagt Claudia Brückel. Man sei durchaus auch für andere Lösungen offen, nur passieren müsste endlich mal was.

„Wir sind ja nicht die Experten, sondern können nur Vorschläge machen.“ Wie ihre Kollegen aus der BV hoffe sie, dass der Antrag nun schnell bearbeitet und an die zuständige DSW21 weitergereicht werde, so Claudia Brückel: „Es wird Zeit. Dass heute so viele gekommen sind, zeigt doch, wie wichtig den Leuten das Thema ist.“

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