Deutsche Bahn: Dieser Bahnhof an der Wittbräucker Straße ist ein Streitfall

rnBahnhöfe in Dortmund

Ein wichtiges Zeichen setzte die Bezirksvertretung Aplerbeck. Es geht um den Bahnhof Aplerbeck Süd und wie es dort weitergeht. Eine endgültige Entscheidung fällt aber erst im Dezember.

Aplerbeck

, 14.11.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Fraktionen nicht mit einer Stimme abstimmen, sondern die Abstimmung freigeben, dann geht es meistens um ein Thema, das die Meinungen spaltet. Im Falle des Bahnhofes Aplerbeck Süd und seiner Zukunft ist genau dies geschehen. Es gab heftige Diskussionen in der Bezirksvertretung Aplerbeck und es gab eine Entscheidung.

Deutsche Bahn: Dieser Bahnhof an der Wittbräucker Straße ist ein Streitfall

Hier könnte einmal ein Aufzug zu den Gleisen führen. © Jörg Bauerfeld

Die ist zwar nicht endgültig, aber die Aplerbecker Politiker gaben einen Wink in Richtung Rat der Stadt Dortmund, der am 12. Dezember vermutlich eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen wird.

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Es geht um den barrierefreien Ausbau des alten Bahnhofes, der einmal als „Industriebahnhof“ angelegt wurde. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Umbau an Ort und Stelle oder eine Verlegung um rund 300 Meter auf die andere Seite der Wittbräucker Straße in Richtung Osten – an die Fuldastraße. Schon im Vorfeld sprachen sich CDU und Teile der Grünen gegen eine Verlegung aus.

Es geht auch um Lärmschutz und Parkplätze

Die Gründe: Lärmschutz, fehlende Parkplätze und Zeitpunkt des Baus. Immer wieder fiel in der Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck der Satz „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.“ Soll heißen: Bei einem Umbau an Ort und Stelle stehen die Finanzen, der Zeitrahmen ist überschaubar. Wird der Bahnhof an andere Stelle neu gebaut, fällt Fördergeld zunächst weg und der Baubeginn steht in den Sternen.

Kommentar

Den Bahnhof verlegen und Ruhe ist

Nachhaltigkeit – ein heikles Thema. Vor allem in Zeiten, in denen der ökologische Gedanke immer mehr zählt. Im Falle des Bahnhofs Aplerbeck Süd gibt es zwei Optionen. Variante 1: Den Bahnhof verlegen, durch Rampen und die Nähe zur Aplerbecker Mark vermutlich mehr Fahrgäste erreichen, die fußläufig das Bahn-Angebot nutzen können. Oder Variante 2: Den Bahnhof an Ort und Stelle barrierefrei mit einem Aufzug ausbauen, etwas weiter vom Schuss liegend, aber zumindest schon einen nutzbaren Parkplatz vor Ort haben. Die BV sprach sich für den Umbau an Ort und Stelle aus. Ich habe da meine Zweifel. Es ist der Aufzug, der mich stört. Leider gibt es immer mehr Menschen, die aus Spaß an der Freud fremdes Eigentum zerstören. Ich glaube, dass dies auch schnell bei einem Aufzug an einem unübersichtlichen Bahnhof passieren wird. Dann ist es schnell vorbei mit der Barrierefreiheit. Daher: Verlegt das Ding und Ruhe ist!

Also, was tun? „Es geht hier doch auch um Nachhaltigkeit und Folgekosten“, so Fritz Goersmeyer (Grüne). Er war der Einzige, der sich vehement für eine Verlegung des Bahnhofes an die Fuldastraße aussprach. Denn hier wird es, wie am jetzigen Standort geplant, keinen Aufzug, sondern Rampen geben. Also keine Folgekosten in der Wartung und mehr Nachhaltigkeit, so argumentierte Goersmeyer.

Auch ein weiterer Faktor, der nicht von der Hand zu weisen sei: Die Nähe zu den Wohngebieten in der Aplerbecker Mark.

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Zahlreiche Bahnnutzer könnten so den Bahnhof leichter fußläufig oder mit dem Rad erreichen. Zudem seien auch Parkplätze an der Fuldastraße geplant. „Wir sollten dann lieber drei Jahre warten und dann aber einen modernen und zeitgemäßen Bahnhof haben“, so der Politiker der Grünen, der aber bei einem Großteil der BV-Mitglieder kein Gehör fand.

Der Rat wird wohl im Dezember entscheiden

Die sichere Nummer (also der Spatz) war für die meisten der anderen Politiker ausschlaggebend für eine Entscheidung, den Bahnhof Aplerbeck Süd an Ort und Stelle umzubauen. Eine schnelle Barrierefreiheit stand im Vordergrund und außerdem sei der Parkdruck im Bereich der Fuldastraße jetzt schon hoch.

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Der Bahnhof Aplerbeck Süd soll barrierefrei werden. Dafür wird er vermutlich auch verlegt.
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Ob die Entscheidung der Bezirksvertretung Aplerbeck im Rat der Stadt Dortmund Gehör findet, wird sich zeigen. Denn die Deutsche Bahn bevorzugt die Lösung, den Bahnhof an die Fuldastraße zu verlegen. Jetzt gilt es, die Ratssitzung im Dezember abzuwarten und dann wird man sehen, wie es weitergeht mit dem Bahnhof Aplerbeck Süd an der Wittbräucker Straße.

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