Unwetter in Dortmund: Feuerwehr hatte bis Sonntagabend rund 200 Sturm-Einsätze

Stürme „Dragi“ und „Eberhard“

Am Samstag sorgte Sturmtief „Dragi“ für Unwetter in Dortmund, tags drauf „Eberhard“: Allein am Sonntag hatte die Feuerwehr bis 19 Uhr rund 200 Einsätze. Zoo und Westfalenpark blieben zu.

Dortmund

, 09.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unwetter in Dortmund: Feuerwehr hatte bis Sonntagabend rund 200 Sturm-Einsätze

Am Samstagnachmittag benötigte die Polizei die Hilfe der Feuerwehr: Der Sturm hatte einen schweren Baum vor der Polizeiwache in Huckarde umgepustet - er blockierte die Einsatzfahrzeuge der Polizei. Die Feuerwehr machte die Ausfahrt wieder frei. © Helmut Kaczmarek

Der Deutsche Wetterdienst hatte für Sonntag (10. 3.) vor Unwettern in Dortmund gewarnt. Er erwartete infolge des Sturmtiefs „Eberhard“ schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 75 und 100 km/h und sogar Orkanböen um 120 km/h.

Die Feuerwehr zählte am Sonntag bis 19 Uhr rund 200 sturmbedingte Einsätze. Die Einsatzkräfte, auch die der Freiwilligen Feuerwehr, waren ab dem Nachmittag pausenlos im Einsatz, vor allem wegen loser Dachpfannen und umgestürzter Bäume. „Wir sind mit allen Kräften draußen und bemühen uns“, sagte ein Sprecher der Leitstelle. An der Straße Lange Reihe stürzte ein Baum auf ein Haus - dort setzte die Feuerwehr einen Kran ein. Nach Kenntnisstand der Feuerwehr wurde bis zum Abend niemand in Dortmund durch den Sturm verletzt.

Am Dortmunder Hauptbahnhof strandeten mehrere Hundert Fahrgäste, da die Bahn wegen des Sturms ihren Zugverkehr in NRW eingestellt hatte. Die Züge rollten nur zum nächsten Bahnhof und hielten dort.

Zoo und Westfalenpark blieben am Sonntag geschlossen

Der Zoo blieb am Sonntag wegen der Warnung vor schweren Sturmböen geschlossen, wie die Stadt Dortmund morgens mitteilte.

Auch der für Sonntag angesetzte „Star-Wars-Tag“ im Zoo wurde abgesagt. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger im Zoo brachten die Tiere in die Innengehege, damit sie nicht durch eventuell herabstürzende Äste oder Bäume verletzt werden.

Auch der Westfalenpark blieb geschlossen. Für kleine, einzelne Veranstaltungen wie Kindergeburtstage bei Mondo Mio würden Reglungen gefunden, hieß es von der Stadt. Sie zu besuchen sei ebenso möglich wie der Besuch der Ausstellung „Directions“ am Sonntagabend.

Bereits am Samstag stürmte es stark in Dortmund

Der Deutsche Wetterdienst hat bereits am Samstag (9. 3.) gleich mehrere Warnungen für Dortmund herausgegeben. Die Wetter-Experten warnten bis 20 Uhr vor Sturmböen bis 100 km/h sowie bis spätnachmittags vor starkem Gewitter.

Ab dem Samstagmittag war es sehr windig in Dortmund und regnete immer wieder kräftig - auch die Spieler der Partie des BVB gegen Stuttgart hatten ihre Mühe mit dem Wetter. In der Einsatzleitstelle der Feuerwehr blieb es allerdings zunächst ruhig - bis etwa 17 Uhr.

Bis abends verzeichnete die Feuerwehr 45 Einsätze

Vor allem zwischen 17.15 Uhr und 18.30 Uhr seien zahlreiche Anrufe eingegangen, die zu Sturmeinsätzen führten, berichtete die Feuerwehr Dortmund am Sonntagmorgen. Insgesamt habe es bis zum Samstagabend etwa 45 sturmbedingte Einsätze gegeben. Verletzt worden sei nach bisherigem Kenntnisstand niemand.

In Wambel hatte der Sturm ein etwa 1.000 Quadratmeter großes Tribünendach der Rennbahn nahezu komplett abgedeckt. Die Feuerwehr räumte einen Gastronomiebereich unter der Tribüne und sicherte die Einsatzstelle.

Unwetter in Dortmund: Feuerwehr hatte bis Sonntagabend rund 200 Sturm-Einsätze

Einsatz an der Zillestraße: Die Feuerwehr stellte eine mobile Ampelanlage, die umgestürzt war, wieder auf. © Oliver Schaper

An der Zillestraße im Dortmunder Süden gab es einen Feuerwehreinsatz, weil eine mobile Ampelanlage an einer Baustelle umgekippt war. Die Feuerwehrleute stellten sie wieder auf und sperrten dazu kurzzeitig die Straße.

An der B1 wurde durch den starken Sturm ein Baum entwurzelt, der auf der Fahrbahn landete. Die Feuerwehr beseitige den Baum - die Verkehrsteilnehmer mussten warten. Auch an der Deggingstraße landete ein Baum auf der Straße und musste entfernt werden.

Polizei benötigte die Hilfe der Feuerwehr

Gegen 17 Uhr erhielt die Feuerwehr einen Anruf aus Huckarde - von der Polizei. Die Freunde und Helfer der dortigen Polizeiwache hatten nämlich ein Problem: Ein großer Baum, den der Sturm umgepustet hatte, blockierte mehrere Einsatzfahrzeuge. Immerhin war der Baum so gestürzt, dass er nicht genau auf, sondern knapp neben zwei privaten Fahrzeugen landete. An den Einsatzfahrzeugen der Polizei entstanden Kratzer.

Unwetter in Dortmund: Feuerwehr hatte bis Sonntagabend rund 200 Sturm-Einsätze

Der Baum fiel stürzte immerhin nicht genau auf die parkenden Autos - sondern knapp daneben. © Helmut Kaczmarek

Ein Löschfahrzeug der Wache 5 der Berufsfeuerwehr rückte aus und räumte den Baum beiseite, sodass die Polizisten wieder freie Fahrt hatten.

Weil die Feuerwehr im Zeitraum zwischen 17.15 und 18.30 Uhr auch wegen zweier ausgelöster Brandmeldeanlagen und Gasgeruchs in einem Keller alarmiert wurde, hatten die Einsatzkräfte einiges zu tun. Neben der Berufsfeuerwehr waren auch Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Gegen 20 Uhr seien die allermeisten Einsätze erledigt gewesen, berichtet die Feuerwehr.

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