DEW21-Chef Frank Brinkmann soll gehen

Vertrag soll nicht verlängert werden

DEW21-Chef Frank Brinkmann muss seinen Chefposten nach Auslaufen des Vertrages 2017 räumen. Nach zahllosen Gefechten mit Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke hat Brinkmann nun auch keinen Rückhalt mehr bei den Ratsfraktionen von SPD und CDU.

DORTMUND

, 11.08.2016, 03:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
DEW21-Chef Frank Brinkmann soll gehen

Frank Brinkmann.

Das wurde jetzt bei einem Treffen der Partei- und Fraktionsspitzen von SPD und CDU deutlich. Es war das erste Sondierungsgespräch zu der Frage, welche Manager in städtischen Unternehmen mit der Verlängerung ihrer auslaufenden Verträge rechnen dürfen. In der vierstündigen Runde haben CDU-Parteichef Steffen Kanitz, CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel auf der einen Seite und SPD-Parteichefin Nadja Lüders sowie SPD-Fraktionschef Norbert Schilff auf der anderen Seite ein erstes, grobes Personalpaket geschnürt.

Einig waren sich beide Seiten, dass DEW-Geschäftsführer Frank Brinkmann 2017 vom Dortmunder Energieversorger verabschiedet. Brinkmann hat sich über die Jahre immer wieder auf Gefechte mit Stadtwerke-Chef Pehlke eingelassen und war oft unterschiedlicher Meinung. Das Steag-Engagement von DSW beispielsweise sieht Brinkmann ebenso kritisch wie die damalige Beteiligung am Pannenkraftwerk „Gekko“, die er nicht zu verantworten hatte. Nach den Arbeitnehmern haben ihm nun die Spitzen von SPD und CDU den Rückhalt entzogen. Einigkeit herrschte in der Runde darüber, dass Brinkmann, anders als noch vor Wochen, seinen Vertrag erfüllen soll. Der Posten soll neu ausgeschrieben werden. 

Verhandlungen

Verhandlungen darüber, ob DEW künftig von einem Chef mit CDU- oder mit SPD-Parteibuch geführt werden soll, hat es dem Vernehmen nach nicht gegeben.

Generell soll es in der Vierer-Runde „ein hohes Maß an Übereinstimmung“ gegeben haben. Heraus gekommen ist ein erster, grober Entwurf für ein Personaltableau. Demnach gehen DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung und sein Kollege Manfred Kossack, Arbeitsdirektor bei DSW und DEW, für möglicherweise drei Jahre in die Verlängerung. Jungs Vertrag endet 2017, der von Kossack 2018. Bedenken gegen eine weitere Laufzeit sind in der Runde nicht laut geworden. 

Schlagen die Arbeitnehmer Kossack erneut als ihren Kandidaten für den „doppelten Arbeitsdirektor“ vor, würden SPD und CDU mitziehen. Allerdings wünscht sich die CDU einen „generellen Orientierungsrahmen“ für das altersbedingte Ausscheiden von Vorständen und Geschäftsführern – während SPD-Fraktionschef Schilff für „Einzelfallentscheidungen“ warb.

Unterstützung sicher

Auch EDG-Chef Klaus Niesmann kann sich der Unterstützung von Schilff sicher sein. Schilff, Aufsichtsratsvorsitzender der EDG, hat in der Runde zu verstehen gegeben, den 2018 auslaufenden Vertrag verlängern zu wollen. Gleiches gilt für EDG-Geschäftsführer Frank Hengstenberg (CDU). Dessen Partei möchte auch in Zukunft mit ihren Farben in der insgesamt dreiköpfigen Führungsriege der EDG vertreten sein. Und die Vorstellungen der SPD-Spitzen: Sie möchten Hengstenberg einen Vertrag geben, der ihn im Grundsatz für fünf Jahre an die EDG bindet.

Ob das grob geschnürte Personalpaket Bestand hat, wird sich zeigen: Es soll ein weiteres Treffen geben. Zudem stehen Gespräche mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau an.

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