Diakonie warnt vor angeblichen Mitarbeitern

Betrugsmasche

"Marie" fragte, ob die alte Dame Geld wechseln könne - am Ende fehlte kostbarer Schmuck. Eine Unbekannte, die sich als Diakoniemitarbeiterin ausgab, und ihr Komplize brachten eine Senioren um deren Wertsachen. Die Diakonie warnt nun vor Betrügern, die vorgeben, Mitarbeiter zu sein.

DORTMUND

, 06.08.2016, 01:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diakonie warnt vor angeblichen Mitarbeitern

Die Diakonie warnt vor angeblichen Mitarbeitern.

Eine unbekannte Frau habe bei der alten Dame geschellt und sich als "Marie" von der Diakonie ausgegeben, so Angelika Szczepanski, Leiterin der Diakonie nördliche und westliche Innenstadt. Da die Seniorin Patientin der Diakonie-Station war, habe sie Zutritt in ihre Wohnung gewährt. Dann habe die Fremde gefragt, ob die Seniorin ihr Geld wechseln könne, sie dabei in ein Gespräch verwickelt und schließlich den Raum gewechselt.

In dieser Zeit muss eine zweite Person unbemerkt die Wohnung betreten haben. „Die angebliche Diakoniemitarbeiterin habe erst einen 100-Euro-Schein wechseln wollen. Als die alte Dame sagte, dass dies nicht möglich sei, fragte sie nach einem 50-Euro-Schein und habe sehr genau das Portemonnaie beobachtet. Das war der Seniorin verdächtig“, so Szczepanski.

„Im Nachhinein hat sie alles untersucht und festgestellt, dass ihr Schmuck fehlt“, beschreibt Angelika Szczepanski, die sich den Vorfall von der Seniorin genau erklären ließ. Den Vorfall gemeldet hatte die Nichte der Seniorin. Selbst möchte die Betroffene nicht mit uns sprechen. „Sie ist noch ganz aufgewühlt und musste die Geschichte jetzt schon so oft erzählen. Sie will nicht mehr“, so Angelika Szczepanski.

Polizei informiert

Die Leiterin der Diakoniestation war es auch, die am vergangenen Freitag die Polizei informierte. Für die Polizei handelt es sich bei dem Vorfall um eine klassische Betrugsmasche. „Einer gibt sich als Nachbar, Handwerker oder wie in diesem Fall als Diakoniemitarbeiter aus, verwickelt die Person in ein Gespräch, es kommt zum Raumwechsel und ein unbemerkter Komplize durchsucht die restlichen Räume“, erklärt Polizeisprecherin Cornelia Weigandt.

Die beschriebene Täterin soll klein und rundlich gewesen sein, dunkle, zu einem Zopf zusammengebundene Haare gehabt und mit einem osteuropäischen Akzent gesprochen haben, so die Täterbeschreibung, die der Polizei vorliegt.

Diakonie will Sicherheit verbessern

Das Diakonische Werk Dortmund und Lünen will jetzt auf Vorfälle wie diesen reagieren. „Wir sind gerade in Überlegungen, wie wir die Sicherheit unserer Patienten besser gewährleisten können“, so Reiner Rautenberg, Sprecher des Diakonischen Werkes Dortmund und Lünen.

Zwar würden die Mitarbeiter in der Regel Namensschilder tragen und kämen mit einem Diakonie-Dienstwagen, dennoch solle es zum Beispiel eindeutigere Namensschilder geben. Auch über einen Dienstausweis werde nachgedacht und über Dienstkleidung. „Wir müssen die Erkennbarkeit erhöhen, sodass die Senioren wissen, wem sie trauen können“, sagt Reiner Rautenberg.

Die Information über den Betrugsfall sei an alle Patienten und Angehörigen versandt worden. „Wir wollen die Menschen darauf aufmerksam machen, dass sie bei Unbekannten auf die Erkennbarkeit als Mitarbeiter achten oder sich bei Unsicherheit trauen, sich bei uns zu melden“, so der Diakoniesprecher. 

Wenn Mitarbeiter einer Diakoniestation Sie besuchen wollen, die Sie nicht kennen, sollten Sie misstrauisch sein und gegebenenfalls bei Ihrer Diakoniestation nachfragen. Eine Liste der Kontaktdaten der Diakoniestationen gibt es auf der .

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