Lea Flechtner ist 15 und steht regelmäßig auf der „Süd“. Nun hat sie ein Buch über den BVB, Fantradition und Ruhrgebietsgeschichte geschrieben. Dafür hat sie einige Berühmtheiten getroffen.

von Rebekka Wölky

Dortmund/Bochum

, 23.07.2018, 18:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei Lea Flechtner zu Hause ist vieles schwarzgelb. Ein Kissen mit BVB-Logo, Borussia-Sticker, vor allem aber viele Fotos und persönliche Erinnerungen in Bilderrahmen schmücken das Zimmer der 15-jährigen Bochumerin. Dass sie ihre Leidenschaft für den BVB lebt, ist offensichtlich.

Anzeige


Dass sie jedoch mit gerade einmal 15 Jahren bereits ein eigenes Buch über ihren Lieblingsfußballverein geschrieben haben würde, hat noch vor wenigen Jahren kaum jemand erwartet. „Meine Freunde waren schon sehr überrascht. Besonders, als das Buch dann auch tatsächlich fertig war und es nicht mehr nur die Idee war, es zu schreiben“, sagt Lea.

Von Bochum nach Dortmund für Interviews und Fotos

Zwei Jahre lang hat sie an dem unterhaltsamen Sachbuch „Wir sind Dortmund – Stolz in der Brust und das Herz auf der Zunge“ über Verein, Fangemeinschaft und die Ruhrgebietstraditionen Kohle und Stahl gearbeitet. Fast alle abgedruckten Fotos hat sie selbst gemacht, ist immer wieder von Bochum nach Dortmund gefahren, um manchmal ganze Tage damit zu verbringen, Interviews mit Spielern und Fans zu führen und Fotos von wichtigen Personen und traditionsreichen Orten zu schießen.

„Das Schreiben hat mir schon seit frühester Kindheit Spaß gemacht“, erzählt sie. „Als ich 13 war und Sommerferien hatte, wollte ich den Wunsch, ein Buch zu schreiben, dann in die Tat umsetzen.“

Eine eigene Kutte

Aber wie kommt ein 13-jähriges Mädchen auf die Idee, sich ausgerechnet den BVB als Thema vorzunehmen? „Ich bin seit der fünften Klasse Dortmund-Fan“, erklärt Lea. „Nach dem Double 2012 waren in meiner Klasse relativ viele BVB-Fans und sind es auch heute noch. Also keine Erfolgsfans. So kam es, dass ich mich auch dafür interessiert habe.“ Ihr Vater sei dann mit ihr ins Stadion gegangen, bis zu ihrem 14. Geburtstag in den Rewe-Familienblock.

Heute steht Lea regelmäßig auf der Südtribüne, hat dort viele Kontakte und ist sogar Mitglied im BVB-Fanclub Schwerte-Ergste. „Das ist ein Kuttenfanclub. Ich habe auch meine eigene Kutte und bekomme bald den Schwerte-Ergste-Teller“, sagt sie. Durch ihr schriftstellerisches Fan-Engagement hat sie sich den Mitgliedsstatus im Club wohl auch mehr als verdient.

Die 15-jährige Lea Flechtner hat ein Buch über Fangemeinschaft und Tradition geschrieben

Die 15-jährige Lea Flechtner laß ihr Buch über den BVB in der Berswordt-Halle. Natürlich in ihrer eigenen Kutte, so wie es sich für einen echten BVB-Fan gehört. © Flechtner

Der Fokus des Buches liegt auf den Fans

Um das BVB-Fanleben geht es auch in Kapiteln ihres Buches. „Es handelt nicht nur von dem Verein selbst, sondern auch von der Ruhrgebietsgeschichte, zum Beispiel von der Kokerei Hansa und Hoesch. Aber der Fokus liegt vor allem auf den Fans und darauf, das Vereinsleben neu zu erzählen.“ Auch dem Thema „Frauen in der aktiven Fanszene“ hat Lea sich gewidmet. „Auch Frauen können echte Fußballfans sein. Wenn ich als Mädchen allein ins Stadion gehe, werde ich trotzdem immer wieder gefragt, was ich dort mache.“

Lea hat in den vergangen Jahren Interviews mit bekannten BVB-Persönlichkeiten wie Norbert Dickel und Neven Subotic, aber auch mit Spielern der U23-Mannschaft geführt. Dort sei auch die Fangemeinschaft wiederum eine ganz andere und man sehe noch häufiger bekannte Gesichter als auf der Südtribüne. Die Unterstützung des kleineren, aber ebenso treuen Fankreises komme direkt bei den Spielern an.

Neue Projekte sind schon angedacht

Das ganze Projekt mit Interviews, Fotos und Layout sei dann doch mehr Arbeit gewesen und habe länger gedauert, als Lea es sich mit 13 vorgestellt hat. Denn neben der Schule ein Buch zu schreiben, ist aufwendig. „Ich wollte unbedingt fertig sein, bevor der Abiturstress anfängt“, sagt die junge Autorin. Das hat geklappt: Nach den Sommerferien kommt sie in die elfte Klasse.

Nach der Schule möchte sie auf jeden Fall weiterhin schreiben. Allerdings nicht hauptberuflich. Und sie möchte sich auch nicht auf Sachbücher und Fußball beschränken. „Vielleicht versuche ich mich dann an einem Drehbuch. Das finde ich interessant, weil man sich auf so viele verschiedene Dinge gleichzeitig konzentrieren muss.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Massenschlägerei in Dortmund
Matthias Stec (38) bemerkt zufällig Überfall von Schalkern auf BVB-Ultras - und beendet ihn