Die CDU feiert, die SPD leckt ihre Wunden

Landtagswahlen in Dortmund

Als am Sonntag um 18 Uhr die erste Prognose der Landtagswahlen auf dem Bildschirm erschien, gab es im Dortmunder Rathaus Riesenjubel bei der CDU und lange Gesichter bei der SPD. Die Sozialdemokraten haben in Dortmund mit 10,1 Prozentpunkten sogar noch mehr verloren als im Landesschnitt. Alle Ergebnisse, Bilder und Videos des Wahlabends.

DORTMUND

, 15.05.2017, 12:08 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die CDU feiert, die SPD leckt ihre Wunden

Gute Stimmung herrschte bei der CDU.

Die CDU erzielt in Dortmund einen Stimmzuwachs um 6,8 Prozentpunkte. Sie konnte 24,3 Prozent der Dortmunder Wähler für sich gewinnen. Die SPD büßte im Vergleich zu den letzten Landtagswahlen 2015 10,1 Prozentpunkte ein und kommt auf 36,9 Prozent.

Die Grünen sind abgestürzt von 13 auf 7,3 Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl, die Piraten sogar von 8,9 auf 1,3 Prozent. Die Linke, in Düsseldorf aus dem Landtag rausgeflogen, konnte ihr Ergebnis in Dortmund von 3,3 Prozent mit jetzt 6,7 Prozent mehr als verdoppeln. Die AfD landete bei 8,2 Prozent.

 

 

Die Ergebnisse der einzelnen Wahllokale gibt es auf der Homepage der Stadt (unter den Ergebnissen für die einzelnen Parteien).

CDU feiert mit Torte

Während eine Torte mit CDU-Logo hereingetragen wurde, sprach CDU-Parteichef Steffen Kanitz vor den Anhängern seiner Partei von einem „historischen Tag“ für die CDU und einem „extrem guten Tag“ für Nordrhein-Westfalen und für Dortmund: „Dieser Wahlkampf war brillant, vor allem auf den letzten Metern. Wir haben alle geschlossen auf den Regierungswechsel hingearbeitet.“ Sollte es auf eine bürgerliche Mehrheit im Landtag hinauslaufen, so Kanitz, „wäre das ein gutes Signal“.

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Die Stimmung im Rathaus

Im Rathaus verfolgen die Bürger die Wahlen. Auch Vertreter der Parteien haben sich dort versammelt.
14.05.2017
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Eine Torte gab es bei der CDU.© Foto: Oliver Schaper
Bei der FDP war die Stimmung gut.© Foto: Stephan Schütze
Die Ballons flogen bei den Grünen nicht.© Foto: Stephan Schütze
Kreative Aktion gegen REchts. Bunt statt braun ergeben diese T-Shirts der Grünen.© Foto: Oliver Schaper
"Bunt statt braun": So kreativ begegneten die Grünen den Neonazis im Rathaus. Dafür gab es spontanen Applaus.© Foto: Peter Bandermann
15 Neonazis sind im Dortmunder Rathaus vor Ort. Ihnen begegnete die SPD mit einem Transparent. "Dortmund nazifrei" steht darauf.© Foto: Peter Bandermann
Vertreter und Anhänger der Partei die Rechte haben sich isoliert an Tischen im Rathaus positioniert. Ihnen schlug Protest entgegen.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper
Im Rathaus steigt die große Wahlparty.© Foto: Oliver Schaper

Der Jubel schwoll noch einmal an, als Die Linke in den landesweiten Hochrechnungen unter fünf Prozent fiel. Damit wäre eine schwarz-gelbe Mehrheit möglich.

Beifall gab es auch für die vier Landtagskandidaten der CDU, von denen keiner den Wahlkreis direkt holen konnte. Besonderes Lob hielt Parteichef Kanitz für Claudia Middendorf bereit, die 2012 über die Liste in den Landtag eingezogen war: „Du warst in den letzten fünf Jahren unser direkter Draht nach Düsseldorf und hast mehr bewegt als die anderen Dortmunder Abgeordneten zusammen.“ Middendorf, die vor fünf Jahren gegen Arbeitsminister Guntram Schneider angetreten war, konnte jetzt den Abstand zur SPD-Konkurrentin Anja Butschkau von damals 25 auf jetzt 6,6 Prozentpunkte verkürzen.

 

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So feiert die CDU

Allen Grund zur Freude hatte die CDU. Ihre Partei hat nrw-weit gewonnen. Auch in Dortmund ist das Ergebnis besser als bei der vergangenen Landtagswahl.
14.05.2017
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Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Foto: Oliver Schaper
Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Oliver Schaper
Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Foto: Oliver Schaper
Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Oliver Schaper
Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Oliver Schaper
Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Oliver Schaper
Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Foto: Stephan Schuetze
Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Foto: Stephan Schuetze
Gute Stimmung herrschte bei der CDU.© Foto: Stephan Schuetze

 

Wiederauferstehung bei der FDP

„Ein sensationelles Ergebnis der FDP“, freute sich auch der Kreisvorsitzende, Michael Kauch, „man hat uns totgesagt, dies ist definitiv die Wiederauferstehung. Eine herausragende Ausgangsposition für die Bundestagswahl.“

 

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Die Reaktionen der Parteien im Rathaus

Je nach Ergebnis sehr unterschiedlich fielen die Reaktionen auf die erste Hochrechnung bei den einzelnen Parten aus.
14.05.2017
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Riesiger Jubel herrschte bei der CDU.© Foto: Oliver Schaper
Eher ruhiger ging es bei den Grünen zu.© Foto: Oliver Schaper
CDU-Chef Steffen Kanitz und Bundestagsabgeordneter Thorsten Hoffmann (CDu) jubeln angesichts der prognostizierten Zahlen.© Foto: Oliver Schaper
Katerstimmung herrschte dagegen bei der SPD nach Bekanntgabe der Prognose.© Foto: Oliver Schaper
Jubel gab es auch bei der FDP.© Foto: Oliver Schaper

Tiefe Enttäuschung bei der SPD

Bei der SPD und bei den Grünen saß die Enttäuschung tief. Erst nach zweieinhalb Stunden traten die SPD-Unterbezirksvorsitzende und wiedergewählte Landtagsabgeordnete Nadja Lüders und ihre Landtagskollegen vor die wartende Basis.

 

 

Im Saal Rothe Erde gab es neben Blumen trotzigen Applaus für das Abgeordneten-Quartett, auch wenn den Genossen sichtlich nicht nach feiern zu Mute war. „Für uns ist das heute ein sehr trauriger Tag – aber gleichzeitig auch ein schöner Tag. Denn wir haben alle vier Direktwahlkreise geholt. Gleichzeitig müssen wir eine bittere Niederlage auf Landesebene eingestehen“, sagte Nadja Lüders. Man müsse das Ergebnis nun gründlich analysieren, sagte sie. Es dürfe jetzt keine Schnellschüsse und die Suche nach Sündenböcken geben. „Das wird für uns im Land keine leichte Zeit“, prophezeite Lüders. „Aber wir müssen den Blick nach vorne richten.“

Das fiel den anwesenden Parteifreunden allerdings an diesem Abend schwer. Die Erwartungen waren nach den letzten Meinungsumfragen ohnehin gedrückt, doch als um 18 Uhr die ersten Prognosen eine dramatische Niederlage für die SPD im Land verkündeten, schallte ein langgezogenes „Neeeiin“ durch den Saal. „Schrecklich. Das ist schon ein Tiefschlag“, kommentierte die bisherige SPD-Landtagsabgeordnete Gerda Kieninger das Ergebnis. Eine Erklärung hatte noch niemand für das desaströse Abschneiden und die Abwahl der rot-grünen Landesregierung.

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So war die Stimmung bei der SPD

Sichtlich bedrückt kamen die SPD-Kandidaten zur Wahlfeier. Es sei ein trauriger Tag, so SPD-Kandidatin Nadja Lüders. Aber in Dortmund können man sich auch freuen, weil die SPD alle vier Direktwahlkreise gewonnen habe.
14.05.2017
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Vier Direktmandate für Dortmund: So hatte die SPD doch einen Grund, ein wenig zu feiern.© Foto: Stephan Schütze
Vier Direktmandate für Dortmund: So hatte die SPD doch einen Grund, ein wenig zu feiern.© Foto: Stephan Schütze
Vier Direktmandate für Dortmund: So hatte die SPD doch einen Grund, ein wenig zu feiern.© Foto: Stephan Schütze
Vier Direktmandate für Dortmund: So hatte die SPD doch einen Grund, ein wenig zu feiern.© Foto: Stephan Schütze
Vier Direktmandate für Dortmund: So hatte die SPD doch einen Grund, ein wenig zu feiern.© Foto: Stephan Schütze
SPD-Kandidat Volkan Baran zieht in den Landtag ein.© Foto: Oliver Schaper
Trauer herrschte bei der SPD.© Foto: Oliver Schaper
Nadja Lüders (links) sprach von einem traurigen Tag für die SPD.© Foto: Oliver Schaper
Gespannt wartete die Öffentlichkeit auf die Reaktion der SPD-Kandidaten.© Foto: Oliver Schaper
Nadja Lüder, Volkan Baran, Anja Butschkau und Armin Jahl von der SPD dürfen sich freuen. Sie ziehen in den Landtag ein - auch wenn ihre Partei verloren hat.© Foto: Oliver Schaper
Die Wahlkämpfer der SPD.© Foto: Oliver Schaper

Bei der Frage, ob man nun als Juniorpartner in eine Große Koalition mit der CDU gehen wolle, um eine schwarz-gelbe Landesregierung zu verhindern, gab es eine klare Tendenz. „Wer so abgewatscht wird, kann nicht in die Regierung gehen“, meinte der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow. Auch mit Blick auf die Bundestagswahl im September sei eine Große Koalition ein fatales Signal. „Aus der Opposition heraus kann man viel stärker den Finger in die Wunde legen. Das ist vielleicht auch nicht schlecht für die SPD“, stellte der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Norbert Schilff zu dem Thema fest.

 

Grüne: Minimalziel erreicht

Lange Gesichter gab es einige Türen weiter auch bei den Grünen. „Dass das Ergebnis nicht toll wird, war absehbar“, erklärte Ulrich Langhorst, Landtagskandidat und Sprecher der Grünen-Ratsfraktion. „Unser Minimalziel, wieder im Landtag vertreten zu sein, ist erreicht, mehr aber auch nicht.“

Er selbst hatte sich nach den Prognosen der vergangenen Wochen ohnehin wenig Hoffnung gemacht, mit Platz 24 auf der Parteiliste in den Landtag zu kommen.

 

 

Unser Liveticker vom Wahlabend zum Nachlesen:

 

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