IT-Panne bei Commerzbank trifft Tausende Dortmunder Bankkunden – auch anderer Banken

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Wegen einer IT-Störung bei der Commerzbank wurde am Montag stundenlang der Zahlungsverkehr nicht verarbeitet. Das betrifft auch in Dortmund viele Kunden aller Banken. Und die Banken selbst.

Dortmund

, 04.06.2019, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine bundesweite IT-Panne bei der Commerzbank hat am Montag (3. 6.) dafür gesorgt, dass Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften nicht verarbeitet werden konnten. Die Störung trat zwischen 0 Uhr und 8.30 Uhr auf, und zwar bei Konten mit der Ziffer 4 an der achten Stelle der IBAN.

Betroffen sind nicht nur Kunden der Commerzbank, sondern auch solche anderer Banken, die Zahlungen an Commerzbank-Konten zu leisten hatten oder auf Zahlungen von Commerzbank-Kunden warteten. Der Dortmunder Fotograf Nils Foltynowicz beispielsweise, Sparkassen-Kunde, überwies am Freitag (31. 5.) knapp 700 Euro an seine Autowerkstatt – dachte er. „Am Montag kam eine Rückbuchung mit dem Hinweis, die IBAN sei falsch.“ Er überprüfte die Nummer, rief in der Werkstatt an, ob sich deren Bankverbindung geändert habe – nein. Bei der Sparkasse erfuhr Foltynowicz, dass es sich um ein Problem der Commerzbank handle, bei der die Werkstatt ihr Konto hat.

Commerzbank nennt keine Zahl der Betroffenen

Ein Sprecher der Commerzbank nannte keine Zahl betroffener Kunden in Dortmund – so wie die Bank auch für ganz Deutschland keine Zahl kommuniziert. Betroffen, so der Sprecher, seien Kunden nur, wenn von ihren Konten am Montagvormittag Überweisungen, Daueraufträge oder Lastschriften gebucht wurden. Wenn Commerzbank-Kunden etwa durch die Rückbuchung von Lastschriften oder durch Mahngebühren infolge nicht eingehaltener Fristen belastet wurden, könnten sie auf ihren Berater zugehen, so der Sprecher. Wie es mit Schäden aussieht, die Kunden anderer Banken entstanden sind, werde noch geprüft.

Ausmaß der Folgen ist noch nicht absehbar

Selbst bei konservativer Schätzung dürften Tausende Dortmunder Kunden aller Banken betroffen sein. „Da liegen Sie bestimmt nicht falsch“, sagt Ralf Hoof, Leiter eBusiness bei der Dortmunder Volksbank. Dort sei das Ausmaß der Folgen durch die IT-Panne der Commerzbank „noch nicht absehbar“, man stehe vor allem mit den großen Kunden in Kontakt, deren in Auftrag gegebene Lastschriften an Commerzbank-Kunden nicht ausgeführt werden konnten. Privatkunden, die zu einer Überweisung einen Fehlerhinweis erhalten haben, rät Hoof, die Überweisung nun neu zu tätigen.

Bei der Sparkasse Dortmund hätten sich „viele Kunden unter anderem über nicht ausgeführte Überweisungen“ beschwert, teilt Sprecherin Katja Schütte mit. Auch die Sparkasse könne noch keine Aussage dazu treffen, wie viele Kunden betroffen sind. Es gelte aber: Für nicht durchgeführte – also wegen der Commerzbank-Panne nicht erfolgreiche – Überweisungen entstünden den Sparkassen-Kunden keine Kosten. Bei Schadensersatzansprüchen, etwa im Falle eines Zahlungsverzugs, sei die Commerzbank der richtige Ansprechpartner.

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