Die Dortmunderin Nina Schönefeld will „Miss Handwerk 2020“ werden

rnInterview zu „Miss Handwerk 2020“

Gesucht wird Deutschlands schönste Handwerkerin. Die Dortmunderin Nina Schönefeld hat gute Chancen auf den Titel. Im Interview erzählt sie, wie aus einer Gesellin ein Model (Foto im Text) wird.

Dortmund

, 31.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am 11. März 2020 werden auf der Internationalen Handwerksmesse München "Miss und Mister Handwerk 2020" gekürt. Im Wettbewerb, der vom Deutschen Handwerksblatt, der IKK Classic und der Signal Iduna Gruppe ausgerichtet wird, hat die 24-jährige Dortmunderin Nina Schönefeld beste Chancen, am Ende auf dem Treppchen zu stehen, den Titel Deutschlands schönste Handwerkerin verliehen zu bekommen.

Beim Foto-Shooting des Wettbewerbs Germany's Power People hat es die Gesellin als Schilder- und Lichtreklameherstellerin der Neon Wertz GmbH bereits zu Kalender-Ehren gebracht. Dass sie es bis ins Finale schaffen würde, hat die Dortmunderin selbst nicht geglaubt, wie sie im Interview erzählt.

Wann haben Sie davon erfahren, dass Sie zu den Finalistinnen, zu den sechs schönsten Frauen des Wettbewerbs, im Voting gewählt wurden?

Anfang Dezember war das. Wie viele der Stimmen ich bekommen habe, weiß ich aber nicht. Es wird nur angegegeben, wie viel Leute insgesamt an dem Voting im Internet teilgenommen haben. Aktuell liegt der Zähler bei 158.307 Menschen.

Was war eigentlich die Motivation für Sie, bei so einem Wettbewerb mitzumachen?

Mein Vater war da ausschlaggebend. Er hatte den Wettbewerb in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt und meinte zu mir, dass ich da gute Chancen hätte. Ich hielt das für Quatsch, aber habe mich dann doch dazu durchgerungen, teilzunehmen. Als ich die Einladung zum Foto-Shooting bekam, war ich total überwältigt.

Wann fand das Shooting statt und wie fühlte sich das für Sie an?

Das war im September 2019. Man hatte uns im Vorfeld gebeten, Arbeitskleidung und typische Utensilien und Werkzeuge einzupacken. Sonst wußte man nicht, was man zu erwarten hatte. Ich weiß auch selbst gar nicht mehr, wie lang das alles gedauert hat mit den Fotos. Ich hatte so total das Zeitgefühl verloren. Und dass man mich schließlich als Model für den Kalender ausgewählt hatte, war der Wahnsinn - das war ein Meilenstein für mich!

Das hört sich nicht so an, als wären Sie besonders extrovertiert.

Ich war immer schon eine eher unauffällige Person. Die Menschen haben mich mehr übersehen, als sonst irgendwen. Gerade in der Schulzeit am Immanuel-Kant-Gymnasium war ich sehr ruhig, extrem zurückhaltend. Ich war total schüchtern. Das hat lange gedauert, bis ich auftaute. Daher war die Erfahrung mit dem Kalender-Shooting so unfassbar. Einfach im Mittelpunkt zu stehen, das kannte ich in der Ausprägung so gar nicht.

So sieht Nina Schönefeld auf dem Kalenderfoto aus.

So sieht Nina Schönefeld auf dem Kalenderfoto aus. © WERBEFOTOGRAFIE WEISS GMBH

Kam ein Studium direkt nach dem Abitur nicht für Sie in Frage?

Ich wollte im kreativen Bereich etwas machen. Daher war Studieren schon eine Option. Nur waren die Studiengänge, die ich interessant fand, für mich nicht finanzierbar. Ich wollte nicht gleich mit Schulden ins Berufsleben starten. Anstatt zu Studieren, habe ich verschiedene Praktika absolviert. Ich war beim Fotografen und in der Hörgerätetechnik unterwegs, habe Erfahrungen gesammelt. Letztlich bin ich in der Werbetechnik hängengeblieben.

Das mediale Interesse an Ihnen ist seit dem Einzug ins Finale des Wettbewerbs groß, oder?

Das ist schon ziemlich cool. Ich fühle mich, als wenn ich viel bewegen kann, die Leute auf meinen Beruf aufmerksam mache. So bekannt ist das Berufsbild der Schilder- und Lichtreklameherstellerin in der Öffentlichkeit auch noch nicht. Der Contest ist ein gutes Mittel, das bekannter zu machen. Wäre also nicht schlimm, wenn ich nicht gewinne. Um ehrlich zu sein, bin ich nervös, was das Finale in München angeht. Vor so vielen Leuten auf einer Bühne zu stehen, das bereitet mir feuchte Hände vor Aufregung.

Gab es bezüglich der Teilnahme am Wettbewerb keine kritischen Stimmen seitens Freunden und Familie?

Das überhaupt nicht. Alle stehen voll und ganz hinter mir, ich bekomme sowohl von meinem Freund,meiner Familie, Bekannten und Freunden. Und mein Chef findet's total super.

Das heißt, dass sich alle schon den Kalender geholt haben?

Ja, bei uns im Betrieb hängt mittlerweile in jeder Abteilung schon einer. Im Bekanntenkreis gibt's ebenfalls viele Anfragen. Mich sprechen sogar Leute an, die für mich abgestimmt haben und jetzt wissen wollen, ob sie einen Kalender bekommen dafür.

Haben Sie keine Bedenken, noch mehr in der Öffentlichkeit präsent zu sein, wenn Sie den Titel gewinnen?

Es gibt Überlegungen im Betrieb, dass neue Arbeitsfahrzeuge demnächst vielleicht mit meinem Konterfei beklebt werden könnten. Es bleibt abzuwarten, ob mich dann Leute in der Öffentlichkeit ansprechen. Bisher ist das nicht passiert. Das könnte daran liegen, dass ich anders als bei den Shootings die Haare sonst nicht offen trage und nur ganz dezent geschminkt bin.

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