Die „Fliegenden Bilder“ am U verschwinden - aber nur für kurze Zeit

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Seit zehn Jahren leuchten sie vom U-Turm. Die „Fliegenden Bilder“ gelten als Wahrzeichen der Stadt. Doch in den nächsten Wochen bleibt der U-Turm dunkel. Das hat einen besonderen Grund.

Dortmund

, 22.11.2020, 14:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Fliegenden Bilder“, sagt Adolf Winkelmann, „sind inzwischen eine Diva. Die machen jeden Tag Sachen, die sie nicht tun sollen.“ Der Regisseur und Erfinder der „Fliegenden Bilder“ auf dem U-Turm, liefert auch gleich den Beweis. „Mach mal Blau“, bittet er per Handy seinen Mitarbeiter Gerrit Hecht, der die Installation am U-Turm seit vielen Jahren technisch betreut.

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Kurz darauf flimmern weiße und gelbe Lichter über die LED-Front. „Das Blau ist hinüber“, stellt Adolf Winkelmann fest.

Start im Kulturhauptstadt-Jahr

Kein Wunder: Seit genau zehn Jahren leuchten die „Fliegenden Bilder“ vom Dach des U-Turms, der sich im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 in ein Zentrum für Kunst und Kultur verwandelt hat. Inzwischen sind sie ein Wahrzeichen der Stadt.

Überdimensionale Tauben zeigen seitdem die volle Stunde an. Winkelmann lässt an der Dachkrone Kinder tanzen, glühenden Stahl walzen und Bier schäumen. Wenn der BVB spielt, zappeln schwarzgelbe Kickerfiguren. „Da stört das kaputte Blau ja nicht“, stellt der Filmemacher fest.

Gut 100 Installationen hat er inzwischen für den Turm entwickelt. Auch politische Botschaften, etwa gegen Nazis, sind dabei. Zuletzt machte Winkelmann mit dem Satz „Art inside“ auf den Kultur-Lockdown aufmerksam, der auch den U-Turm trifft.

Dass die Bilder fliegen, ermöglichen 1,2 Millionen LED-Lämpchen, die in 6000 Lamellen angeordnet sind. Die nimmt man aber nur wahr, wenn man auf der Besucherterrasse des U-Turms unmittelbar vor ihnen steht.

Regisseur Adolf Winkelmann vor seinen "Fliegenden Bildern" am U-Turm.

Regisseur Adolf Winkelmann vor seinen "Fliegenden Bildern" am U-Turm. © Oliver Volmerich

Normalerweise, sagt Adolf Winkelmann, schaffen die LED-Lichter 50.000 Betriebsstunden. Jetzt, nach zehn Jahren, haben sie schon 75.000 Betriebsstunden geschafft. „Irgendwann machen auch die tollsten LED-Lichter schlapp und leuchten nur noch halb so hell“, stellt Winkelmann fest.

Sanierung für 2,6 Millionen Euro

Schon vor drei Jahren hat er deshalb die Sanierung angemahnt. Vor zwei Jahren hat sie der Rat der Stadt beschlossen. 2,6 Millionen Euro wurden bewilligt. Schließlich müssen alle 6000 Lamellen mit jeweils 200 LED’s und die dazugehörigen Steuermodule ausgetauscht werden.

Die Arbeiten dazu waren eigentlich für den Herbst 2019 angekündigt. Doch Vorbereitung und Ausschreibung brauchten viel Zeit. Jetzt kann aber die Rundum-Erneuerung starten.

Vorbereitende Arbeiten für die Sanierung der "Fliegenden Bilder" auf dem U-Turm laufen bereits.

Vorbereitende Arbeiten für die Sanierung der "Fliegenden Bilder" auf dem U-Turm laufen bereits. © Oliver Volmerich

Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma waren am Freitag schon damit beschäftigt, neue Sicherheitsleinen zu spannen und Haken anzubringen. Am Montag (23.11.) beginnt dann der Austausch der Technik. Und der U-Turm bleibt dunkel. Für mehrere Wochen. „Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Jahresende“, kündigt die Stadt an. „Bis dahin ruhen die ‚Fliegenden Bilder‘.“

Im neuen Jahr wird dann auch die Steuerungstechnik erneuert. Der Computer ist nach zehn Jahren völlig veraltet, erklärt Winkelmann. Voraussichtlich im Februar 2021 müssen die „Fliegenden Bilder“ dann noch einmal für drei Wochen pausieren.

Danach aber strahlen sie umso heller und klarer. Und es wird dann auch neue Filme geben, verspricht Adolf Winkelmann.

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Die „Fliegenden Bilder“ auf dem U-Turm sind inzwischen ein Wahrzeichen der Stadt. Erfinder Adolf Winkelmann erklärt jetzt, wie sie auf den Turm kamen - auf eine ganz besondere Weise. Von Oliver Volmerich

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