"Die Geschichte vom Soldaten" im Depot

DORTMUND Man stelle sich vor: Claus Dieter Clausnitzer erzählt eine Geschichte zur Musik Strawinskis, während Elevinnen der Ballettschule „Tanzstelle“ das Geschehen pantomimisch umsetzen. So zu sehen am Wochenende im theater im depot – in einer ganz und gar außergewöhnliche Produktion.

von Von Katrin Pinetzki

, 13.06.2008, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Die Geschichte vom Soldaten" im Depot

Der Soldat (Antonia Gehrke) wird vom Teufel hereingelegt.

Es geht um „Die Geschichte vom Soldaten“: Der begegnet auf dem Weg in den Urlaub dem Teufel und verkauft ihm zwar nicht seine Seele, sondern seine Geige. Doch sein Glück ist damit dahin – obwohl er dank eines Zauberbuches reich wird, verliert er Freude und Freunde.

Gleich drei Sparten darstellender Kunst finden auf der Bühne Platz. Das „Amadeus Kammerorchester“ unter Felix Reimann bildet mit zwei Blechbläsern, zwei Streichern, zwei Holzbläsern und Schlagzeug die Besetzung für diese kleine Perle des Musiktheaters, die Strawinski kurz vor Ende des ersten Weltkriegs als Wanderproduktion ersann. Nach Marsch und Tango, Walzer, Ragtime oder Orient klingt seine Partitur. Schauspieler Claus Dieter Clausnitzer lässt seine Stimme flüstern und grollen, er singt und schreit, lacht dämonisch und verleiht so sowohl dem Teufel als auch dem Soldaten Profil.

Die Sprache verschlagen wie gewohnt die kleinen Profis von der Tanzstelle. Jana Riesenberg ist mit ihren neun Jahren ein Teufel, wie man ihn sich ausdrucksstärker kaum vorstellen kann. Antonia Gehrke (16) tanzt den Soldaten als armen Getriebenen seiner Gelüste, ihre Schwester Sophia (12) ist die anmutige Königstochter, die er am Ende bekommt – und wieder verliert.

Choreograf Wojtek Hankiewicz setzte die Geschichte eins zu eins in klassische Ballettbilder um – durch ein wenig mehr Emanzipation vom Text statt reiner Pantomime hätte die Darstellung vielleicht noch mehr gewonnen.

Verdienten Jubel und begeisterten Applaus ernteten Musiker, Schauspieler und Tänzer schon bei den beiden Schulvorstellungen in dieser Woche. Heute wird die Abend-Premiere gefeiert.

Termine: 14.6., 20 Uhr u. 15.6., 17 Uhr, Immermannstr. 39, Karten (15/10  €) im KulturInfoshop

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