„Die kalte Jahreszeit wird ein Riesenproblem werden“

rnCoronavirus in Dortmund

Trotz teils steigender Fallzahlen bleibt die Zahl der stationär behandelten Covid-19-Patienten in Dortmund niedrig. Ein wenig sorgenvoll blickt der Klinikum-Chef dennoch in Richtung Zukunft.

Dortmund

, 11.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Derzeit steigen die Fallzahlen der Infektionen mit dem Coronavirus in Dortmund zwar leicht an, „bei so vielen Krankenhaus-Kapazitäten ist das aber noch kein Problem“, so Rudolf Mintrop, Vorsitzender der Geschäftsführung des Klinikums Dortmund. Das Klinikum nehme etwa drei Viertel der stationär zu behandelnden Covid-19-Patienten auf - noch gestalte sich das unkritisch.

Kein Anstieg der stationären Covid-19-Fälle

Anders als die steigende Gesamtzahl der Infektionsfälle bleibe die Zahl der stationär behandelten Patienten momentan relativ konstant bei für gewöhnlich unter 20 Personen. Dass sich diese Zahl nicht erhöht, führt Mintrop zum Teil auf das Alter der zuletzt infizierten Personen zurück.

Viele von ihnen seien Reiserückkehrer gewesen und eher in jüngerem oder mittlerem Alter. Infizierte Personen in diesem Alter müssen demnach seltener stationär behandelt werden. Trotzdem bleibe laut Mintrop abzuwarten, wie sich die Zahlen weiter entwickeln. „Gedanklich und organisatorisch bin ich weniger in der Jetzt-Zeit, sondern eher in den Vorbereitungen auf die Winterzeit“, so Mintrop. „Die kalte Jahreszeit wird ein Riesenproblem werden.“

Unterscheidung zwischen infiziert und nicht-infiziert schwierig

„Husten oder Schnupfen“, so Mintrop, „sind jetzt im Sommer Symptome, die gleich einen Corona-Verdacht auslösen.“ Doch im Winterhalbjahr, etwa zwischen Oktober und März, kommen andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen hinzu. Und damit könnte auch die Zahl möglicher Verdachtsfälle steigen.

Ziel sei es daher nun, im Klinikum genügend Möglichkeiten zur Isolation zu schaffen. „Gleichzeitig muss der Normalbetrieb unbedingt weiterlaufen, getrennt vom Covid-19-Betrieb“, fährt Mintrop fort.

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Das Klinikum baut auf ein Höchstmaß an Flexibilität

Um dies zu erreichen, sei ein Höchstmaß an Flexibilität notwendig. Durch verschiedene Stufen können die Kapazitäten, je nach Notwendigkeit, jederzeit erweitert werden. Dies betreffe sowohl die Testungen als auch die Isolationsbereiche.

Mit Schutzbekleidung sei das Klinikum jedenfalls gut ausgestattet. „Im April und Mai war das weltweit ein großes Thema, aber zwischenzeitlich konnten wir ausreichend einlagern“, heißt es von der Leitung des Klinikums. Es herrsche nicht mehr die weltweite Panik wie zu Anfang der Pandemie. „Es haben ja alle gedacht, Bergamo ist überall. Aber so kam es zum Glück nicht.“

„Wir sind so gut es geht vorbereitet“

„Was uns tatsächlich in nächster Zeit bevorsteht, hängt vom Verhalten der Bürger ab“, stellt Mintrop mit Bezug auf die allgemeingültigen Hygieneregeln fest. Die Winterzeit werde nicht leicht. Gleichzeitig meint er: „Was die Zukunft bringt, ist viel Spekulation, aber wir sind so gut es geht vorbereitet.“

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