«Die Kokerei Hansa lebt»

Huckarde «Guck mal! Ich habe eine Wasserspinne gefangen!», ruft die 9-jährige Michelle aufgeregt ihrer Freundin Vanessa zu. Interessiert beugen sich beide Mädchen über das Behältnis in dem eine kleine schwarze Spinne umherirrt. «Die schwimmt ja die ganze Zeit kopfüber durchs Wasser», wundert sich Vanessa.

03.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da ist auch schon Diplom-Biologin Erika Frehn zur Stelle, die den beiden Mädchen erklärt, warum die Wasserspinne denn am liebsten so schwimmt wie sie schwimmt. Auch die vierte Pido-Club Entdeckungstour auf der Kokerei Hansa in Huckarde ist wieder ein Abenteuer. Und das liegt nicht nur an Pido, dem riesigen, etwas unbeholfenen Pinguin und Maskottchen des gleichnamigen Clubs, der den Kindern bei ihrer Erforschung der Tier und Pflanzenwelt der Kokerei über die Schulter schaut. Während Pido noch mit den Wasserpfützen auf dem Gelände kämpft, sind Michelle und Vanessa schon wieder an anderer Stelle. Durch eine Becherlupe beobachtet die 10-jährige Vanessa schwarz-gepunktete Blätter. «Das ist Johanneskraut, die schwarzen Punkte dienen als Ölspeicher,» erfährt Vanessa durch die Biologin Erika Frehn. Ob ihre Freundin Michelle das gehört hat? Sie zeigt den anderen Kindern nämlich gerade den großen schwarzen Stein den sie im nassen Grün gefunden hat.

Sammelfieber

«Darf ich den mitnehmen?», fragt die Schülerin mit großen Augen. «Ich sammel' nämlich Steine», verkündet sie. Nachdem sie erfährt, dass sie da Kohle gefunden hat, ist sie noch ein bisschen stolzer. Und mitnehmen darf sie den Stein natürlich auch. «Es ist toll zu erleben, wie die Kinder die alte Industriefläche erobern und neu entdecken», freut sich Sabine Poschmann, Mitorganisatorin des Pido-Clubs. Was ist eine Kokerei? Warum wachsen hier Pflanzen? Warum hat der Marienkäfer Punkte? Ist die Kellerassel ein Käfer oder Krebs? Michelle, Vanessa und dem Rest der insgesamt 24 kleinen Forschern brennen diese Fragen heute unter den Nägeln. «Es ist für die Kinder jedes Mal ein riesiges Abenteuer, die Natur und Tierwelt vor der eigenen Haustür zu erleben und die alte Industriefläche zu entdecken», erklärt Iris Wasser von der DEW21, die das Projekt in Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur anbieten.

Freiheitsdrang

Und was passiert mit der kleinen Wasserspinne, die noch in der Plastikschale gefangen ist? Die ist natürlich nicht vergessen. «Ab in die Freiheit», ruft Michelle lachend und lässt die Spinne dann zurück ins Wasserbecken plumpsen. Karina Wolfsdorff

Alle Kinder die auch zu Forschern werden wollen, können sich im Pido-Club anmelden oder Informationen zu neuen Aktionen erhalten: www.Pido.de

«Die Kokerei Hansa lebt»

<p>Was ist ein Natternkopf?</p>

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<p>Wie atmet eine Schnecke?</p>

«Die Kokerei Hansa lebt»

<p>Club-Maskottchen Pido war zwar nicht so regenfest verpackt wie die Kinder des Pido-Clubs, dafür aber eben so gut gelaunt</p>

«Die Kokerei Hansa lebt»

<p>Es gibt viel zu entdecken im Wasserbecken der Kokerei Hansa. Die 24 Kinder des Pido-Clubs fischen Molche, Wasserspinnen, Schnecken und Kaulquappen, aber auch übel riechenden Schlamm mit Freude aus dem trüben Nass. RN-Fotos Wolfsdorff</p>

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