Am Phoenix-See sitzt jetzt Dortmunds größte Kunstgalerie

rnNeue Kunstgalerie

Kunstliebhaber zieht es nach Schüren, denn in der neuen „Kunsthalle Phoenixsee“ stellen Profis und Autodidakten aus. Besucher müssen eines nicht haben: Angst vor geschwollenen Gesprächen.

von Rebekka Antonia Wölky

Schüren

, 07.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein riesiger Raum mit hoher Decke, darin verteilt stehen in rechten Winkeln zueinander weiße Stellwände. Diese Wände zieren bunte und weniger bunte, abstrakte und realistische Bilder. Dazwischen stehen Skulpturen aus Bronze, Holz und Wachs. Und auch Digitalkunstwerke findet man in der „Kunsthalle Phoenixsee“ am Voltaweg 4.

Rund 200 Meter Wandfläche bietet die 360 Quadratmeter große Galerie, die die Künstlerinnen Helga Hoicke (66) und Brigitte Koch (68) am 29. November eröffnet haben.

„Galerie auf Zeit“ hatte großen Erfolg

In der Innenstadt hatten die beiden zuvor die „Galerie auf Zeit“ geführt. Das Projekt hatte großen Erfolg, doch war es, wie schon der Name sagte, nur auf eine gewisse Zeit ausgelegt. Und die endete im September mit dem Auslaufen des Mietvertrags für die Räumlichkeiten an der Kleppingstraße.

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Helga Hoicke und Brigitte Koch packten ihre Kunstwerke zusammen und verließen die „Galerie auf Zeit“. Aufgeben wollten sie ihr Projekt aber nicht. Im Gegenteil: Mit der „Kunsthalle Phoenixsee“ haben sie sogar einen deutlich größeren Ausstellungsraum gefunden. „Etwas ähnliches gibt es in Dortmund ansonsten nicht“, so Hoicke.

Kaum ein Monat Vorbereitungszeit

Als sie Anfang November das Ende des Monats als Eröffnungstermin ansetzten, habe der Galerist, den sie als Unterstützung engagiert hatten, allerdings einige Male schwer schlucken müssen. „Aber es hat alles geklappt. Mit nur vier Wochen Vorbereitungszeit haben wir hier etwas Einzigartiges geschaffen.“

Am Phoenix-See sitzt jetzt Dortmunds größte Kunstgalerie

Noch vor wenigen Monaten standen in der Kunsthalle Klaviere. © Brigitte Koch

Wo noch im Oktober Klaviere des nun verkleinert in der anderen Hälfte der Halle fortgeführten Klavierhändlers standen, hängen heute Kunstwerke von 19 verschiedenen Künstlern. Für einen Wanddurchbruch und einige kleinere Umbaumaßnahmen war gerade eben genug Zeit. Das Ergebnis der vielen Arbeit kann sich sehen lassen.

Autodidakten und Kunststudierte

Das Konzept der Galerie ist einfach: Künstler können monatsweise Wandfläche anmieten, um ihre Kunstwerke auszustellen. Ein 2 Meter breites und 2,40 Meter hohes Stück Wand kostet 120 Euro Miete im Monat. Jedes zusätzliche kostet weitere 100 Euro. Für wie viele Monate die Künstler bleiben wollen, ist ihnen selbst überlassen.

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Auch Skulpturen aus Wachs und Bronze können Galeriebesucher sich ansehen. © Rebekka Wölky

„Wir haben hier Autodidakten, aber auch Leute mit Kunststudium, eine ganz bunte Mischung“, erklärt Brigitte Koch beim Rundgang durch die Halle. Auch sie selbst und Helga Hoicke stellen hier aus. Eine abwechslungsreiche Mischung ist genau das, worauf es den beiden in der „Kunsthalle Phoenixsee“ ankommt.

Kunst für alle

„Wir möchten, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist“, sagt Helga Hoicke. Dabei geht es ihnen nicht in erster Linie darum, die Kunstwerke zu verkaufen, was aber möglich ist. „Wir bieten Kunst zum Anfassen und bringen sie so den Menschen nahe. Die Leute sollen vorbeikommen, um sich etwas Schönes anzusehen. Einfach, weil es ihnen gefällt. Hochtrabende Gespräche muss hier niemand führen und Vorwissen braucht man auch nicht.“ Denn schöne Dinge, so Hoicke weiter, seien gut für die Seele.

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Bei der Eröffnung war auch Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel am Mikrofon. © privat

Eine reine Galerie nur zum Hindurchschlendern und Staunen soll die Kunsthalle dann aber doch nicht werden. Die beiden Galeristinnen haben bereits einige Pläne, um vielen verschiedenen Menschen ihr Projekt und damit auch Kunst an sich nahezubringen.

Veranstaltungen und Kooperationen

So wünschen sie sich zum Beispiel Kooperationen mit einer Martener KiTa und verschiedenen Schulen. Gern würden sie die Kunsthalle auch zu einem Ziel für Phoenix-See-Besucher machen. Und Lesungen und Konzerte könnten in der besonderen Atmosphäre stattfinden.

Die Kunsthalle ist donnerstags von 16 bis 21 Uhr und freitags bis sonntags von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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