Die Nordstadt hat einen neuen Raum für Kunst und Kultur

rnLanger August

Das kulturelle Leben in der Nordstadt hat eine Plattform mehr: Im Langen August hat der Kunstraum wieder eröffnet. Das hat auch Konsequenzen für einen der schönsten Biergärten des Viertels.

Nordstadt

, 02.09.2018, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die freie Kulturszene hat eine eine neue Fläche für Ausstellungen, Konzerte und Lesungen. Noch bis zum 30. September ist an der Braunschweiger Straße 23 eine Ausstellung der Dortmunder Künstlerin Beate Bach mit dem Titel „male, male, male“ zu sehen.

Am Ort von „Jankas Lokal“ - aber ohne Janka

Der „Kunstraum Dortmund“ entsteht an einem Ort, der für viele Dortmunder über Jahre zu einem der gastronomischen Lieblingsorte geworden ist. Bis Anfang 2017 befand sich hier „Jankas Lokal & Biergarten“, ein Insider-Tipp in mehreren Reiseführern. Der „Kunstraum Dortmund“ war Teil des Lokals. Und über Jahre eine Bereicherung der Kulturszene der Stadt.

Köchin Janka Thiemann veränderte sich 2017 beruflich. Die Rollläden im soziokulturellen Zentrum Langer August an der Braunschweiger Straße 23 blieben seitdem unten.

Das ändert sich jetzt. Leiter des Kulturcafés ist der Bildende Künstler Alexander Pohl. „Es ist das Schaufenster des Langen August. Es war viel zu schade für die Kulturszene in der Nordstadt, es nicht zu nutzen“, sagt Pohl. Mit diesem Gedanken wartete er über ein Jahr lang auf eine passende Gelegenheit, den Kunstraum weiterzuführen.

Budget für die freie Kulturszene ist gestiegen - Kunstraum profitiert

Diese kam, als die Stadt Dortmund im Dezember 2017 das Budget für die Förderung der freien Kulturszene erhöhte. Wie zahlreiche andere Kulturräume (etwa Domicil, Roto Theater, Künstlerhaus, Fletch Bizzel, Depot) stellte der Verein Langer August einen Antrag für die Fortführung des Kunstraums. Und bekam den Zuschlag über 20.000 Euro für die nächsten zwei Jahre.

„Es soll ein Begegnungsort für Kulturinteressierte werden“, sagt Alexander Pohl. Zudem möchte er den Biergarten wiederbeleben. Gastronomie soll es im kleineren Rahmen geben. „Wir möchten es offen gestalten, sehen wie das Publikum reagiert“, sagt Pohl.

Drei weitere Ausstellungen sind gerade in Planung. Konzerte und Lesungen sollen das Programm ergänzen. Der Kunstraum Dortmund ist von Dienstag bis Samstag zwischen 15 und 19 Uhr geöffnet. Der Raum kann für Feiern und Symposien gemietet werden.

Künstlerin aus Hörde stellt in der Nordstadt aus

Beate Bach wird die erste Künstlerin sein, die hier ausstellt. Sie kennt Alexander Pohl aus Studienzeiten. Und kehrt, wenn auch mittlerweile in Hörde zu Hause, in ein kleines Stück alte Heimat zurück.

Als Studentin wohnte Bach in der Clausthaler Straße, parallel zur Braunschweiger Straße. Die Kulturszene der Nordstadt hat sie seitdem immer aufmerksam verfolgt. „Es macht mich ein bisschen stolz, dass ich auserkoren wurde, den Galeriebetrieb zu eröffnen“, sagt Beate Bach.

Die Malerin zeigt im Kunstraum mehrere großformatige Bilder, auf denen ihr trickreiches Spiel mit mystisch-poppiger Symbolik und Anordnung von Farben besonders zur Geltung kommt.

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