Verwechslungsgefahr: Die U-Bahn-Station "Stadthaus" könnte bald ganz anders heißen

rnDortmunder Stadtbahn

U41, U45, U47, U49 und S4 - alle diese U- und S-Bahn-Linien halten am Bahnhof „Dortmund-Stadthaus“. Das könnte sich bald ändern - würde aber eine Menge Geld kosten.

Dortmund

, 08.05.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Überraschender Vorstoß aus dem Rathaus: Die Stadt möchte dem Bahnhof "Dortmund-Stadthaus" im Schnittpunkt zwischen Märkischer Straße und Ruhrallee einen neuen Namen geben. Die Dezernenten haben den Ämtern dazu einen "Prüfauftrag" erteilt, wie Verwaltungssprecher Michael Meinders auf Anfrage bestätigt.

Den Anstoß hatte Oberbürgermeister (OB) Ullrich Sierau gegeben. Der OB, so hieß es, plädiere für eine Bezeichnung, die Fahrgästen mehr Orientierung biete und eine Verwechselung mit der Haltestelle „Stadtgarten“ ausschließe.

In der Regel werden Namen für Bahnhöfe und Haltestellen nach Plätzen, Straßen, Sehenswürdigkeiten oder Einrichtungen in unmittelbarer Nähe vergeben. Das Stadthaus mit der Adresse Südwall 2 bis 4 erfüllt diese Anforderung offenbar nicht (mehr). Und so kursieren bereits erste Ideen für eine Umbenennung: Angelehnt an den Vorplatz, wird beispielsweise der Name „Do-Platz von Rostow“ gehandelt.

Statt „Stadthaus“ bald „Do-Landesbehördenhaus“?

Ebenso naheliegend ist der Fingerzeig auf das gegenüberliegende Landesbehördenhaus an der Ruhrallee mit dem Arbeits- und dem Sozialgericht. Steht also künftig „Do-Landesbehördenhaus“ über den Zugängen zur Stadt- und zur S-Bahn? „Es kann auch eine Namenskombination sein“, so Meinders. „Das ist völlig offen, wir stehen ganz am Anfang.“ Alle beteiligten Unternehmen würden in die Prüfung einbezogen.

Verwechslungsgefahr: Die U-Bahn-Station "Stadthaus" könnte bald ganz anders heißen

Wolfgang Löchelt (81/l.) und Bernd-Peter Fehr (63) nutzen den Bahnhof "Dortmund-Stadthaus" häufiger. Eine Umbenennung sehen beide eher skeptisch. © Schaper

Bei den Dortmunder Stadtwerken (DSW21) war der Vorstoß aus dem Rathaus bis vor Kurzem unbekannt. Sprecher Bernd Winkelmann weist darauf hin, „dass ein neuer Name natürlich Aufwand nach sich zieht“. So seien etwa Linienpläne zu ändern sowie Fahrpläne und Bandansagen anzupassen. „Das ist aber kein Hexenwerk“, betont Winkelmann. Innerhalb eines halben Jahres sei das zu schaffen.

Am 2. Juni 1984 in Betrieb genommen, hat sich der Bahnhof „Do-Stadthaus“ zu einem wichtigen Umsteigebahnhof entwickelt. Er wird nach Angaben von DSW21 täglich von „mehreren Zehntausend Menschen genutzt“.

Auf den unterirdischen Gleisen halten vier Stadtbahnlinien: Neben der U41 (Hörde-Brechten) und der U45 (Hauptbahnhof-Westfalenhalle) wird der Bahnhof von der U47 (Westerfilde-Aplerbeck) und der U49 (Hauptbahnhof-Hacheney) angefahren.

Bahn sieht „enormen Aufwand“

Auch die Deutsche Bahn (DB) hat bei der Namensvergabe ein Wörtchen mitzureden. Oberirdisch hält die S-Bahnlinie 4 (Lütgendortmund - Unna). Die Station ging in Betrieb, als die DB noch Deutsche Bundesbahn hieß. Eine unterirdische Stadtbahn (U-Bahn) war da noch nicht in Sicht.

Die Stadt hat die DB über ihr Vorhaben bereits informiert. „Umbenennungen sind grundsätzlich möglich“, sagt ein DB-Sprecher auf Anfrage. Stärker als DSW21 betont er aber den „enormen Aufwand“. Alle Bezeichnungen müssten in die europäischen Fahrpläne, in Vorschriften der Leit- und Sicherungstechnik und in Kunden-Informationssysteme eingespeist werden. Kosten ließen sich noch nicht beziffern.

Die einen wollen „Stadthaus“, die anderen nicht

Und die Bahnhofsnutzer? Bernd-Peter Fehr (63) plädiert dafür, an „Do-Stadthaus“ festzuhalten. „Landesbehördenhaus geht gar nicht“, findet Fehr. „Und wer kennt schon den Platz von Rostow?“ Wolfgang Löchelt (81) sieht das differenzierter. Er würde den Namen vom geplanten Bau des 20-stöckigen Hochhauses abhängig machen. „Sollte ein Gebäude kommen, das die Örtlichkeit prägt und bekannter macht, dann würde ich den Bahnhof Do - Platz von Rostow nennen", sagt Löchelt. „Kommt das Hochhaus nicht, braucht der Bahnhof auch keinen neuen Namen."

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