„Die Unternehmen müssen sich vorstellen, nicht die Bewerber“: Bei der Jobmesse geht’s um die Zukunft

Jobmesse

Tausende Dortmunder informieren sich bei der Jobmesse über Zukunftsmöglichkeiten. Die Messe-Veranstalter sagen, für Bewerber sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt gerade hervorragend.

Dortmund

, 22.02.2020, 18:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
An 91 Ständen können sich Besucher am Wochenende bei der Jobmesse bei Mercedes-Benz in Dortmund informieren.

An 91 Ständen konnten sich Besucher am Wochenende bei der Jobmesse bei Mercedes-Benz in Dortmund informieren. © Stephan Schütze

Samstagnachmittag, kurz vor 15 Uhr. Im hinteren Teil der Mercedes-Benz-Niederlassung an der B1 ist es voll. 91 Anbieter präsentieren sich auf der 12. Jobmesse Dortmund jungen und gar nicht mehr ganz so jungen Bewerbern.

Die Palette ist breit: Versicherungen wie Signal Iduna oder die Continentale sind genauso vertreten wie die Sparkasse Dortmund, die Bundeswehr oder das Wohnungsunternehmen Vonovia. Bunt gemischt sind auch die Besucher auf der anderen Seite der Stände.

Geld ist nicht alles

Alessandro di Nauta beispielsweise studiert Wirtschaftsinformatik. Aber er möchte sich verändern. Warum? Die Jobaussichten seien doch gut. „Stimmt“, sagt Alessandro di Nauta. Deshalb habe er das Studium auch aufgenommen. Aber die Verdienstmöglichkeiten seien eben nicht alles.

Alessandro di Nauta (l.) möchte sich beruflich neu orientieren und ließ sich gemeinsam mit Yasmin Farhunand von Florian Altmeyer und Andrea Münch vom Zoll beraten.

"Ist der Zoll für mich das Richtige?" Alessandro di Nauta (l.) möchte sich beruflich neu orientieren und ließ sich gemeinsam mit Yasmin Farhunand von Florian Altmeyer und Andrea Münch vom Zoll beraten. © Matthias Langrock

Auf der Jobmesse beginnt er seinen Rundgang bei Florian Altmeyer und Andrea Münch vom Hauptzollamt Dortmund. Die Möglichkeiten beim Zoll seien vielfältig, erzählen die beiden: Junge Leute können Ausbildung oder Studium beginnen. Zum Zoll gehöre viel mehr als nur Grenzkontrollen. „In Dortmund lernen Azubis alles, was der Zoll macht“, sagt Andrea Münch: Warenabfertigung, Schwarzarbeit-Kontrolle, Zwangsvollstreckungen.

Schülerin aus Dortmund informiert sich über mehrere Stunden

Ein paar Meter weiter verschnaufen Miriam Arnold (17) und ihre Mutter Ingeborg gerade. Seit rund zwei Stunden sei sie auf der Messe, berichtet Miriam – obwohl sie weder einen Workshop noch das Angebot eines Bewerbungsmappenchecks genutzt hat.

Miriam Arnold (17) ließ sich am Samstag (22.2.) in Begleitung von Mutter Ingeborg bei der Jobmesse beraten, was sie nach dem Abi im kommenden Jahr am besten machen kann.

Miriam Arnold ließ sich am Samstag (22.2.) in Begleitung von Mutter Ingeborg bei der Jobmesse beraten, was sie nach dem Abi am besten machen kann. © Matthias Langrock

2021 macht Miriam Abi am Helene-Lange-Gymnasium in Dortmund. Zur Jobmesse ist sie gekommen, weil sie „nicht so viele Ideen für die Zeit danach hat.“ Die zwei Betriebspraktika während der Schulzeit hätten ihr eher gezeigt, „was ich nicht machen möchte“. Nun fragt sie sich: Ausbildung oder Studium? Und wo? Auf solche Fragen bekommt sie hier viele Antworten und sehr viele Info-Broschüren.

Jobmesse für die Anbieter mindestens so wichtig wie für die Besucher

Die Messe sei nicht nur für die Jobsucher wichtig, sondern mindestens genauso für die Anbieter, erzählt Dr. Kai Brinkmann, Geschäftsführer des Jobmesse-Veranstalters Barlagconcepts. Er geht sogar so weit zu sagen: „Die Unternehmen müssen sich vorstellen. Nicht die Bewerber.“ So groß sei die Nachfrage nach guten Leuten auf dem Arbeitsmarkt. Das merke man den Ständen auch an, die „polierter“ seien als früher: „Richtig schöne Messestände“.

Wie viele Besucher kämen, sei da zweitrangig. Wichtiger sei: Kommt jemand, der auf mein Stellenprofil passt? Das wird sich in der Regel nicht direkt auf der Messe zeigen. Aber womöglich schon kurz danach. Auch Kai Brinkmann hat auf seinen eigenen Messen schon Personal für sein Unternehmen rekrutiert.

15.45 Uhr. Auf der Jobmesse leert es sich für heute. Um 16 Uhr schließen die Stände. Am Sonntag geht es weiter bei Mercedes-Benz an der Wittekindstraße – von 11 bis 17 Uhr. Dann werden wieder Hunderte oder gar Tausende Dortmunder mit Fragen zu ihrer beruflichen Zukunft kommen. Und die Unternehmen sich bestmöglich präsentieren.

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