Skandal um Schulhof: Nach Koks-Tütchen und Kondomen kommt endlich Hilfe

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Der Schulhof einer Dortmunder Grundschule dient bislang vielen als Drogen-Umschlagplatz, Müllkippe und Ort für Schäferstündchen. Hilfe war lange versprochen – jetzt soll sie endlich kommen.

Huckarde

, 18.02.2020, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jugendliche und junge Erwachsene tummeln sich fast jeden Abend auf dem Schulhof einer Dortmunder Grundschule. Am Wochenende ist es besonders schlimm. Ihre Hinterlassenschaften reichen von Flaschen und Scherben über Müll bis hin zu Kondomen und Koks-Tütchen.

„Ich habe sogar einmal ein Drogen-Depot in einer Ritze des Vordachs entdeckt“, erzählte Hausmeister Rainer Sieth im Dezember 2019. Er arbeitet schon lange an der Urbanus-Grundschule in Huckarde.

Die Situation verschlechtere sich stetig, so Sieth. „Ich räume hier jeden Morgen bis zu zwei Stunden lang auf – den Kindern soll ja nichts passieren“, sagt er. Schulleiter Hubert Pauli forderte mit Unterstützung der Huckarder Bezirksvertretung (BV) Hilfe von der Stadt.

Hilfe für die Urbanus-Grundschule war längst beschlossen

Bereits 2018 habe die BV Geld bereitgestellt, erklärte CDU-Bezirksvertreter Thomas Bernstein. „Wir haben uns massiv für einen Zaun, der die Schule schützt, und die Erneuerung des Vordachs eingesetzt“, sagt er.

Denn das mehr als 40 Jahre alte Vordach ist marode, löchrig und rostig. Der Zaun sollte ein Problem der Urbanus-Grundschule lösen: das offene Schulgelände, das bei Tag und Nacht für Jedermann zugänglich ist. Der Schulhof ist bislang einziger Verbindungsweg zwischen Roßbachstraße und Kerschensteinerstraße.

Das Vordach der Urbanus-Grundschule ist mehr als 40 Jahre alt.

Das Vordach der Urbanus-Grundschule ist mehr als 40 Jahre alt. © Carolin West

Abriegeln kann man das Schulgelände deshalb nicht. Der Zaun sollte ganz eng ums Gebäude gezogen werden. Passiert ist jedoch bis heute nichts. Im Dezember kündigte Ilias Abawi von der Emschergenossenschaft die Öffnung der Betriebswege an, die bislang der Roßbach-Renaturierung dienen.

So soll es künftig einen weiteren Verbindungsweg geben, der nicht über den Schulhof führt. Die Stadt versprach den Zaunbau für Anfang dieses Jahres und eine Entscheidung zum Vordach im Laufe des Jahres. Doch Schulleiter und Hausmeister warten immer noch.

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Die Entscheidung zum Vordach ist noch nicht gefallen

„Das Vordach steht nur unter ‚Bedarfsprüfung‘ obwohl bei einem Ortstermin im Dezember 2018 dringender Handlungsbedarf gesehen wurde“, sagte Thomas Bernstein Ende 2019.

Obwohl die Dringlichkeit laut Stadt-Pressesprecher Christian Schön bekannt ist, zieht sich die Entscheidung, wann das Dach repariert oder ersetzt wird, in die Länge.

„Es bleibt dabei, dass die Entscheidung im Laufe des Jahres gefällt wird“, sagt er auf Anfrage. „Das wird dann auch so kommen.“ Gute Nachrichten gibt es aber auch schon jetzt: „Der Zaunbau wird Ende Februar / Anfang März beginnen und circa eine Woche dauern.“

Somit sollte zumindest der Bereich rund um das Gebäude der Urbanus-Grundschule schon bald besser geschützt sein.

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