Die wohl musikalischste Familie in Dortmund: die Bioscas geben ihr erstes Konzert

rnMusik in Mengede

Die Mengeder Familie Biosca gibt am 16. Juni ab 17 Uhr ihr erstes Konzert in der Bodelschwingher Kirche. Aber nicht nur klassische Musik spielt bei ihnen die erste Geige.

Mengede

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Orgelpfeifen sind nicht das Metier der Mengeder Familie Biosca. Auch wenn die Kinder Berta (7), Anna (8), Julia (13), Paul (16) in dieser Reihenfolge nebeneinander aufgestellt, genau dieses Bild abgeben. Wie auch Mutter Susanne Biosca, von Beruf Musiklehrerin, und Vater Fabian Dieterle, musizieren die Vier auf Streichinstrumenten. Und das schon seit dem Grundschulalter. Anna spielt den Kontrabass, Berta das Cello, Julia ebenfalls Cello und Paul die Geige. Nicht die einzigen Instrumente, die sie spielen, aber in dieser Zusammensetzung beim Konzert.

Angefangen hat es in der evangelischen Noah-Gemeinde

Gemeinsam bildet Familie Biosca ein Streich-Sextett. Und das freiwillig, ohne dass die Eltern die Kinder zum Üben zwingen müssten. Bei Julia sei es zum Beispiel die Tante gewesen, die ihr als Vorbild diente und der sie jetzt nacheifert.

Natürlich sind die persönlichen Musikgeschmäcker verschieden, dennoch verbindet sie ihre gemeinsame Vorliebe für klassische Musik, Barock und spanischer Musik. „Also ich höre nur Beethoven“, scherzt Paul in diesem Zusammenhang. Später sollte er verraten, dass der US-Rapper Drake sein Favorit ist.

Paul und Julia musizieren wöchentlich im Dortmunder Jugendorchester. Anna und Berta in der Sinfonietta Dortmund. Und gelegentlich auch alle gemeinsam zuhause. Vor allem vor dem bevorstehenden Konzert. Dabei albern die jüngeren Geschwister natürlich auch etwas herum, so Susanne Biosca - es soll ja Spaß machen, und den bringen sie mit. Dass so viel musikalisches Talent in direkter Nachbarschaft schlummert, fiel auch dem Pfarrer der Kirchengemeinde auf. Er lud die Familie ein, den Kindergottesdienst musikalisch zu begleiten.

Die wohl musikalischste Familie in Dortmund: die Bioscas geben ihr erstes Konzert

Auch die Instrumente wachsen mit. In Viertelstufen. Auftragen, wie damals Kleidung älterer Geschwister, muss sie heutzutage niemand mehr. Man kann Geigen auch mieten, bis das Kind die nächst größere Geige benötigt. © Carsten Sander

Das gefiel den Besuchern anscheinend gut, und so kam es dazu, dass nun das erste gemeinsame Konzert ansteht. Dieses soll eine musikalische Weltreise werden und zwar von der Barockzeit über Tango, Flamenco und Blues bis hin zu heutigen Hits des Pop reichen. 45 Minuten sind dafür eingeplant. Der Konzertsaal ist die Bodelschwingher Kirche an der Deininghauser Straße 6, deren Akustik gut sei, wie Susanne Biosca sagt. Um 17 Uhr am Sonntag geht es los, der Eintritt ist frei.

Von Barcelona über Olfen nach Mengede

Die Liebe war der Grund, warum die gebürtige Katalanin Susanne Biosca von Barcelona nach Deutschland zog. Die gemeinsame Liebe zur Musik führte sie, und ihren jetzigen Ehemann Fabian Dieterle, nach Hamburg. Dort sind sie sich bei einem Konzert näher gekommen, da sie sich einen Notenständer teilen mussten. Heute teilen sie sich Haus und Hof und erziehen vier Kinder.

Irgendwann dazwischen entdeckten sie ihre Liebe füreinander und den Wunsch, eine Familie zu gründen. Zunächst ging es für Susanne Biosca nach Olfen zu Fabian Dieterle, dann zogen sie gemeinsam in das Fachwerkhaus direkt neben der evangelischen St.-Remigius-Kirche in Mengede. „Wir haben das Haus selbst hergerichtet“, sagte Susanna Biosca. Dabei habe geholfen, dass ihr Mann Fabian von Beruf Architekt ist.

Lieber Hip-Hop als Deutsch-Pop

Am wenigsten in ihrem rustikalen und modernen Zuhause ist der älteste Sohn Paul. Ein Glücksfall, dass die Redaktion ihn, und weitere vier der sechs Familienmitglieder antraf. Aus dem Takt lässt sich Paul jedenfalls nicht bringen, auf seinem selbst-ersparten 2-Takter, dem Motorrad, düst er zum Sport und dann zu Freunden. Paul steht auf Hip-Hop, Julia auf Pop, deutsche Musik mögen sie beide nicht: weder Max Giesinger noch Cro.

Obwohl sie regelmäßig üben, gibt Susanne Biosca zu bedenken, dass die Zuschauer kein perfektes Symphoniekonzert erwartet. Gerade das etwas Unperfekte macht sicherlich auch den Charme aus.

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