Diese Dortmunder Sitzgelegenheit ist zu schäbig, um repariert zu werden

rnAn den Teichen

Direkt am See, mitten im Grünen – eigentlich ist es der perfekte Ort für eine Sitzgelegenheit. Doch der Unterstellpilz ist nicht mehr ansehnlich. Repariert werden soll er trotzdem nicht.

Eving

, 09.09.2019, 10:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Buntes Graffiti ist an die Wände gemalt, mit dem Messer wurde in das Schichtholz geschnitzt. In den Sitzflächen sind einige Löcher zu sehen. Spaziergänger lädt das nicht unbedingt zu einer Atempause ein.

Dabei ist die Grünanlage An den Teichen eigentlich ein Paradies im Herzen von Eving: ein Park mit einem See, auf dem Enten und Gänse schwimmen, drumherum viele Wiesen zum Entspannen. Und eben, für eine kleine Atempause, ein Unterstellpilz.

Bisher ist nichts passiert

Doch der ist in die Jahre gekommen und sieht längst nicht mehr so schön aus, wie er mal war. Um ihn wieder hinzubekommen, stellte die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung einen Antrag auf Graffitibeseitigung und Reperatur des Pilzes. Das war im vergangenen Jahr. Passiert ist bisher nichts.

Diese Dortmunder Sitzgelegenheit ist zu schäbig, um repariert zu werden

Mehrere Graffiti schmücken den Unterstellpilz derzeit. © Johanna Wiening

Nun nennt die Stadt einen Grund dafür. So sei der Unterhaltungsbetrieb der Meinung, die Entfernung des Graffiti wäre zwar grundsätzlich möglich, ergäbe aber keinen sauberen Effekt. Viel zu beschädigt seien die Schichthölzer, überall seien Messerschnitzereien zu finden und auch Löcher in den Sitzflächen seien keine Seltenheit.

„Ein Offenbarungseid der Stadt“

Auch ein Überstreichen würde nicht den gewünschten Effekt erzielen, heißt es in der Stellungnahme der Stadt.

Die Bezirksvertreter sind mit dieser Lösung alles andere als einverstanden. „Diese Lösung macht auf keinen Fall Sinn“, sagt Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD). Seine Stellvertreterin Petra Frommeyer (CDU) geht sogar noch weiter: „Das ist ein Offenbarungseid der Stadt.“

Diese Dortmunder Sitzgelegenheit ist zu schäbig, um repariert zu werden

Messerschnitzereien sind auf den Sitzflächen zu finden. © Johanna Wiening

Die Stadt habe den Kampf gegen den Vandalismus aufgegeben, und das sei absolut unverständlich, so die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin weiter: „Aber das ist auch nicht das erste Mal, dass wir uns über sowas aufregen. Das kommt immer wieder vor.“

Bezirksvertreter wollen einen Gegenvorschlag machen

Nun sei es also an den Bezirksvertretern, einen geeigneten Gegenvorschlag zu finden, sagt Oliver Stens. Dabei war die Mitteilung der Stadt über den aktuellen Sachstand eigentlich nur zur Kenntnisnahme in der kommenden Sitzung der Bezirksvertreter (11. September) gedacht.

„Aber wir werden darüber diskutieren und gegebenenfalls einen Antrag einreichen“, verspricht Oliver Stens. Einen kleinen Schritt macht die Stadt zumindest auf die Bezirksvertreter zu. Mittlerweile sei eine Immobiliengesellschaft damit beauftragt, Angebote für eine Erneuerung der Sitzangelegenheit einzuholen, heißt es in der Stellungnahme der Stadt.

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