Diese Dortmunderin will Glücksmomente verschenken

Ungewöhnliche Gutschein-Idee

Laura Kaldinski träumt davon, dass jeder schöne Momente genießen kann. Sich in ein Café setzen, einen Kaffee trinken, ein Stück Kuchen essen. Aber sie weiß, dass sich das nicht jeder leisten kann. Das möchte sie ändern – und hat deshalb in Dortmund ein ungewöhnliches soziales Projekt gestartet.

Dortmund

, 13.04.2017, 12:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 26-Jährige arbeitet als Social-Media-Managerin für die FH Dortmund. Seit 2015 betreibt sie nebenbei den Blog „Für Leib und Seele“. Dort veröffentlicht sie etwa zweimal in der Woche ihre liebsten Rezepte – vor allem für Kuchen und Torten. Backen sei ihre Leidenschaft und sie genieße es sehr, anderen damit eine Freude zu bereiten. Und diese Genuss-Momente möchte sie teilen, indem sie ihre liebsten Rezepte verrät. Der Blog läuft gut, sie hat viele Leser, allein 6600 Abonnenten bei Facebook.

In der Weihnachtszeit aber kam sie ins Grübeln. Sie hatte den inneren Wunsch, noch mehr zu geben. Sie las von sozialen Projekten in anderen Städten. „Und so fügte sich eins zum anderen“, sagt sie.

Fünf Lokale sind schon dabei

Das ist ihre Idee: Ein Gast genießt in einem Lokal, mit dem sie kooperiert, beispielsweise eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen, er bezahlt seine Bestellung – aber zweimal. Seine Spende schreibt er auf einen „Für Leib und Seele“-Gutschein und hinterlässt diesen gut sichtbar im Lokal für einen finanziell schwachen Gast, der dann wiederum die Chance hat, selbst zu genießen. „So wird jeder zum Alltagshelden“, sagt Laura Kaldinski. Sie strahlt. „Und die Cafés werden zu einem gesellschaftlichen Ort des Miteinanders.“

Einige Wochen lang hat sie ihr Projekt vorbereitet, seit Ende März läuft es nun. Fünf Lokale in der Stadt machen schon mit, Laura Kaldinski ist zurzeit dabei, weitere anzusprechen und ihnen das Konzept zu erklären. Die Reichweite ihres Blogs will sie nutzen, um die Idee zu verbreiten und die teilnehmenden Cafés vorzustellen.

Dortmund ist "bunt, kreativ und hilfsbereit"

Sie sei ein absoluter Genussmensch, sagt die 26-Jährige, sie liebe es, in Cafés zu gehen. Und Dortmund habe eine Menge davon. Die Stadt sei bunt, kreativ, hilfsbereit. Sie glaube fest daran, dass ihre Idee hier ankommt.

Im Grünen Salon am Nordmarkt hängen schon eine ganze Menge Gutscheine an einer Kordel im Fenster. Einige seien auch schon eingelöst worden, sagt Kaldinski. Das Projekt basiere auf Vertrauensbasis – den Gutschein nimmt sich ein Bedürftiger einfach selbst und gibt ihn im Lokal ab, dann bekommt er das, was auf dem Gutschein steht.

 

Ein Gutschein der Aktion im Grünen Salon. Jeder Gast kann in den teilnehmenden Lokalen den Gegenwert bezahlen und den Gutschein an einer Kordel aufhängen. Foto: Jana Schoo

 

Laura Kaldinski denkt dabei nicht nur an Obdachlose oder Flüchtlinge, auch an alleinerziehende Mütter, Rentnerinnen, Hartz-IV-Empfänger. An alle, die sich ein Mittagessen oder einen Kaffee auswärts einfach nicht leisten können. Sie denkt an die, die jeden Cent umdrehen müssen.

Alles außer Alkohol

Wer etwas spenden möchte, kann alles, was das Lokal auf der Karte hat, auswählen. Außer Alkohol. Das ist Laura Kaldinski wichtig. Sie will Minderjährige oder Kranke nicht ausschließen. Und ums Betrinken soll’s bei dem Projekt ohnehin nicht gehen. Es geht um den Genuss. Um kleine Momente des Glücks, die jeder bekommen können soll. 

In diesen Lokalen läuft die Aktion bereits:
› Grüner Salon, Nordmarkt 8
› Wohnzimmer, Neuer Graben 16
› Café Plus, Gnadenort 3
› Luups, Neuer Graben 2
› Küchen-Wirtschaft Bismarck, Bismarckstraße 1
Lokale, die ebenfalls mitmachen möchten, können sich per E-Mail bei Laura Kaldinski melden:
info@fuerleibundseele.com
 Weitere Infos zum Projekt und Porträts der teilnehmenden Lokale gibt es auf dem Blog.

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