Diese Flüchtlingsunterkünfte sind noch in Betrieb - und das sind die Pläne für die Zukunft

rnVier Jahre „Flüchtlingskrise“

Die meisten der Unterkünfte, in denen ab 2015 Flüchtlinge unterkamen, werden nicht mehr gebraucht. An einigen Orten steht fest, wie es weitergeht. An anderen ist die Zukunft offen.

Dortmund

, 12.09.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als 2015 Tausenden Menschen in kurzer Zeit in Dortmund ankommen, gibt es eine zentrale Frage: Wo finden sie alle kurzfristig Platz zum Leben?

In der gesamten Stadt sind deshalb unter Zeitdruck leer stehende Immobilien neu genutzt worden, Containerdörfer entstanden und Traglufthallen errichtet worden. Wichtige Drehkreuze sind bis 2017 die Erstaufnahme-Einrichtungen: die ehemalige Gehörlosenschule in Hacheney und danach die Anlage an der Buschmühle nahe des Westfalenparks.

Es gibt zwischenzeitlich 19 Unterkünfte in Dortmund, die allein den Haushalt mit bis zu 30 Millionen Euro pro Jahr belasten. Das ist so viel, wie heute die jährlichen Gesamtkosten für die Flüchtlinge in Dortmund betragen.

Diese Flüchtlingsunterkünfte sind noch in Betrieb

Im September 2019 sind sechs Unterkünfte noch in Betrieb.

  • die dauerhaft bestehende Zentrale kommunale Unterbringungseinrichtung (ZKU) Grevendicks Feld in Lütgendortmund. Diese besteht aus mehreren zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern
  • die ehemalige Hauptschule Am Ostpark (Innenstadt-Ost),
  • die ehemalige Grundschule Dietrich Bonhoeffer (Derne),
  • das ehemalige Wohngebäude Iggelhorst (Dorstfeld),
  • die Wohncontaineranlage Mergelteichstraße (Brünninghausen)
  • das ehemalige Hotel Landhaus Syburg

Die Sammelunterkünfte gehören vor Ort mittlerweile zum Alltag. Am Ostpark etwa fällt das ehemalige Schulgebäude nur durch seinen organfarbenen Anstrich auf. Aus den gekippten Fenstern dringen Gesprächsfetzen und Kinderstimmen.

Hier kommen immer noch Menschen nach der Flucht an, für die von hier aus ein ganz neues Leben beginnt. Die Caritas betreibt die Flüchtlingsunterkunft und organisiert mit der Hilfe von Ehrenamtlichen Freizeitangebote und Sprachkurse.

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An den ehemaligen Erstaufnahme-Standorten sind die Spuren von Enge, Hektik und Unsicherheit längst verwischt. Der Parkplatz an der Buschmühle wartet wieder auf Autos statt auf Menschen.

Das Gelände in Hacheney ist umzäunt und für den Abriss vorgesehen. „Die Verwaltung bereitet die Abrissplanung vor, darüber muss der Rat jedoch noch entscheiden“, sagt Katrin Pinetzki. Für eine neue Nutzung müsste der Bebauungsplan verändert werden. Zukunft offen also.

Ehemalige Hauptschule könnte wieder für Schulbetrieb genutzt werden

Für das Gebäude am Ostpark gibt es schon konkrete Pläne: Es wird laut der Stadt Dortmund Ende 2019 geschlossen - und danach vermutlich wieder für den Schulbetrieb neu genutzt.

Im ehemaligen Landhaus Syburg läuft der Mietvertrag erst Ende 2025 aus. „Wie lange das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, entscheidet sich nach der jeweils aktuellen Situation“, sagt Katrin Pinetzki. Derzeit plane die Stadt pro Woche mit 20 Neuankömmlingen in Dortmund.

Das Gebäude war auch schon für andere soziale Zwecke in der Planung, etwa als Schutzstelle für Frauen. Dies wurde aber wegen der schlechten Verkehrsanbindung wieder verworfen.

Neue Nutzung

Viele andere ehemalige Übergangsunterkünfte werden mittlerweile neu genutzt, etwa die ehemalige Polizeiwache in Hörde. Hier entstehen Wohnungen.

Der ehemalige Containerstandort an der Morgenstraße/Dollersweg in Wickede steht auf städtischer Fläche - und könnte bei Bedarf reaktiviert werden. Ab 2020 allerdings wird dort der Bebauungsplan „Pleckenbrink“ umgesetzt.

Im ehemaligen Kreiswehrersatzamt an der Leuthardstraße befindet sich inzwischen eine Beratungsstelle für Flüchtlinge, betrieben vom Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine Dortmund (VMDO).

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