Diese Pläne haben die Schüler des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums für Dorstfeld

rnIdeen für Dorstfeld

25 Schüler haben Pläne entwickelt, wie sich der Wohnraum in Dorstfeld attraktiver gestalten ließe. Viele der kreativen Ideen sollen auch vom Spar- und Bauverein umgesetzt werden.

von Alexandra Wachelau

Dorstfeld

, 26.06.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Erdkunde-Leistungskurs des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums (RSG) hat Ideen vorgestellt, wie sich der Stadtteil Dorstfeld als Wohnstandort attraktiver gestalten ließe. Den Schülern hat es dabei nicht an Ideen gemangelt: Foodtrucks, Codechips und im Boden versenkbare Mülltonnen sind nur wenige der Ideen, die sie im Rathaus vorstellten.

Die Schüler möchten die Erfahrung im Nachhinein nicht missen

„Als wir gehört haben, dass wir Dorstfeld als Stadtteil bekommen, waren wir erst mal nicht so begeistert“, gibt Annika (17) zu. Doch nachdem sie sich vor Ort umsah, änderte sich ihre Meinung: „Dorstfeld hat echt viel Potenzial, zum Beispiel den Wilhelmplatz oder die vielen Grünflächen“, sagt sie. Diese Punkte nimmt sie mit ihrer Projektgruppe auch in die Präsentation auf. Dort schildern die 16- und 17-Jährigen, wie sie sich den Stadtteil in Zukunft vorstellen: lebendiger, sauberer und vor allem bunter. Bis ins Detail gehen die Schüler, als sie erklären, wie sie sich ihren perfekten Stadtteil vorstellen.

Diese Pläne haben die Schüler des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums für Dorstfeld

Der Wilhelmplatz aus der Vogelperspektive: Schüler entwickelten einige Ideen, wie der Platz attraktiver werden könnte. © www.blossey.eu

Teamkollege Phillip (16) stellt einige der Ideen vor: „Viele der Anwohner fühlen sich in dem Viertel nicht sicher. Die Türschlösser sind veraltet, oder die Briefkästen liegen innen – so können fremde Personen ins Haus gelangen“, sagt er. Mit einem digitalen Chip und sichereren Türschlössern könnte man Abhilfe schaffen. Diesen Chip soll man auch in anderen Bereichen als Türöffner verwenden, zum Beispiel für die Briefkästen oder einen Kühlschrank zum „Foodsharing“, also als Tauschstelle für Lebensmittel unter den Nachbarn.

Auch für einen Lagerraum für Spielzeug und Fahrräder, der somit nur von Anwohnern genutzt werden kann, könnte der Chip genutzt werden. „Generell braucht der Stadtteil mehr Möglichkeiten, um Fahrräder abzustellen“, sagt Phillip. „Als wir mit unseren Rädern auf den Wilhelmplatz gefahren sind, haben wir gar keine Abstellmöglichkeiten gefunden. Das fanden wir komisch für einen so zentralen Platz.“

Diese Pläne haben die Schüler des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums für Dorstfeld

Phillip (16) und Annika (17) haben die erste Präsentation gehalten. Obwohl sie erst nicht wussten, welchen Umfang das Treffen haben wird, haben sie es souverän gemeistert. © Alexandra Wachelau

Nach der Schule und am Wochenende hat sich Phillip mit Annika und dem Rest seines Teams in Dorstfeld getroffen. Dabei waren sich die Schüler bewusst, welches negative Image dieser Stadtteil hat. Einschüchtern ließen sie sich davon nicht. Die Lösung, so finden sie, sind mehr Veranstaltungen im Stadtteil. So möchten die Schüler, beispielsweise wie bei den Foodfestivals am Dortmunder U, auch nach Dorstfeld einige Foodtrucks holen. Auch ein öffentlicher Bücherschrank könnte auf dem Wilhelmplatz aufgestellt werden.

Außerdem sollen die Fassaden und die Hausnummern bunter gestaltet werden. Phillip trägt ein System vor, wie sich unschöne Mülltonnen per Knopfdruck im Boden versenken lassen und möchte außerdem mehr öffentliche Mülltonnen aufstellen, um der Vermüllung entgegenzuwirken.

Beide Seite profitieren von der Kooperation

Seit vier Jahren besteht dieses Projekt zwischen Spar- und Bauverein Dortmund und dem RSG schon. „Wir möchten den Schülern die Bereiche von Stadt- und Bauplanung eröffnen“ sagt Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Dadurch solle unter anderem der Fachkräftemangel in dem Bereich aufgefangen werden. Das Dortmunder Wohnungsunternehmen, dem rund 12000 Mietwohnungen in Dortmund un 413 davon in Dorstfeld gehören, steht den Jugendlichen dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Erdkundelehrerin Miriam Rychter sagt: „Wir bieten den Schülern so die Möglichkeit, sich berufspraktisch mit ihrem Wahlfach auseinanderzusetzen.“ Dabei wird das Projekt nicht nur benotet. Viele der Vorschläge können vom Bauverein umgesetzt werden – zumindest im Detail. „Beispielsweise ist Schülern in den letzten Jahren aufgefallen, dass es im Althoffblock nirgends Bänke in den Vorgärten gibt, obwohl dort auch viele Senioren wohnen“, sagt Große-Wilde. „Das war uns nicht bewusst, aber durch diesen Hinweis konnten wir Abhilfe schaffen.“ So profitieren beide Seiten von dem Projekt.

Welche der Ideen von diesem Jahr umgesetzt wird, ist noch nicht bekannt. Große-Wilde ist jedoch begeistert: „Es ist gut, die jugendliche Sicht der Dinge präsentiert zu bekommen“, sagt er.

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